Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie - Branche wehrt sich vehement - eure Meinung?

In der Corona-Kriese wurden Fleischbetriebe zu besonderen Corona-Hotspots. In diesem Rahmen sind große Missstände nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Arbeiter zu Tage getreten.

Um dem entgegen zu treten hat das Kabinett heute ein Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie ab dem 01.01.2021 beschlossen. Schlachtung und Verarbeitung von Fleisch sollen nur noch von Festangestellten Mitarbeitern des Betriebs vorgenommen werden dürfen. Bußgelder werden von max. 15.000 Euro auf maximal 30.000 Euro erhöht. Die Betriebe sollen häufiger kontrolliert werden.

Die Branche läuft dagegen Sturm. Frau Heike Harstick, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der Fleischwirtschaft und Herr Clemens Tönnies, Hauptanteilseigner von Deutschlands größten Fleischkonzern (Tönnies Holding) sind prominente Branchenvertreter die sich vehement dagegen aussprechen. Als Argumente werden angeführt, dass man in Deutschland für viele manuelle Tätigkeiten in Fleischbetrieben niemanden mehr findet der bereit ist, diese Arbeiten zu erledigen, und die Fleischproduktion ins Ausland abwandern würde, was negative strukturelle Veränderungen der deutschen Agrarwirtschaft bewirken können soll.

Was ist eure Meinung? Sind die energischen Einwände der Fleischbranche gegen ein Verbot von Werkverträgen gerechtfertigt? Was meint ihr dazu?

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Corona-Ausbreitung in Schlachtbetrieben besonders stark - wie sicher sind die Fleischerzeugnisse?

In Schlachtbetrieben verbreitet sich das Corona-Virus offensichtlich besonders heftig. Wie sicher sind die Fleischerzeugnisse aus deutschen Schlachtbetrieben? Spielen Schlachtbetriebe bei der Verbreitung des Virus eine besondere Rolle? Wassagt das über die Hygiene in Großschlachtereien aus?

"Im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld verbreitet sich das Coronavirus innerhalb der Belegschaft eines großen Schlachtbetriebs. Das verhagelt der Region die Statistik: Coesfeld überschreitet den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert für Neuinfektionen."

https://www.n-tv.de/panorama/Kreis-in-NRW-durchbricht-Corona-Obergrenze-article21767511.html

"In einem Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg kommts zu einem Coronavirus-Ausbruch. Das örtliche Gesundheitsamt spricht von einem "großen Geschehen". Die rumänische Regierung liefert Zahlen: Rund 200 Landsleute seien positiv auf das Virus getestet worden, dazu etwa 100 weitere Angestellte des Betriebs."

https://www.n-tv.de/panorama/Heftiger-Corona-Ausbruch-in-Schlachthof-article21746955.html

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Ist der tägliche Überlebenskampf der Jäger und Sammler in der Steinzeit nur ein Klischee?

Lange Zeit war die Sicht verbreitet, das Leben in der Mittelsteinzeit sei besonders hart gewesen. Ein täglicher Kampf ums überleben bei dem man am Morgen noch nicht wusste, ob man am Abend etwas im Magen haben wird.

Nun gibt es im Amazonasgebiet noch Menschen die Jäger und Sammlergesellschaften leben, so wie die Menschen in Europa in der Mittelsteinzeit. Über so einen Stamm habe ich vor eine Weile eine Doku gesehen. Die Leute verbringen etwa vier bis fünf Stunden am Tag damit, Nahrung zu beschaffen und sonstige Dinge des täglichen Gebrauchs zu erledigen. Den Rest des Tages haben sie Freizeit. Sie spielen viel, oder hängen einfach nur rum.

Ist nicht davon auszugehen, dass das bei den europäischen Jäger und Sammlerkulturen vergleichbar war? Ist der viel zitierte tägliche Überlebenskampf nur ein Klischee?

Sicher ist die medizinische Versorgung sehr viel schlechter, und die Lebenserwartung entsprechend niedriger. Auch kommt zu Unfällen mit wilden Tieren oder gewalttätigen Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen. Aber was die Versorgungslage angeht, kann man kaum von einem Überlebenskampf sprechen. Diese Menschen haben weit mehr Freizeit als wir.

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