Kann man als Muslim gemäß des Korans seinen Verstand gebrauchen und alles (u.a. Gott und seine Worte) stets hinterfragen?

Viele Muslime meinen, dass Allah im Koran befiehlt, seinen Verstand zu nutzen. Einige Muslime behaupten sogar, man solle im Islam alles hinterfragen. Unabhängig der Tatsache was Muslime unter "Verstand" nun eigentlich verstehen wollen, habe ich doch eher das Gefühl, dass dieses Gebot gar nicht realisierbar ist.

  • Darf man den Quran und "Gott" - die Überzeugung - hinterfragen?
  • Wenn der Verstand und das Hinterfragen im Widerspruch zum Glaubensbekenntnis steht, muss sich doch der "Verstand" nach islamischen Verständnis der islamischen Dogmatik voll und ganz ergeben?
  • Sind demnach "liberale Muslime", die rationalisierende Antworten für Allahs Dienerschaft suchen, überhaupt "wahre Muslime"? Unter "liberale Muslime" sind all jene Menschen zu verstehen, die sich nicht damit zu Frieden geben, dass "Gott" es so im Quran nach islamischer Tradition befiehlt - gemäß "Samana wa atana" (~Wir hören und gehrochen"), sondern nach anderweitigen Erklärungen außerhalb des Korans suchen bzw. philosophieren.
  • Ist so jemand, der philosophiert und den Quran und Sunnah nicht als Grundlage verwendet, ein wahrer Gottergebener, der sich voll und ganz Allah unterwirft?

Ich beobachte z.B., dass sich viele Muslime eher die "sogn." Wissenschaften zum Maßstab nehmen - anstatt Allahs Befehlen. Ich höre und lese immer seltener, dass man mit der Dogmatik argumentiert - also mit einem schlichten Weil-Gott-das-gebietet.

Z.B. Warum soll man 4 Rakat am Mittag vollrichten? Nicht weil Allah das befohlen hat, sondern die Wissenschaft bestätigt haben soll, dass 4 Rakat Krebs- und Depressionen vorbeugen und einen gesunden Schlaf fördern sollen.

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Ein Moslem als Mensch könnte theoretisch seinen Verstand gebrauchen und Allah etc. hinterfragen. Aber so ein Moslem wird in der Umma keine Freunde damit gewinnen.

Aus rein islamischer Sicht aber nicht.Dazu muß ich etwas weiter ausholen.

Wissen ( al-´ilm) im eigentlichen Sinn kommt einzig durch die Belehrung durch Allah zusatnde ( cf.Sure 2, 33 ), und die Aufgabe des Verstandes ( al-´aql ) besteht in nichts anderem als im Festhalten und Befolgen diesses Wissens.

Der Verstand wurde nach islamischer Lehre von Allah geschaffen, d.h. er gehorcht als nur Allah und nicht dem Menschen.Das ist die rein islamische Sichtweise.

Alles, was nicht auf die Belehrung durch Allah zurückgeht, ist kein Wissen, sondern allenfalls eine selbstverantwortete und damit anstößige Ansicht ( arab.ar- ra`j).Das Abweichen von der Anleitung durch Allah ( al-huda ) wird mit dem abwertenden Begriff der leichtfertigen , subjektiven Meinung ( al.hawa ) belegt.

Cf.Sure 28, 50 ): "Wisse, sie folgen nur ihren leichtfertigen Meinungen, und wer geht mehr in die Irre als derjenige, der seine leichtfertige Meinung folgt und nicht durch Allah angeleitet ist ?

Sicher, ich würde mir persönlich wünschen, viel mehr Moslems als bisher, sollten ihren Koran hinterfragen, anderseits bin ich ich mir auch bewußt, dass das in eine gefährliche geistige und psychische Situation führen könnte.

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Warum ist die Demokratie keine Ideologie?

