An Geschichte- Kenner: Was sagt ihr zu diesem Bild?

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2 Antworten

Das Bild ist eine gegen den Marshallplan der USA gerichtete Karikatur. „Im Westen nichts Neues“ ist durch eine Roman (1928/1929 erschienen) von Erich Maria Remarque, der im Ersten Weltkrieg spielt, zu einem bekanntem Ausdruck geworden.

Nebeneinander ist zweimal ein Mann als eine Henne (an Form und Federkleid unterhalb des Kopfes erkennbar; auch die Nase sieht wie ein Schnabel aus), die ein Ei ausbrütet dargestellt. An den Flügeln, die jeweils das Ei berühren, sitzen Banknoten (Dollarscheine) Der Hut trägt die Aufschrift Wallstreet. Diese Straße in New York City ist ein Finanzzentrum, die Börse (New York Stock Exchange), viele Banken und Finanzunternehmen befinden sich dort. Der Mann ist als Vertreter des US-amerikanischen Kapitalismus dargestellt (wobei Kopfform, Hut, Zigarre und gepunktete Fliege Winston Churchill [zu dieser Zeit nicht britischer Premierminister] ähnlich sind – eine dicke Zigarre ist allerdings auch in Karikaturen ein typisches Darstellungsmerkmal für Kapitalisten; Brillenträger war der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman).

Aus einem Ei mit der Angabe 1924 – 1939 schlüpft Hitler in Uniform mit Hakenkreuzzeichen am Arm und einer Art Keule in der rechten Hand. Das andere Ei hat die Angabe 1947 – 19?? und drei Hakenkreuze sind sichtbar.

Die Bildunterschrift lautet “Vielleicht gehts beim nächsten Mal besser“.

Die Karikatur ist nach der Bildangabe in der Nationalzeitung – Berlin (Ost) am 30.05.1948 erschienen. Diese Zeitung stand mit der Gründung der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) in der Sowjetischen Besatzungszone in Zusammenhang, die dann eine Blockpartei in der DDR (vor allem gedacht für national Eingestellte, wie ehemalige Wehrmachtsoffiziere und Mitläufer des Nationalsozialismus) war.

Der 1947 begonnene Marshallplan (nach einem US-amerikanischen Außenminister benannt) wird in seinen angeblichen Folgen mit dem Dawes-Plan (nach einem US-amerikanischen Finanzexperten benannt) von 1924, der die Reparationszahlungen Deutschlands mit etwas erleichterten Bedingungen regelte, und dessen angeblichen Folgen gleichgesetzt.

Der Faschismus/Nationalsozialismus wird als Kind des US-amerikanischen Kapitalismus erklärt, eine monokausale und einseitig-tendenziöse Deutung, die einer plumpen Variante kommunistischer Faschismus-Deutung entspricht.

Die Aussagen „nichts Neues“ und „beim nächsten Mal" zeigen an, wie angeblich die gleiche Politik fortgesetzt wird und aus Fehlern bei den westlichen Mächten nicht gelernt worden ist. Nur die Brille ist etwas verändert. Der Kapitalist sitzt in selbstzufriedener Pose da, vom Wohlstand dick. Er ist wie ein als dumm geltendes Tier (Huhn) dargestellt. Dem Ei des Marshallplans wird wieder Faschismus/Nationalsozialismus entschlüpfen. Die offene Frage ist nach der Karikatur nur noch, wann dies geschehen wird.

Was beim ersten Mal nicht gut gegangen ist, betrifft anscheinend den zweiten Weltkrieg (Jahreszahl 1939).

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Kommentar von Freimannder
27.02.2013, 12:40

Albrechts Interpretation ist wirklich gut, ich habe nur zwei Dige zu ergänzen. Die "Keule" die Hitler in der Hand hält ist eine Stielhandgranate 24 ( http://de.wikipedia.org/wiki/Stielhandgranate_24 ). Und Dawes war US-amerikanischer Finanzexperte aber auch der damalige Vizepräsident der USA ( 1925 - 1929). Er erhielt für den Dawes Plan und seine Bemühungen um die wirtschftliche und politische Stabilität Europas im Jahr 1925 den Friedensnobelpreis.

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Ist sehr schlecht gezeichnet .Man erkennt nichts !!

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Kommentar von 23milesaway
15.06.2011, 18:59

ich versuch ein helleres bild zu machenaber die zeichnung ist so, daran kann ich nix ändern

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