Wie würdet ihr in eurer Beziehung mit einer solchen Situation (Text lesen!) umgehen?

Folgendes Szenario: euer Partner (ich schreibe der Einfachheit halber in männlicher Form, spreche aber beide Geschlechter an) hat einen sehr schweren Unfall und erleidet dabei schlimme Kopfverletzungen.

Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass der Unfall Schäden am Gehirn hinterlassen hat: euer Partner kann sich an keine vergangenen Ereignisse erinnern, anfangs auch nicht an euch oder die Beziehung. Er ist traumatisiert, kann zunächst kaum sprechen, wirkt verwirrt, hat unkontrollierbare Ängste und muss sehr viele alltägliche Dinge neu lernen.

Man sagt euch im Krankenhaus, dass sich der Zustand eures Partners mit sehr viel Pflege und Hingabe wieder bessern, er aber niemals wieder vollständig gesund werden wird. Sprich, seine Erinnerungen kommen nicht komplett zurück, er kann sich neue Dinge schlecht merken, spricht etwas langsam und gebrochen, er wird im Alltag etwas unbeholfen wirken und bei einigen Alltagsdingen Hilfe brauchen.

Wie würdet ihr mit so einer Situation umgehen? Würdet ihr die Beziehung weiterführen, da euer Partner ja trotz der Veränderungen nach wie vor der gleiche Mensch ist? Oder wären die Veränderungen und die Herausforderung zu viel für euch?

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26 Antworten
Ist der Mensch von Natur aus eher "gut", oder eher "schlecht"? Welcher chinesische Philosoph hatte recht?

Ich befasse mich zur Zeit gern mit chinesischer Philosophie. Im Konfuzianismus gab es unter Konfuzius' Schülern gewisse Uneinigkeit über die menschliche Natur.

Mengzi meinte, der Mensch tendiere in seinem Innersten eher zu Harmonie, Gerechtigkeit und Menschenliebe. Es sei der Kontakt mit der ihn umgebenden "harten" Welt und der Gesellschaft, durch den negative Eigenschaften wie Gier und Skrupellosigkeit entstünden. Dieser Prozess ließe sich aufhalten, indem man dem Menschen Ethik und Bildung vermittelt.

Xunzi war anderer Auffassung: er glaubte, der Mensch sei im Kern schlecht, egoistisch, dumm. Die positiven Eigenschaften seien von Natur aus deutlich schwächer ausgeprägt und würden aus sich selbst heraus nie die Oberhand gewinnen. Daher müsse man dem Menschen strenge Sittlichkeit und die Einhaltung von Traditionen vermitteln, damit er lernt, tugendhaft zu leben.

Wie seht ihr das? Welche dieser Meinungen würdet ihr eher teilen?

In der Umfrage biete ich bewusst nur diese beiden Optionen an. Wer eine alternative Ansicht dazu hat, kann ja trotzdem etwas schreiben.

China, Geschichte, Menschen, Diskussion, Asien, Psychologie, Altertum, Antike, böse, Ethik, Fernost, Gesellschaft, Meinung, Moral, Ostasien, Philosoph, Philosophie, konfuzius, Philosophie und Gesellschaft, Umfrage, gut
31 Antworten
Wie steht ihr zu Neuheidentum/Neopaganismus?

Wer bisher mit den Begriffen nichts anfangen kann: unter "Neopaganismus" oder "Neuheidentum" versteht man neureligiöse Bewegungen, die sich an vorchristlichen Religionen orientieren. Die meisten davon waren ethnische Volksreligionen.

Dabei handelt es sich um verschiedene Bewegungen, etwa Ásatrú (germanisches Heidentum), Kemetismus (altägyptischer Pantheon), Romuva (baltische Naturreligion) oder das Druidentum, ein Versuch, die alte Religion der Kelten wiederzubeleben. Auch Wicca, das vielleicht noch am ehesten bekannt ist, wird zum Neuheidentum gezählt.

Neopaganisten feiern heidnische Feste, begehen Rituale und versuchen dadurch, Spiritualität in ihr Leben zu bringen. Diese religiösen Bewegungen zeichnen sich durch ein (für Religionen nicht immer typisches) hohes Maß an Toleranz und eine starke Naturverbundenheit aus. Alle neopaganen Religionen sind polytheistisch oder pantheistisch ausgerichtet, einen Schöpfergott, Heilige Schriften oder strenge Glaubensvorschriften lehnen sie ab.