In einer meiner ersten selbstgegebenen Unterrichtsstunde sollte ich meinen Schülern in Geschichte nahebringen, was eine Ideologie ist. Ich stellte mehrere ideologische Syteme vor, allesamt sehr negativ konnotiert: den Faschismus, den Stalinismus und ging auch auf fundamental-religiöse Ideologien ein. Meine Schüler arbeiteten klasse mit und schnell standen die Merkmale einer Ideologie fest: ein gesellschaftliches Idealbild, das als einzig richtig gilt, keine anderen Bilder zulässt und wo das eigene mit allen Mitteln verteidigt wird, auch mit Gewalt, wenn nötig. Somit schloss ich den Unterricht mit einem Zitat meines eigenen Geschichtslehters ab: "Ideologie ist notwendig falsches Bewusstsein zur Legitimation ungerechter Herrschaftsverhältnisse".

Alles schien auf ein wundervolles Unterrichtsende hinauszulaufen, bis von einem Schüler dann eine verrückte Frage kam und mir meine ganze Unterrichtsstunde total um die Ohren flog: "Ist die Demokratie nicht auch nur eine Ideologie? Auch bei uns gibt es große Ungerechtigkeit. Wir sehen die Demokratie als die beste Herrschaftsform an und kämpfen mit unseren Soldaten sogar in anderen Ländern, um sie dort durchzusetzen. Alles, was sie gesagt haben, könnte man auch über unseren eigenen Staat sagen."

Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte und das Klingeln erlöste mich als Lehrer von der Peinlichkeit. Ich gab noch schnell zu, dass es vielleicht auch gute Ideologien gibt, die weit weniger ungerecht sind als andere, aber so richtig zufrieden war weder der fragende Schüler und am allerwenigsten ich selbst.

Nun meine Frage: was hättet ihr geantwortet?

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Einige Anmerkungen meinerseits.Die Frage , eine politische Frage, wurde im Themenbereich RELIGION gestellt.Zudem bin ich überrascht, dass Ihnen nicht klar zu sein scheint, wie mit dem Ideologiebegriff umzugehen ist.

DEMOKRATIE ist eine Herrschaftsform im engeren Sinn und im modernen Verständnis eine Regierungsform.Einmal handelt es sich im klassischen Sinn um die  " Herrschaft durch das Volk "  und im zweiten Fall könnte man auch, ist auch zutreffender, von der parlamentarischen Demokratie sprechen.

Begrifflich sind Ideologien, in den meisten Fällen zumindestens, an dem Suffix-ismus- erkennbar.In diesem Zusammhang wäre z.B. an den Liberalismus des 18.Jdt/19.Jhdt. und später, nach dem 2.WK, an den sogenannten Parlamentarismus zu denken.

Ideologien sind, kurz zusammengefasst, meist geschlossene Gedankensysteme, die ihren Gegenstand der Betrachtung überwiegend nur unter einem Kern- oder Hauptaspekt betrachten.Sie dienen dem Interesse einer Person, mehreren Personen oder einer politisch fixierten Gruppe und werden mit allen zur Verfügung stehenden Mittel verteidigt.

Die Frage ihres Schülers zeigt eine hohe rebellische Reflexionsfähigkeit, die für die Jugend nicht ungwöhnlich ist.So wie im 17.Jhdt. Leibniz von der besten aller möglichen Welten gesprochen hat, so wird heutzutage frag-und kritiklos D IE DEMOKRATIE oder parlamentarische Demokratie als die beste aller mögliche Regierungsformen betrachtet.Ein Nachdenken darüber, ob es tatsächlich heute noch zutrifft, findet nicht mehr statt.Es werden diesbezüglich keine Fragen mehr gestellt, weder von den Wissenschaftlern, von den Intellektuellen und von den Lehrern.

Dieser Schüler ist wahrlich ein Lichtblick.


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Kants Moralsystem wird in seinem Werk  Grundlegung zur Metaphysik der Sitten ( 1785 ) abgehandelt.

Diese Schrift enthält die kategorischen Imperative, deren es zwei gibt.Den hypothetischen und den kategorischen.Kant im Zusammenhang mit moralische Dilemmata mit den Utilitarismus zu bringen, verkennt die Position Kants.

