Von wo soll denn der Brand ausgehen wenn nicht vom Motorraum?? In 95% der Fälle beginnt der Brand vom Motorraum.
Besonders beim DDR-PKW Trabant 601. Da der "Trabbi" über keine Benzinpumpe verfügte, wurde der Benzintank direkt oberhalb des Motors montiert sodass der Kraftstoff durch die Schwerkraft in den Vergaser gelangte. Im Falle eines Frontal-Crashs wurde der Trabant dadurch schnell zur Todesfalle, wenn Benzin aus dem geborstenen Tank über den heißen Abgaskrümmer strömte und sich entzündete.
In PKW sind Fahrzeugbrände die nicht vom Motorraum ausgehen eine Seltenheit. Wenn eine Bremse heiß läuft und brennt, bleibt das lokal begrenzt, der Fahrgast-raum ist durch Blech vom Feuer getrennt, im Innenraum stinkt es aber brennt nicht.
Versuch mal eine Kunststoff-Stoßstange oder einen Autositz mit dem Feuerzeug an zu zünden. Es schmort und stinkt vielleicht, aber Du wirst es nicht schaffen sie in Brand zu setzen, glaub mir. Nur zu. Ohne Kraftstoff als Brandbeschleuniger läuft hier gar nichts, und der Tank ist gut geschützt im Bereich unter den Rücksitzen.
Vor ca. 20-25 Jahren gab es mal ein Problem, wenn im Hochsommer bei Groß-veranstaltungen wie z.B. einem Pferdeturnier, Mittelaltermarkt oder Traktorpulling Autos auf einer trockenen Wiese geparkt wurden die nicht kurz genug gemäht war.
Die 3-Wege-Katalysatoren von Benzin-PKW saßen früher unter dem Fahrzeugboden im Abgastrakt, konnten sehr heiß werden und damit die Wiese und sogar mehrere Autos in Brand stecken. Das passierte dann aber eher in Abwesenheit der Insassen.
Die Katalysatoren heutiger PKW sind aber zugunsten möglichst schneller Erwär-mung und dadurch möglichst frühzeitigem Einsetzen der Reinigungswirkung nach dem Kaltstart sehr motornah angebracht bzw. oft sogar im Abgaskrümmer inte-griert, sodass dieses Problem nach menschlichem Ermessen kaum noch besteht.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/app/consent/?ref=https://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-spezial/recht/freizeit-auto-wellness/achtung-heisser-katalysator-von-autos-kann-trockenes-gras-entzuenden-halter-muss-zahlen_aid-85527
Wer im Sommer sein Auto auf einer Wiese oder einer anderen natürlichen Fläche abstellt, der sollte auf ausreichend Abstand zwischen der heißen Auspuffanlage des Wagens und dem brennbaren Material auf dem Boden achten. Denn ein heißer Auspuff lässt ein Auto schnell zum Brandstifter werden. Und das wird für den Autofahrer persönlich unter Umständen richtig teuer. teuer. So musste der Halter eines Autos, dessen heißer Katalysator bei einem Weinfest einen Brand verursacht hat, für die Kosten der notwendigen Bodensanierung in Höhe von mehr als 86 000 Euro gerade stehen. Das hatte das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße vor einiger Zeit entschieden (Az.: 3 K 832/15.NW).
Im konkreten Fall ging es um eine Mercedes A-Klasse aus Hessen. In deren Betriebsanleitung steht unter der Überschrift Parken: "Brandgefahr. Achten Sie darauf, dass die Abgasanlage keinesfalls mit leicht brennbaren Materialien in Berührung kommt, z.B. mit trockenem Gras oder Benzin. Sonst könnte sich das brennbare Material entzünden und das Fahrzeug in Brand setzen." Der Halter des Autos fuhr damit am 9. September 2012 zum Weinfest in der Ortsgemeinde Weyher. Dort stellte er den Wagen auf einem Wiesenbrachgelände ab, auf dem bereits zahlreiche Kraftfahrzeuge parkten. Die Grundstückseigner hatten zuvor teilweise das Gras abgemäht und liegen gelassen. Gegen 12.45 brach auf dem Gelände ein Feuer aus, bei dem zehn Autos zerstört oder beschädigt wurden.
Die Feuerwehr löschte den Brand mit Wasser. Durch die Brandrückstände, austretende Betriebsmittel (Kraftstoff, Öl) und das Löschen des Feuers kam es zu einer Verunreinigung des unbefestigten Untergrunds. Die Fläche wurde mehrmals abgezogen und Bodenverunreinigungen ausgehoben. Der Landkreis kam zunächst für die Kosten der Entsorgung des verunreinigten Erdreichs in Höhe von 86.613,20 Euro auf. Nachdem sich die Versicherung des Autos weigerte, die Kosten zu übernehmen, forderte der Landkreis das Geld vom Halter des Autos. Zu Recht, urteilte nun das Verwaltungsgericht: Die Kostenforderung des Landkreises sei rechtlich nicht zu beanstanden. Nach den einschlägigen Vorschriften des Bundesbodenschutzgesetzes sei der Verursacher einer Bodenverunreinigung zu den Kosten einer Bodensanierung heranzuziehen. Verursacher sei jeder, der an der Bodenkontamination - zumindest als Teilverantwortlicher - mitgewirkt habe.
