Frage von DrPanzerfaust, 110

War der deutsche Kaiser Wilhelm II ein Rassist?

Kann man aus folgenden Textpassagen seiner "Hunnenrede" schließen, dass Wilhem II ein Rassist war, oder lassen sich die Passagen auch anders interpretieren?

https://de.wikipedia.org/wiki/Hunnenrede

Chinesische Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen. ... China muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden. ... China ist ein Problem, weil die Chinesen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest der Asiaten sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld und Werte wie nur möglich aus China heraus geleitet werden. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Chinesen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.
Antwort
von voayager, 37

Kaiser Wilhelm war so viel Rassist wie die meisten Europäer, allen voran die des Bürgertums. Er ragt da nicht weiter heraus, unterlag dem Zeitgeist.

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte. 

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 53

Wilhelm II. war Rassist, er hielt die weiße, germanische Spezies als allen anderen menschlichen Spezies überlegen.

Wilhelm II. war auch Antisemit, der aus seiner heftigen Abneigung gegen Juden keinen Hehl machte.

Schließlich war Wilhelm II. ein Chauvinist, ein überzeugter Vertreter der Ansicht, dass sozusagen nur am deutschen Wesen die Welt genesen könne.

MfG

Arnold

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Kommentar von Linguino ,

Diese Sätze kommen mir auch bekannt vor... von irgendeinem westlichem Politiker, aber ich weiß nicht mehr welcher.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ich bezog meine Ausführungen nicht ausdrücklich auf die "Hunnenrede" des Kaisers - dass der obige Textauszug nicht Teil der Hunnenrede war, darauf war von Karl37 mit Recht hingewiesen worden.

Dass der Kaiser Rassist, Antisemit und Chauvinist war, ist hinlänglich erforscht.

Kommentar von UrielKatzer ,

Dass der Kaiser Rassist, Antisemit und Chauvinist war, ist hinlänglich erforscht.

Das stimmt so aber nicht. Zumindest bis zum Ausbruch des Krieges hatte er zu dem jüdischen Volk im allgemeinen ein gutes, offenes Verhältnis und war mit vielen Juden befreundet. Außerdem war der Kaiser sehr sozial engagiert und hat den Arbeitern mit der Zeit immer mehr Rechte erkämpft. Für die damaligen Zeitverhältnisse war er sogar ein Antirassist. Nach dem Krieg ist von den Siegermächten natürlich vieles verfälscht worden.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

1. Wilhelm II. hatte nie "zu dem jüdischen Volk im allgemeinen ein gutes, offenes Verhältnis und war (nie) mit vielen Juden befreundet". Welche wirklichen Freunde jüdischer Konfession hatte er denn? Allenfalls mit dem Reeder Albert Ballin, dann vielleicht auch mit Emil Rathenau gab es engere persönliche Kontakte, aber ob diese Herren "Freunde" waren, sei dahingestellt. Vielmehr stand Wilhelm schon als Kronprinz dem Gedankengut des antisemitischen Hofpredigers Adolf Stöcker nahe. Allerdings neigte er einem mörderischen Antisemitismus nationalsozialistischer Prägung erst nach seiner Abdankung zu.

Seine Haltung zum "jüdischen Volk" ist ebenfalls sehr gut belegt. Zu Theodor Herzls Plan eines jüdischen Staates in Palästina bemerkte er z. B. 1897: "Ich bin sehr dafür, daß die Mauschels nach Palästina gehen, je eher sie dorthin abrücken, desto besser. Ich werde ihnen keine Schwierigkeiten in den Weg legen."

2. "Außerdem war der Kaiser sehr sozial engagiert und hat den Arbeitern mit der Zeit immer mehr Rechte erkämpft"  -  das ist ein Missverständnis. Gewiss, eine soziale Gesinnung kann man Wilhelm II. nicht absprechen, aber er wollte den Arbeitern als Staatsbürgern keine "Rechte erkämpfen", sondern ihnen wie ein Vormund seinen Kindern etwas Gutes tun. Daher hasste er auch die politische Vertretung der Arbeiter, die Sozialdemokratie, und verweigerte den Arbeitern politische Mitspracherechte. Dass die Arbeiterschaft sich für einige wenige Wohltaten nicht wie brave, dankbare Kinder verhielten, ärgerte ihn sehr. Daher war es wenige Jahre nach seinem Regierungsantritt schon wieder vorbei mit seinem Eintreten für soziale Wohltaten.

3. "Für die damaligen Zeitverhältnisse war er sogar ein Antirassist"  -  da hat man dir leider etwas Falsches erzählt. Wilhelm II. war mit seinem Rassismus, wohlwollend betrachtet, auf jeden Fall ein Kind seiner Zeit.