Nach Kant haben alle Moralbegriffe ihren Sitz und Ursprung in der Vernunft.Von moralischen Wert kann nur die Rede sein, wo ein Mensch aus Pflichtgefühl handelt.Es genügt aber nicht, dass die Handlung dem entspricht, was die Pflicht vorgeschrieben haben könnte.

Das unterstreicht Kant mit dem Beispiel des Kaufmanns, der im eigenen Interesse ehrlich ist, oder der Mensch, der gütig ist, weil er einem gütigen Impuls folgt, so jemand ist Kant zufolge nicht tugendhaft.

Die Tugend ist ein Kernbegriffs von Kants Moralsystem.Denn bei Kant kommt es bei der Tugend nicht auf die beabsichtigte Ergebnis einer Handlung ankommt, sondern nur auf das Prinzip, dessen Resultat die Tugend ist.

Nun zurück zu den Imperativen.Der hypothetische Imperativ besagt, " Du mußt so und so handeln, wenn Du du dass und das erreichen willst ".

Der kategorische Imperativ besagt hingegen, dass eine bestimmte Art zu handeln objektiv notwendig ist ohne Rücksicht auf seinen Zweck

Außer Handlungen, wie Diebstahl und Mord, gibt es aber auch Handlungen, die Kant für unrecht halten würde, deren Unrecht sich aber durch seine Grundsätze nicht beweisen läßt.Zum Bespiel der Selbstmord.Zum Beispiel könnte ein Melancholiker den Wunsch hegen, dass sich jeder Mensch umbringen soll.Damit soll nur gezeigt werden, dass seine Maxime ein notwendiges, aber  kein ausreichendes Kriterium darstellt. Um ein ausreichendes Kriterium zu bekommen, müßte man z.B.Kants rein formalen Standpunkt aufgeben und auch die Wirkungen der Handlungen in Betracht ziehen.Was ja bei Kant aber nicht der Fall ist.

Es gibt keine wie immer geartete Beziehung zwischen Kant und Utilitarismus.

Teil 2 folgt




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Das Problem ist nicht die Wahrheit, sondern das sie nicht ausgesprochen wird.Kann sehr gut verfolgt werden, seit political correctness Hochkonjunktur hat.

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Meines Erachtes gibt es keinen Grund eine verbale Attacke gegen die Religion im Allgemeinen und im Besonderen zu führen.

Einen Religionsersatz an sich gibt es nicht, weil man seit Kant weiß, dass man dieses berühmte Ding nicht erkennen kann. Ich gestehe aber zu, dass Du weißt, was ein Religionsersatz ist.

Ein Wahn ist eine psychische Störung und Krankheit. Darauf weist auch der zweiten Teil des zusammengesetzen Sunstantiv -Körperwahn- hin. Dieser Körperwahn speist sich aus mehreren Quelen wie verändertes Schönheitsideal, neueste Erkenntnisse in der Medizin, gändertes Gesundheitsbewußtsein, verschäftes ökölogisches und umweltschonendes Bewußtsein sowie, nicht zu vergessen, starke kommerzielle Interessen. Dazu kommt, dass Menschen, die sich eingehend mit ihren Körper beschäftigen politisch nicht sonderlich aktiv sind und auch nicht kritisch.

Diese Vorgaben werden und wurden unreflektiert aus den USA importiert.

Als Agnostiker tendiere ich trotzdem dazu, die Religion als menschheitsnotwendige Einrichtung anzuerkennen. Vorr allem dann, wenn z.B. die christliche Religion , nur als Beispiel, die Bergpredigt als Kernaussage lebt.. Ein Ersatz, wie zum Beispiel Kaffe-oder Butterersatz drückt imm eine mindere Qualität aus und kann daher den Geschmack und das Bedürfnis nicht vollauf befriedigen. So ist es auch mit dem Religionsersatz.

Ehrlich gesagt, kann ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, Körperwahn als Religionsersatz anzusehen, weil zu viele Akteure in diesem Geschehen mitspielen und Interessen versuchen durchzudrücken. Wenn Körperwahn ein Religionsersatz sein sollte, dann m.E. ein seh unbefiedigender. Denn was heute aktuell ist, kann morgen schon passe`sein. Ich würde eher sagen, Körperwahn ist jeher dürftiger Ersatz für einen geistigen Überbau.Ob man dies jetzt als Religion oder Weltanschauung bezeichnet ist eigentlich nicht von großer Bedeutung.