Im konkreten Fall sei der Halter der A-Klasse als (Mit-)Verursacher einer schädlichen Bodenveränderung und damit als Handlungsstörer anzusehen, so die Richter. Nach Auswertung der in mehreren Zivilverfahren eingeholten schlüssigen und nachvollziehbaren Gutachten sei davon auszugehen, dass das Abstellen der Autos auf der Brachfläche kausal für die Ausbreitung des Brands gewesen sei. Die Gutachter seien zu dem Schluss gelangt, dass der Brand mittels Wärmeübertragung vom Katalysator des Pkw auf das das Gras auf dem Acker verursacht worden sei. Die Spurenlage beweise eindeutig, dass der Brand unter der A-Klasse seinen Ausgang genommen und sich dann ausgebreitet habe. Nach eingehender Prüfung und Bewertung schieden andere Brandursachen wie das Wegwerfen einer Zigarette oder die Möglichkeit einer Entzündung durch Sonnenenergie mittels einer Glasscherbe aus.
Die Richter weiter zu der Frage, ob neben dem Halter des Autos auch andere haften müssen: Der Betroffene habe dazu die Auffassung vertreten, das die Grundstückseigentümer und die Ortsgemeinde Weyher als Ausrichterin des Weinfestes vorrangig in Anspruch zu nehmen seien. Und zwar deshalb weil sie Ortsfremden suggeriert hätten, bei den Grundstücken handele es sich um öffentliche Parkplätze, die gefahrlos zu nutzen seien. Insoweit kämen zwar mehrere Mitverantwortliche für den Brand in Frage. Dennoch, so das Gericht, sei die Entscheidung des Landkreises den Halter der A-Klasse als Verantwortlichen heranzuziehen nicht zu beanstanden. Ein Rangverhältnis bei der Inanspruchnahme zwischen Verhaltensverantwortlichem und Zustandsverantwortlichem gebe das Bundesbodenschutzgesetz nicht vor. Daher habe der Landkreis den Autofahrer wegen seiner spezifischen Verbindung zu der Gefahrenquelle Kraftfahrzeug als Kostenschuldner in Anspruch nehmen können. Wenn der Mann andere in der Mitverantwortung sehe, dann stehe es ihm frei gegen diese im Innenverhältnis einen Ausgleichsanspruch nach dem Bundesbodenschutzgesetz geltend zu machen, so das Gericht.
https://www.dekra.de/de/brandfalle-abseits-der-strasse/
DEKRA warnt vor heißen Katalysatoren auf unbefestigten Parkplätzen
Brandfalle abseits der Straße
10. Aug. 2018
Open Air-Festival, zünftiges Volksfest oder Handwerkermarkt: Die bei größeren Veranstaltungen als Parkplätze genutzten Wiesen oder Felder können sich an heißen, trockenen Sommertagen in eine gefährliche Brandfalle verwandeln, warnen die Sachverständigen von DEKRA.
- Heiße Abgasanlage verursacht Brand bei DEKRA Versuch
- Trockene Gräser, Heu und Stroh können sich entzünden
- Besonders tückisch: unebener Untergrund und tiefer gelegte Autos
Brandgefahr besteht auf unbefestigten Parkplätzen immer dann, wenn ein Fahrzeug mit heißem Motor und Abgasanlage auf einer Fläche mit trockenen Gräsern, Heu oder Stroh abgestellt wird. Teile von Motor und Abgasanlage können heiß genug werden, um dann unter dem Auto einen Brand auszulösen.
In einem DEKRA Versuch auf einer trockenen Böschung sorgte ein heißer Katalysator innerhalb von wenigen Sekunden für ein Feuer, das anschließend auf das Fahrzeug übergriff. Bevor sich der Brand ausbreitete, griffen sofort die am Versuch beteiligten Feuerwehrleute ein und löschten die Flammen.
Das Problem kann beim Parken auf ausgetrockneten Wiesen und Feldern, aber auch am Straßenrand auftreten. Begünstigt wird das Entstehen eines Brandes durch hoch stehende, trockene Gräser, hohe Außentemperaturen und einen geringen Abstand zwischen Fahrzeug und Untergrund. Bei tiefer gelegten Fahrzeugen oder unebenem Boden heißt es doppelt aufpassen.
Die DEKRA Experten empfehlen, im Hochsommer und bei großer Trockenheit beim Parken auf unbefestigtem Untergrund hoch stehende, trockene Gräser zu meiden.