4. "Nach dem Krieg ist von den Siegermächten natürlich vieles verfälscht worden"  -  deutsche Politiker und Historiker haben sich mit Wilhelm II. und seiner Politik intensiv auseinandergesetzt. Da bedurfte es keiner "Verfälschungen" irgendwelcher "Siegermächte". Ich rate dazu, einmal eine moderne Biographie über Wilhelm II. zu lesen!

Kommentar von Karlien ,

Absolute Nicht-Zustimmung. Wenn du angeblich so gut Bescheid weißt: Kannst mir erklären, warum sich so viele deutsche Juden sich 1914 freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben? Teilweise sogar deshalb aus dem Ausland angereist sind!

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Viele jüdische Kriegsfreiwillige ließen sich von der im Bürgertum allgemein deutlich bemerkbareren Kriegsbegeisterung leiten. Z. T. wollten sie beweisen, dass sie ebenso "gute Deutsche" sind wie die Deutschen der christlichen Konfessionen. Mit dem Kaiser und seiner Einstellung hatte das nichts zu tun.

Antwort
von blackhaya, 65

Das war einfach der Zeitgeist und damals haben viele MEnschen so gedacht.

Europa war damals wirtschaftlich gesehen technisch sehr führend und konnte deswegen auch mit einer kleinen Armee ganze Länder in Afrika und ASien zu seinen Kolonien machen. Deswegen haben auch viele gedacht ds die MEnschen in AFrika oder Asien weniger schlau sind.

Kommentar von Dahika ,

Na ja, auch wenn es der Zeitgeist war, war es schon Rassismus. Jeder, der Menschen einer anderen Volksgruppe als die eigene als minderwertig ansieht, ist ein Rassist.

Kommentar von blackhaya ,

alles ist realtiv, vor 100 Jahren war Afrika von Analphabeten bevölkert. Schulen waren damals dort nicht sehr verbreitet

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Antwort
von Karl37, 36

Du solltest deine Quellen etwas sieben, denn dein Zitat stammt nicht vom Kaiser und stammt auch nicht aus deinem Link.

In Peking wurde der deutsche Botschafter von Ketteler von Terroristen ermordet und aus diesem Anlass des Boxeraufstandes wurden deutsche Truppen in Marsch gesetzt, um Deutsche Staatsbürger in China zu schützen und ihnen eine Ausreise zu ermöglichen.

Die Frage ist aber, warum kam es zum Boxeraufstand und hier haben die Engländer ein mea maxima culpa zu erbitten, denn sie haben den chinesischen Markt mit Opium geflutet was zur Verblödung und Verarmung großer Bevölkerungsteile führte.

Die Boxer (Terroristen) hätten sich nur gegen die Briten wenden sollen und nicht alles europäische niedermachen und da liegt die Schuld der chinesischen Regierung nichts zum Schutz der Diplomaten getan zu haben.

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Antwort
von JBEZorg, 43

Das war für die Zeit in Europa völlig normal. Heuet heucheln die Europäer Toleranz während andere sie leben.

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Antwort
von Aleqasina, 45

Er war vor allem dumm und von nationalistischer Arroganz. So sehr, dass sogar viele der Kaisertreuen wegen der "Hunnenrede" erschraken. Es ist wohl weniger ein explizit "biologischer" Rassismus, obwohl das sicher auch eine Rolle spielt.

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Antwort
von Thebooster11, 30

Damals war jeder rassistisch

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ich habe hier für meinen Neffen gefragt. Dieser hat mich mittlerweile darüber informiert, dass man ihn darüber informiert habe, dass der Lehrer die Schüler wohl reinlegen wollte. Das Zitat stammt nicht von Wilhlem II, sondern angeblich von dem Ex-Außenminister Joschka Fischer. Nur muss man China und chinesisch durch Deutschland, bzw. deutsch, ersetzen. Ich bin schockiert, wenn sich das als wahr erweisen sollte.  

Kommentar von Thebooster11 ,

echt 😲

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Ja, ich habe was gefunden.

https://1truth2prevail.wordpress.com/2014/06/07/unverfalschte-zitate-von-brd-pol...

Ich bin aber auch blöd mich so reinlegen zu lassen. Damals gab es ja noch nichts, womit man solche Reden aufzeichnen konnte, so dass eine schriftlich wiedergegebene Rede immer aus der offiziellen schriftlichen Version der Regierung bestand. D.h. der ganze Streit um die angeblich drei Versionen der "Hunnen-Rede" ist müßig. Es kann nur die offizielle Version richtig sein. So ähnlich wie man heute schriftliche Verträge beurteilt. Was der Versicherungsmakler mündlich zugesagt hat, ist immer unwichtig, wichtig ist nur die Schriftform.

Kommentar von Thebooster11 ,

ist ja häftig

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