Arbeitszeugniss beurteilen

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

"können wir hohes Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit bestätigen."

Wenn sie das können, dann sollen sie das auch tun und nicht nur schreiben, dass sie es könn(t)en.

"An Ihrer Ehrlichkeit bestand zu keiner Zeit Zweifel."

Ehrlichkeit ist im Beruf eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wenn sie extra erwähnt wird, ist das eventuell bedenklich. Es kann zumindest heißen, das "sonst nicht viel Erwähnenswertes zu berichten wäre". Außerdem ist es unschön und verdächtig, wenn eine negative Formulierung verwendet wird ("bestand zu keiner Zeit Zweifel").

Um ein Zeugnis einzuschätzen, muss man auf gewisse Formulierungen achten. Bei Formulierungen, die das Ausmaß betreffen, muss immer ein Adjektiv sein das den bewerteten Teil aufwertet, damit es eine 3 oder besser ist. Bei z. B. "zu unserer vollen Zufriedenheit" handelt es sich um eine 3 (2 wäre "zu unserer vollsten Zufriedenheit" und 1 "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit"). Hinweise, die ansich selbstverständlich sind (z. B. Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit) deutet meist darauf hin, dass nichts besonders erwähnenswertes vorhanden ist (quasi als Rumschwafelei). Daher ist dies eher negativ anzusehen. Die Initiative sei bei dir zwar vorhanden, aber ist noch verbesserungswürdig (da hier keinerlei Steigerung vorhanden ist), die Einsatzbereitschaft ist zwar überdurchschnittlich, aber nicht gut (also eine 3).

Also insgesamt, wie du das hier schreibst, ist dein Zeugnis insgesamt eine glatte 3.

Das Verantwortungsbewusstsein und die Zuverlässigkeit liessen sich noch steigern, aber negativ ist an diesen Sätzen sicher nichts. Hört sich eigentlich alles ganz gut an =)

Rob951 11.03.2012, 21:50

"Hört sich eigentlich alles ganz gut an =)"

Stimmt, so sollen, nein MÜSSEN Arbeitszeugnisse immer klingen. Sie dürfen keineswegs negativ formuliert sein. Deshalb muss man auf spezielle Signalworte achten. Das Zeugnis ist halt nicht überragend, aber auch nicht schlecht.

0

Wie soll man ein Arbeitszeugnis beurteilen, wenn einem der Kontext fehlt? Du erwähnst weder Tätigkeit(sbereich) noch Position.

Frau K. ergriff von sich aus die Initiative und setzte sich mit überdurschnitlicher Einsatzbereitschaft ein.

Ob sowas gut zu bewerten ist, hängt z.B. von der Tätigkeit/Position ab. Nicht überall ist Initiative gefragt und auch überdurschnitlicher Einsatzbereitschaft kann zweifelhaft sein (Einsatzbereitschaft wofür?).

Der rest ist wie in anderen Zeugnissen und OK.

Sicher, dass er OK ist? Wie sieht die Abschlussformel genau aus? Kommt da ein Bedauern über deinen Abgang zum Ausdruck? Wünscht man dir ''weiterhin'' alles Gute?

Was möchtest Du wissen?