Ein Religionsersatz kann durchaus etwas positives; ein Wahn, besonders ein Körperwahn ist aber eine psychische Krankheit und nichts positives .

Das Vorhandensein des Körperwahn mag auf mangelndes religiöses Bewußtsein hindeuten, jetzt ganz allgemein ausgedrückt, ohne christlichen Hintergrund . D.h. für mich in einer sicherlich gewagten Schlußfolgerung, dass gerade diese Fehlen eines minimalen religösen Bewußtseins, z. B.in der Abwesenheit der zehn Gebote zu erkennen, diesen Körperwahn ermöglicht hat.

Auch die vielen Varianten der Eßstörung und des fanatisches Veganertums sind Zeichen eine Körperwahns.

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Hinduismus

Nach dem Tod eines Menschen geht die Seele, mit unsichtbaren feinen Leib angetan, zu einer neuen Existenz.

Wenn sie,d.h. die Seele, nicht gleich eine neue Existenz erlangt, muß sie als Gespenst ( preta ) unherschweifen und ihren Hungen mit Totenopfern stillen, die ihr die Verwandten darbringen. Die Seelenwanderung auf Erden kann, wenn besonders schlechte Taten vorliegen, auch durch einen Jahrtausende währenden Aufenthalt in den Höllen unterbrochen werden. Anderseits winkt dem Guten als Lohn für seine Taten ein kürzerer oder längeer Aufenthalt in einere himmlischen Welt. Der Zustand des von Banden der Wiedergeburt befreiten erlösten Menschen wird verschieden dargestellt. So gibt es einen Unterschied zwischen den vishnuitischen und shivaitischen Systemen und dem Vedanta Shankara.

Buddhismus

Ähnlich wie im Hinduismus, wobei das Ziel das Erreichen des Nirvana ist.

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Das waren Priester oder Ordensfrauen( z.B.Damenstifte) die früher nach bestimmten Regeln, dem Kanon, zusammenlebten.

Heutzutage bezeichnet man als Kanoniker oder Kanonikus ein Mitglied des Domkapitel.

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0 Ich will es einmal versuchen. Heutzutage über Rassen zu schreiben, ist aus vielerlei Gründen, heikel. In der Humanbiologie unterscheidet mehrere menschliche Großgruppen, die sich durch Hautfarbe,Körpergröße, Aussehen und Siedlungsraum unteerscheiden.

a.schwarze Rasse b.gelbe Rasse c.weiße oder kaukasische Rasse

Diese Einteilung ist sehr grob, aber brauchbar und sagt nur etwas über die Biologie und vorherrschenden Siedlungsraum etwas aus. Keinesfalls sagt diese Einteilung etwas darüber aus, ob eine Rasse qualitativ höher steht als die andere. Dies nur zur Klarstellung.

Der Rassebegriff spielt dann noch in der Tierzucht und Tierhaltung eine große Rolle.

Ethnischer Herkunft sagt etwas über die Zugehörigkeit zu einem bestimmte Volk aus.Zu Sowetzeiten gab es noch den Begriff der Nationalität oder in Jugosslawien. In Sowjetpass stand die Staatsbürgerschaft, d.h. sowjetischer Staatsbürger und dann noch die Nationalität im Paß, z.B. Georgische Nationalität.

ETHNOS ( griechisch) für Volk.

Übertragen auf Deutschland: Jemand ist deutscher Staatsbürger, aber von seiner Herkunft nach franzöischer oder italienischer Herkunft bzw. Abstammung. Ein gutes Beispiel sind auch die USA. Man ist US-Staatsbürger mit russischen oder italienischen, vielleicht auch deutschen , aber auch irischen Wurzeln.

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" Gerecht handeln " ein zur Zeit modisches Schlagwort, abgelöst von seiner christlichen Ursprung. Dafür haben soziale Tagträumer, Sozialisten und Kommunisten sich dierser Keule bemächtigt.