Wie ist eure Meinung zu diesen neureligiösen Strömungen? Findet ihr die Sache eher lächerlich, als dass man es ernst nehmen könnte? Oder meint ihr, dass dadurch die religiöse Welt eher bereichert werden kann? Gibt es vielleicht einen paganen Glauben, der euch besonders gut gefällt, oder seid ihr sogar selbst Anhänger einer solchen Religion?

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23 Antworten
Hat das Christentum zum Ende der Antike und ihres Erbes beigetragen?

Meine Frage orientiert sich an dem Buch Heiliger Zorn - wie die frühen Christen die Antike zerstörten von Catherine Nixey, von dem ich bereits einige Auszüge gelesen habe.

Die Autorin setzt sich in diesem Buch kritisch mit der häufig vertretenen Behauptung auseinander, die Christen hätten in ihren Klöstern das Erbe der Antike bewahrt und somit einen Beitrag zum Erhalt ihrer Kultur geleistet. Sie kommt (wie es der Titel des Buches bereits vorwegnimmt) zu dem Schluss, dass das genaue Gegenteil der Fall war:

Nixey schildert viele Fälle von religiös motiviertem Vandalismus, der Zerstörung heidnischer Statuen, Tempel und Heiligtümer, der Schikane, Misshandlung und Ermordung von Philosophen und der Verbrennung heidnischer bzw. "unchristlicher" Schriften. Sie zeichnet das Bild von religiösen Fanatikern, Kulturzerstörern und Mördern, die in ihrem Wahn alles auslöschten, was nicht ihrem Glaubensbild entsprach. Man fühlt sich stellenweise an die noch nicht sehr alten Fernsehbilder erinnert, die die Vernichtung heidnischer Tempel durch den IS zeigten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Film Agora - die Säulen des Himmels, in dem ein ähnliches Bild gezeichnet wird.

Wie seht ihr dieses Thema? Hat das Christentum den kulturellen Absturz durch das Ende der Antike maßgeblich mit zu verantworten? Oder war diese "Zeitenwende" durch ganz andere Faktoren quasi vorherbestimmt, und die Christen haben sogar eher als Kulturbewahrer gewirkt?

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An Atheisten/Antitheisten/Agnostiker/Religionskritiker: macht ihr Unterschiede zwischen den Religionen?

Diese Frage richtet sich hauptsächlich an Menschen, die Begriffen wie "Religion", "Gott", "Sünde" und Ähnlichen ablehnend oder sogar feindselig gegenüberstehen.

Beurteilt ihr manche Religionen positiver als andere? Oder macht ihr generell keine Unterschiede und seht jede Form von nichtwissenschaftlichem Glauben grundsätzlich und ohne Unterschiede als etwas Negatives an?

Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass manche Atheisten zum Beispiel den Buddhismus durchaus recht positiv beurteilen. Bei den wenigen, die Konfuzianismus und Taoismus kennen, werden auch diese philosophisch-religiösen Systeme manchmal mit einer gewissen Achtung behandelt.

Generell scheint sich Kritik insbesondere gegen die abrahamitischen Religionen zu richten, während fernöstliche Religionen tendenziell etwas besser wegkommen.

Sind das nur Einzelfälle, die mir zufällig aufgefallen sind, oder beurteilt auch ihr manche Religionen unterschiedlich?

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41 Antworten
Eure Meinung: was geschah wirklich im Jahr 1959 am Djatlow-Pass? Wer oder was ist Schuld am Tod von neun Wanderern?

Wer zum ersten mal von diesem Fall liest und interessiert ist, sollte sich als Einstieg den Wikipedia-Artikel zu Gemüte führen. Es handelt sich um einen realen Fall, nicht um eine urbane Legende oder Internet-Horrorgeschichte: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ungl%C3%BCck_am_Djatlow-Pass

Zusammenfassung: in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 1959 starben in der Sowjetunion die neun Mitglieder einer Ski-Gruppe unter bis heute nicht geklärten Umständen. Die Ermittlungen am Ort des Geschehens ergaben, dass die Wanderer in der Nacht ihr Zelt von innen aufgeschlitzt und teilweise fast unbekleidet verlassen hatten - mitten in den Bergen, im Februar, bei eisigen Temperaturen.

