Meine homophoben Eltern wollen meine Homosexualität unter den Teppich kehren?

Ich (m,22) hab mich vor zwei Jahren bei meinen sehr homophoben, christlichen Ausländereltern (in ihrer Heimat werden Schwule ins Gefängnis gesteckt) geoutet und sie haben sich angestellt als wäre die Hölle losgebrochen, ich hätte Krebs im Endstadium und wäre so abartig wie ein Pädophiler.

Sie haben mich nicht verstoßen, aber klar gemacht, dass sie es nur über ihre Leiche tolerieren und glauben, dass meine Homosexualität meine Entscheidung wäre von der Gott mich bekehren könnte.

Sie verhalten sich als würden sie auf der Stelle verbrennen, wenn sie das Wort "schwul" in den Mund nehmen, also haben sie das Thema zwanghaft verscharrt und tun so als wäre ich nicht schwul.

Das geht seit zwei Jahren so und sie haben sich keinen Milimeter gebessert.

  • Werden sie je zur Vernunft kommen?
  • Was soll erst geschehen, wenn ich in ein paar Jahren einen Mann heirate und eine Familie mit Kindern gründe?
  • Soll ich dann meine zwei Familien trennen und in Anwesenheit meiner Eltern so tun als hätte ich zu Hause keinen Ehemann und Kinder?
  • Soll ich einfach weiter so tun als würde das Thema nicht im Raum stehen oder irgendwas machen?
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Wünsche mir insgeheim ich wäre weiß/hellhäutig und nicht schwarz?

Bin gemischter Herkunft nahöstlich/nordafrikanisch/afrikanischer Abstammung, quasi ein "Mulatto", aber bisher hat mir das in meinem Leben nur Kummer bereitet. In der Schule wurde ich deshalb aufs Übelste beschimpft und hatte gar keine Freunde. Ein paar Mal wurde ich in der Öffentlichkeit auch schon von Nazis belästigt.

Immer wenn ich irgendwo hingehe bin ich mir zu allen Zeiten bewusst, dass ich anders aussehe als alle anderen um mich herum und habe Angst, was die Leute von mir denken, ob sie mich als Bedrohung wahrnehmen oder sonst irgendwelche negativen Vorurteile haben. Deshalb fühle ich mich ständig als Fremder in meiner eigenen Heimat, da ich niemals wirklich einheimischer Deutscher sein werde.

Außerdem bringt mir das auch in der Partnersuche nur Nachteile, da in unserer eurozentrischen Gesellschaft grundsätzlich das europäische Schönheitsideal bevorzugt wird, also macht mich meine Herkunft schon mal automatisch unattraktiver in den Augen der meisten. Ich hasse mein krauses, hartes Haar, das sich wie Stahlwolle anfühlt, meine braune Haut, meine großen Lippen. Ich hätte lieber elegante weiße Haut, schönes weiches Haar und helle farbige Augen.

Dazu kommt, dass ich auf gar nichts stolz sein kann, während Weiße eine reiche Geschichte haben, den ganzen Planeten dominieren und die fortschrittlichsten Gesellschaften aufgebaut haben, assoziiert man Afrikaner nur mit Lehmhütten, Flüchtlingen und Armut.

Mein Leben wäre in jeder Hinsicht einfacher, wenn ich einfach weiß wäre oder wenn in unserer Welt absolute Gleichheit herrschen würde, aber das werde ich nie ändern können, ich fühl mich als wäre ich verflucht :( Was soll ich denn da machen?

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