Dazu müßte man sich erst darüber verständigen, wie " gerecht handeln " zu verstehen bzw. aufzufassen sei.Nicht jedes " gerechte Handeln " führt zur Gerechtigkeit. Stciwort Frauenquote im Zusammenhang mit angeblicher Diskriminierung.

Christliche Gerechtigkeit bedeutet früher im Einklang mit Gottes Geboten handeln.Gerechtigkeit ist für mich ein idealer Zustand, dem man sich nur annähern kann, aber nie erreichen wird, weil es nie einen angemessenen und unparteilichen Interessensausgleich geben wird.

Ich persönlich bin sehr skeptisch ob man " gerecht handeln " kann. Ich halte es ,zumindest in diesem Fall, eher mit Platon, dass ich Gerechtigkeit als hervorhebende Tugend sehe und versuche die gestellten Aufgaben gewissenhaft, bezogen auf eine einzelne Persone oder Gruppe, zu lösen.

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" Also sprach Zarathustra " ist eher Dichtung als eine philosophische Abhandlung und heute nur noch schwer zu verstehen ist.

Sie handelt vom " Umsturz aller Werte ". Zarathustra, als Verkünder der neuen Heilslehre, spricht davon, dass eine neue Menschheit enstehen sollte. Nietzsches Zarathustra hat aber, außer dem Namen, nichts mit dem histrorischen Zarathustra zu tun.

Alleinstehend, ohnen den Kontext mit seinen anderen Schriften mitzulesen, ist der zitierte Satz nicht so ohne weiteres verständlich.

Bezieht man den Absatz " Fünf Worte von alten Sachen hörte ich gestern........" mit in die Interpretation wird die Angelegenheit etwas klarer, aber deswegen auch nicht durchsichtiger. Der Inhalt der Sätze ist sehr verdichtet, sehr konzentriert, und voller Anspielungen.

Anspielungen auf den " Bärtigen ", d.h. auf Jahwe des AT, auf den Gott des NT, auf die " menschlichen" Götter. des antiken Hellas sowie auf die germanische Götterwelt, " sie dämmeten sich nicht zu Tode " sind erkennbar.

Das Lachen, wie der Tanz, ist für F.Nietzsche ein unabweisbares Zeichen der Menschen. Es wirkt befreiend und ist ein Akt der Erkenntnis. " ...... es ist ein Gott ", d.h. es gibt nur einen Gott, diese Behauptung ist für die altgriechischen Götter zum Lachen, zum Totlachen, weil sie wissen, dass sie eine Erfindung der Menschen ist. Dieses " ....es ist ein Gott " zeugt auch von der Arroganz, von der Hybris dieses Gottes des AT.Er stand strafend über den Menschen. Die Götter des alten Griechenlands repräsentierten jeweils einen bestimmten Teil der Natur und der Welt. Und das zeigt den Menschen das Einzigartige und Erhabene göttlicher Kräfte in der Natur und in der Welt. Sie lebten mit den Menschen. Ohnehin ist dieser Satz innerhalb des Gesamtwerkes Nietzsches nicht so sonderlich wichtig.

Was sich in " Die fröhliche Wissenschaft " sowie in " Also sprach Zarathustra " andeutet, wird in " Jenseits von Gut und Böses, Genealogie der Moral " zu einer hochexplosvien philosophischen Schrift mit unveränderter Thematik ( Umwertung aller Werte, der neue Mensch, d.h. der Übermensch und eine neue Moral ).

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".......... was es mit dem Konstruktivismus statt Erkenntnistheorie von Ernst von Glasersfeld auf sich hat ?". Abgesehen davon, dass ich als Kommentator mit einer Frage konfrontiert bin, die in grammatikalischer und stilistischer Hinsicht nicht besonders schön wirkt, denke ich, dass sie zu beantworten ist.