Die ersten Toten, die man fand, waren offensichtlich erfroren. Eine weitere Gruppe zeigte verstörende Spuren von Verletzungen: Rippenbrüche, Schädelfrakturen, fehlende Augen und eine rausgerissene (oder abgeschnittene/abgebissene) Zunge. Zudem wurden an der Kleidung von mindestens zwei Mitgliedern radioaktive Strahlungswerte gemessen. Es gibt bis heute keine allgemein anerkannte Erklärung, die alle diese rätselhaften Erkenntnisse lückenlos aufklärt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden natürlich unzählige Ideen verbreitet: sie reichen von einer Lawine (die allerdings keine Spuren hinterlassen hatte) über einen Angriff des "Yeti" (dessen Existenz nicht bewiesen ist) oder der Mansen, einem indigenen Bergvolk, das allerdings als sehr friedfertig gilt, bis hin zu diversen Verschwörungstheorien: ein vor einigen Jahren unter Pseudonym veröffentlichtes Buch behauptet, drei der Wanderer hätten Verbindungen zum sowjetischen Geheimdienst KGB gehabt. Ein Treffen mit US-Agenten sei schiefgelaufen, und die Gruppe wurde ermordet. Da sich diese Geschichte aber nicht nachprüfen lässt, bleibt auch sie nur eine Theorie unter vielen. Niemand kennt den Autor des Buches, der gemäß den sehr detaillierten Schilderungen im Buch ein "Insider" sein müsste.

Ich will den Text nicht völlig sprengen, daher belasse ich es erstmal dabei. Wer weiteres Informationsmaterial sucht: einfach "Djatlow Pass" oder "Dyatlov Pass" (englisch) in die Suchmaschine eingeben. Der Fall ist sehr populär und wird auch in Russland bis heute kontrovers diskutiert.

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War der amerikanische Kontinent den Seefahrern des Altertums bereits bekannt?

Wir wissen heute, dass es bereits vor Christoph Kolumbus einen europäischen Seefahrer gab, der den amerikanischen Kontinent besuchte: den Isländer Leif Eriksson. Seine Begleiter gründeten wahrscheinlich die erste europäische Kolonie auf dem amerikanischen Kontinent.

Hin und wieder wird aber auch über Völker des Altertums berichtet, die den amerikanischen Kontinent bereist haben sollen. Einige Kandidaten, die häufiger genannt werden, sind folgende:

  • Die Phönizier galten als die besten Seefahrer des Altertums. Schon zeitgenössische Autoren behaupteten, die Karthager (Bewohner der phönizischen Kolonie in Nordafrika) hätten Kenntnis von einer großen, fruchtbaren Landmasse weit im Westen. Auch wurden in Amerika hin und wieder merkwürdige Artefakte gefunden, wie zum Beispiel Münzen mit unbekannter Schrift, die man als semitischen Ursprungs betrachtete. 1873 wurde in Brasilien eine Tafel mit phönizischen Inschriften gefunden, die vom Schiffbruch von Seeleuten aus Sidon (im Libanon) berichtete. Ob die Tafel eine Fälschung war oder ob sie überhaupt jemals existierte, konnte nie geklärt werden: sie gilt heute als verschwunden. Es existieren nur Abschriften des angeblichen Textes.
  • Auch von römischen Entdeckungsfahrten über den Atlantik ist gelegentlich die Rede. So soll angeblich vor der Küste Brasiliens das Wrack einer römischen Galeere liegen - was der brasilianische Staat allerdings leugnet, um die geschriebene Geschichte einer Entdeckung durch die Portugiesen nicht zu gefährden. In Wisconsin wurde angeblich eine Öllampe gefunden, die römischen Ursprungs sein soll.
  • Man hat in Amerika Artefakte gefunden, die scheinbar auf Besucher aus dem Land der Pharaonen hindeuten: darunter eine kleine Statue, verziert mit ägyptischen Hieroglyphen, oder ein Talisman, der den Heiligen Ibis abbildet - das Symboltier des altägyptischen Gottes Thot. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl wies 1970 durch einen Selbstversuch nach, dass es den Alten Ägyptern technisch möglich war, mit Schiffen ihrer Bauart den Atlantik zu überqueren und den amerikanischen Kontinent zu erreichen.

Mir ist klar, dass die Frage in den pseudowissenschaftlichen Bereich geht. Es soll ja auch nur zum Nachdenken und Spekulieren anregen :)

Haltet ihr es für möglich, dass es schon in grauer Vorzeit transatlantische Kontakte oder zumindest verirrte Besucher in Amerika gab?