Es gibt viele Spielarten des Konstruktivismus. Grundsätzlich bezeichnet man mit Konstruktivismus ealle philosphische und wissenschaftstheoretische Theorien, die sich mit der Konstruktionsleistung des Subjekts im Erkenntnisprozeß beschäftigen. Menshliches Denken, Reden und Handeln sollen rekonstruiert werden, d.h. hinsichtlich ihrer Invarianzen( unveränderlichkeiten ) und jeweiligen Gültigkeit, die in schrittweise gewonnenen Einsichten gewonnen werden.

Es gibt unterschidliche Theorieansätze.Die bekanntesten Richtungen wurden in Erlangen und Konstanz entwickelt ( Bereitstellung einer vernünftigen Sprache). Eine weitere Reihe radikaler konstruktivistischer Ansätze beruhen auf Erkenntnissen der Systemtheorie, der Kognitions-und Entwicklungspsycholgie.

Dem radikalilen Konstruktivismus, von mir jetzt verkürzt RKO genannt, möchte die Subjekt-Objekt Dichotomie überwinden. Ziel all dieser Ansätze ist, den Wissenschaftsbegriff zu erweitern; d.h. nach der Devise: alles ist mit allem verbunden. Der RKO ist eher eine Theorie des Wissenserwerbs als eine Erkenntnistheorie, er will es auch nicht sein.

GRUNDANNAHMEN DES RKO

1.Es gibt keine ontologische Realität, dh. keine Realität und keine Ideen hinter den Dingen / " dem Ding an sich " von Kant ).Jedem Subjekt ist grundsätzlich nur die eigene Realität zugänglich. Darüber hinaus gibt es keine Möglichkeit etwas zu erkennen.

2.Stellt sich gegen jede Form der Abbildtheorie Um Realitätskonstruktion im RKO bewerten zu können, stellt von Glasersfeld einen eigenen Wahrheitsbegriff auf. Er spricht von VIABILITÄT. Eine Realitätskonstruktion ist dann viabel, wenn sie passt ( viabel ist ), d.h. wenn sie zum erfolgreichen Überleben einer Spezies oder eines Subjekts beiträgt.

3.Wissen kommt gemäß RKO nie von außen. Wissen beruht grundsätzlich auf eignen Erfahrungen, auf eigenen Konstruktionen.

Diese Annahmen haben erhebliche Auswirkungen auf alle Gebiete des Alltagsleben, in den Geisteswissenschaften aber auch auf die Forschungen z. B. im naturwissenschaftlichen Bereich.

Es geht nicht nur um schlichtes " konstruieren der Realität ".Es öffnet allen möglichen subjektiven Theorien Tür und Tor, denn Falsifikation und Verifikation sind im RKO verpönt.Gefördert wird dadurch Halbwissen, " falsches Wissen "( nicht gesichteres Wissen ), individuell bezogene Nichtigkeiten, Relativierung naturwissenschaftlicher Grundkenntnisse, um nur einige Beispiele zu nennen.

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Beide, Kontingenz und Transzendenz sind philosophische Begriffe, die auch in der Theologie verwendet werden.

1.Kontingenz

Abgelitet aus dem Spätlateinischen und bedeutet soviel wie die Möglichkeit. In der Philosphie speziell das Nicht-Notwendige und Nicht-Unmögliche. Beide Möglichkeiten, das Nicht-Notwendige und das Nicht-Unmögliche kann auch als das Zufällige bezeichnet werden. Das heißt, es kann etwas eintreten, muß es aber nicht.

Diue christliche Metaphysik vertritt kurz gesagt die These, dass das Dasein des Menschen, das der Mensch also vorhanden/existiert ist, kontingent( " zufällig " ist, d.h. nicht notwendig ist, das Dasein folgt nicht aus seinem Wesen, nicht aus dem innersten Kern des Menschen selbst, sondern aus dem Schöpfungsakt Gottes.

Weiters spielt dieser Begriff auch in der Existenzphilosophie J.P.Satre eine große Rolle.Nach ihm gibt es außerhalb der menschlichen Existenz keine Instanz mehr, die die menschliche Existenz rechtfertigen würde . D.h. der Mensch muß selbst die volle Verantwortung für sich übernehmen.

2.Transzendenz

Abgeleitet aus dem Spätlateinischen -transcendentia - ,wörtlich das Überschreiten.Gemeint ist , das was jenseits des Bereichs der sinnlichen Erfahrung und ihrer Gegenstände Liegende.D.h. Das Jenseitige, Übersinnliche, manchmmal synonym für Gott gebraucht.

Speziell in der Theologie und Phliosophie bezeichnet es einen sehr schwierigen Bereich logisch-ontologischer Natur. Bezieht seine Bedeutung zu einem Teil daraus, dass er seine Erfahrungen nicht aus der sinnlichen Erfahrungswelt bezieht, sondern aus dem " Übersinnlichen ", jenseits aller Erfahrung Liegendem. Dadurch ist dieser spezielle Teil des logisch-ontologischen Bereichs gegenüber der Erfahrungswelt transzendent.

Anderseits hat der andere spezielle Teil des logisch-ontologischen Bereichs für die Erfahrungswelt auch einen seinsstiftenden Bezug und dadurch immanent ist, weshalb die Erfahrungswwelt erkennbar oder erfahrbar wird.

Immanenz ist der Gegenbegriff zur Transzendenz.

Leider hastDu Dir sehr schwierige philosophische Schlüsselbegriffe ausgesucht, die man nicht so ohne weiteres einfach erklären kann.Und eindeutig schon gar nicht.

Das Denken verlangt Anstrengung, ist nicht immer einfach, kann aber manchmal recht erfrischend und heiter sein.

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Obwohl Du keine Schrift oder Text anbietest, die von S. Freud staamt, möchte ich versuchen ezwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Freuds Religionskritik versteckt sich in seiner Schrift " Das Unbehagen in der Kultur ". und " Die Zukunft einer Illusion " womit die christliche Religion gemeint war. Seine beiden Schriften bauen kurz gesagt auf der These auf, dass die Religion eine Methode ist, die Anwendung des Lustprinzips unmöglich zu machen.

" Energischer und gründlicher geht ein anderes Verfahren vor, das den einzigen Feind in der Realität erblickt, die die Quelle des Leids ist, mit der sich nicht leben läßt, mit der man alle Beziehungen abbrechen muß, wenn man irgendeinem Sinne glücklich sein will............ Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, dass eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glücksversicherung und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massernwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. ".

Und weiter. " Die Religion beeinträchtigt dieses Spiel der Auswahl und Anpassung, indem sie ihren Weg zum Glückserwerb und Leidensschutz allen in gleicher Weise aufdrängt. Ihre Technik besteht darin, den Wert des Lebens herabzudrücken und das Bild der realen Welt wahnhaft zu entstellen, was die Einschüchteung der Intelligenz zur Voraussetzung hat. Um diesen Preis, durch gewaltsame Fixierung eines psychischen Infantilismus und Einbeziehung in einem Massenwahn gelingt es der Religion, vielen Menschen die individuelle Neurose zu ersparen. Aber kaum mehr,....."

D.h. die Religion ist ein Massenwahn, keine Zwangsneurose, Mit Wahn meint S. Freud, eine dem Menschen unleidliche Seite der Welt wird durch eine Wunschbildung korrigiert und dieser Wahn wird in die Realität eintragen."

Mit Ödipuskomplex oder Ähnlichem hat die Religion bei S.Freud nichts zu tun. Das ist eine andere Baustelle.

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Eine dieser neumodischen Adjektive wie zum Beispiel auch postmodern.Allerdings ist die Postmoderne und postmodern ein fest eingeführter Begriff.

Bei postchristlich handelt sich um eine Neuschöpfung, vermutlich von irgendwelchen schlauen Sozialwissenschaftler,die völlig sinnlos ist. Denn ein Postchristentum gibt es nicht.

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Eins von vielen vollkommen falsch übersetzten und falsch interpretierten Zitaten in den letzten Jahrzehnten.

In Chinesisch " Zhi yu Dao " und wird von E.Weinrich mit " Richte Deinen Willen auf den Weg, auf das Dao, halte Dich an Tugend, stütze Dich auf Menschlichkeit, suche Muße in den Künsten ".