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Klima retten = Demokratie abschaffen?

In der letzten Woche habe ich zwei... Sehr außergewöhnliche Artikel gelesen. Es ging wieder einmal um die einzigen Themen, die aktuell überhaupt noch von Belang zu sein scheinen: Klimawandel, Fridays for Future, Weltuntergang. So weit nichts Besonderes. Nur fällt mir auf, dass der Ton allmählich radikaler wird.

Im ersten Artikel wurde behauptet, dass die Menschheit nur noch "18 Monate Zeit hat". Das ganze Schreiben war von äußerst düsterer, apokalyptischer Weltuntergangsrhetorik und tiefer Verachtung für all jene, die noch nicht in Panik verfallen sind, durchsetzt. Der Autor gab letztlich zu verstehen, dass er nur eine einzige Lösung für den Klimawandel sieht: einen bewussten zivilisatorischen Rückschritt. De-Industrialisierung, Verbot von Flugreisen, Verbot von individuellem Autoverkehr, Verbot von Plastik. Quasi einen Sprung in die Zeit um Achtzehnhundert-x nach Christus.

Der nächste Artikel reiht sich direkt in den Tenor ein, auch wenn der Autor die Ansichten nicht teilt, sondern objektiv wiedergibt. Er warnt darin vor extremistischen Elementen in der Klimabewegung, die sich auch gegen die parlamentarische Demokratie richten. Die Aussage der "Demonstranten" lautet in etwa so: die gegenwärtige Gesellschaftsordnung sei zu lahm, entsprechend zu handeln. Deshalb müsse das aktuelle demokratische System gestürzt und durch eine "wohlwollende Öko-Diktatur" ersetzt werden, in der Wissenschaftler und Klimaforscher die politische Macht ausüben.

Ich bin kein Klima-Experte. Genauso wenig, wie wohl rund 95% der Menschen. Aber wenn jetzt schon zu einem "Systemwechsel" oder gar einer "Revolution" aufgerufen wird, finde ich das mehr als besorgniserregend. Die ganze Sache entwickelt sich meiner Meinung nach in eine sehr dunkle Richtung.

Frage an euch: teilt ihr solche Ansichten? Glaubt ihr, dass es eine "grüne Revolution" geben muss, die Kapitalismus und Demokratie beseitigt und durch ein völlig neues, komplett unerprobtes Modell ersetzt?

Welche Lösungen haltet ihr für die Klimaproblematik (die ich keinesfalls leugne!) für angebracht?

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Sollte die AfD Regierungsverantwortung übernehmen?

Ich will die Frage näher erläutern, um Missverständnissen vorzubeugen:

Die bisherige Strategie der älteren Parteien im Umgang mit der AfD besagt, dass man niemals und unter keinen Umständen in irgendeiner Form mit ihr kooperiert, geschweige denn koaliert.

Nun muss man sich aber vielleicht allmählich die Frage stellen, wie erfolgreich diese "Strategie" ist. Die AfD wird insbesondere in den Ost-Bundesländern immer stärker, und auch im Westen bzw. im Bund greift sie wertvolle Prozentpunkte ab, die den anderen Parteien zur Regierungsbildung fehlen. In Thüringen wird sie, den aktuellen Prognosen zufolge, zweitstärkste Kraft hinter der Linken. Egal, wie hart man die AfD angeht, egal, wie oft man sie als rechtspopulistisch beschimpft - ihre Wähler lassen sich davon nicht abschrecken.

Das führt mich zu einem radikalen Gedankenexperiment: sollte man vielleicht einmal einen völlig neuen Ansatz probieren, und z.B. im Westen mit einem gemäßigten AfD-Landesverband koalieren? Dann müsste die AfD erstmals zeigen, ob sie mehr draufhat, als nur Kritik zu üben. Und die Wählerinnen und Wähler könnten die Partei erstmals an ihren Taten, statt an ihren Worten messen.

Ich bin selbst nicht sicher, ob es eine gute Idee ist. Aber es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass ein großer Teil der Deutschen der AfD seine Stimme gibt, und dass durchaus die Chance besteht, dass sie sich dauerhaft im deutschen Parteienspektrum etabliert. Früher oder später muss man sich überlegen, welche Schlüsse man daraus ziehen will.

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