Mit Weg ist der des Himmels und des Menschen gemeint, d.h. himmlische Gesetze und menschliche Moral.

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Im Altgriechischen war Pharmakeia eine der vielen Nymphen,die, wie das Pharmakon, heilend und vergiftend wirken konnte; und zugleich ein allgemeiner Begriff für die Verwaltung eines Pharmakons. Ein Pharmakon war ein Mittel oder Substanz, der Begriff Droge war der damaligen Zeit unbekannt, das ambivalent war.

In der Koine, dem Griechisschen des Hellenismus, waren die Bedeutungen natürlich schon stark ausdifferfenziert. Pharmakeia bedeutet im Grunde Zauberei durch Beschwörung mittes eines Mittels oder Substanz, das Gutes oder Schlechtes bewirken konnte.

Es sind jeher giftige oder bewußtseinsverändernde Pilze oder Pflanzen gemeint. Gemeint sich auf keinen Fall Opiate, Amphetamine oder alle anderen Substanzen. Den Begriff kann man ja nicht auf eine Substanz beschränken, sondern bezieht sich auf einen Prozess, bestehend aus einem Menschen/Zauberer, Zauberformel / Beschwörungsformel, Mittel/Substanz, Zweck und Ziel dieses Rituals.

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Die Abspaltung von den Sunniten, die Ahmadiyya, wurde von Mirza-Ghulam Ahmed aus Kadia/Nordindien gestiftet. Stammte aus einer aristokratischen Familie, persischer Herkunft. Ihr Stifter betrachtet sich als der verheißende Mahdi der Schiiten, der wiedererschienene Christus und die in Aussicht gestellte Inkarnation Vishnus. Die Anhänger dieser Religionsgemeinschaft werden in Pakistan verfolgt.Starke Missionstätigkeit in den USA und Europa.

Möchte alle Religionen unter dem Banner des Islams vereinen.

Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, wie Apostasie und Dschihad bewertet werden.

Für die Sunniten ist Apostasie ein strafwürdiges Vergehen und im Dschihad kann auch zur Waffe geriffen werden.

Die Anhänger der Ahmadiyya berufen sich auch auf Koran, Hadithe, Sunna, aber die im Koran nur für die Moslems niederlegete Glaubensfreiheit soll auch auf die Anhänger anderer Religionsgemeinschaften ausgeweitet werden. D.h. ein Christ dürfte nach dieser Lehre auf keinen Fall zum Islam gezwungen werden, sondern seinen Glauben gleichberechtigt neben dem Moslem ausüben. So die offizielle Lehre. Der Dschihad soll nur mit der Tinte der Gelehrten, also nur friedlich, was aber auch die taqiyya miteinschließt eigenartigerweise, geführt werden. Warum es aber einen friedlich Dschihad geben soll, wenn alle große Religionen friedlich vereint werden,stellt für mich einen Rätsel dar und ist im Grunde widersprüchlich, zeigt aber anderseits den offensiven Charakter dieser Glaubensgemeinschaft.

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Diese Erzählung " Mutter, Vater und der Kleine " ist eine Geschichte über einen mißglückten Urlaub am Schwarzen Meer und ist im Erzählband " Niederungen" als 11.von 16 Erzählungen enthalten.

Das Kreuz ist hier als Markierungszeichen, eigentlich ein " X ", zu verstehen. Z.B. kreuzen Sie das und das an. Wird ohne christliche Symbolik eingesetzt.

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Im Gegensatz zu den Etruskern weiß man von und über die illyrischen Stämme sehr wenig. Einmal sind sie geschichtlich sehr früh unter den Einfluß des antiken Hellas geraten und später unter dem Einfluß Roms stark romanisiert wurden.

Bis dato hat man bis heute keine Hinweise auf eindeutig illyrische Gottheiten gefunden.Genauso geht es der Sprachwissenschaft, weil es nur sehr wenige Inschriften, haptsächlich in Süditalien, gibt.

Es gibt ein deutschsprachiges Buch von Hansjörg Fromm, " 4000 Jahre Illyrien -------".

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