Wo liegt der Unterschied zwischen Export-Bier und Pils?

5 Antworten

Unter einem Pils/Pilsner/Pilsener versteht man ein helles, untergäriges, stark gehopftes Vollbier, dessen Alkohol- und Stammwürzegehalt innerhalb der Klasse der Vollbiere eher am unteren Ende der Skala liegt. Also ein eher leichtes, "schlankes" Hellbier, beim dem geschmacklich der Hopfen über das Malz dominiert. Unter einem Exportbier versteht man ein Vollbier, dessen Alkohol- und Stammwürzegahlt innerhalb der Klasse der Vollbiere eher am oberen Ende der Skala liegt. Es gibt helle Exportbiere (Dortmunder und heller Münchner Typ), dunkle Exportbiere (dunkler Münchner Typ), Export-Weizenbiere (etwas stärker als gewöhnliches Weizen, aber noch kein Weizenstarkbier). In Großbritannien und Australien gibt es außerdem Export-Ale. Historisch gab es noch weitere Typen von Exportbier, z.B. "Wiener Export" (heute zumeist "Märzen", "Oktober(fest)bier" oder "Festbier" genannt), "Culmbacher Export" (tiefdunkel, Richtung Schwarzbier), "Pils-Export/Pilsner-Export" (stärker gehopftes Exportbier). Auch einige normalstarke Pilsner Biere wie "Beck's" und "Radeberger" führten früher die Bezeichnung "Export" auf dem Etikett, da sie vorwiegend für den Export gebraut wurden. Es handelte sich also um Export-Biere im Sinne von "Ausfuhrbier", nicht jedoch im Sinne der Brauart.
Mit einem Pils verwechseln kann man eigentlich nur helle Exportbiere (Dortmunder und heller Münchner Typ). Der Unterschied zu Pils liegt hier im etwas höheren Alkohol- und Stammwürzegehalt bei gleichzeitig milderer Hopfung. Man erhält also ein süffigeres, vollmundigeres Bier. Warum heißt es Export-Bier? Für den Export mußten Biere früher etwas stärker eingebraut werden, damit sie sich länger hielten und den Transport besser überstanden(mehr Alkohol = längere Haltbarkeit und größere "Stabilität"). Darüberhinaus sparte man Platz und Material, indem man am Bestimmungsort das Bier wieder mit Wasser verdünnte. Davon kam man jedoch bald ab, da man den vollere Geschmack bald zu schätzen begann. Warum mildere Hopfung des Dortmunder und Münchner Biertyps, bzw. stärkere Hopfung des Pilsner Typs? Der Einsatz von Hopfen ist von der Beschaffenheit des Brauwassers abhängig. Je kalkhaltiger ("härter") das Wasser, desto vorsichtiger muß man den Hopfen einsetzen, da sonst ein gallig-kratziger Geschmack entsteht. Dortmund hatte historisch ein relativ kalkhaltiges Brauwasser; in München war das Wasser sogar sehr kalkhaltig, daher ist Münchner noch milder gehopft als Dortmunder. In Pilsen wiederum hatte man ein sehr kalkarmes ("weiches") Brauwasser und konnte daher mehr Hopfen einsetzen. So haben sich die Bierstile historisch unterschiedlich entwickelt.

Pils ist ein schlankes Bier (d.h. relativ niedrige Stammwürze (11-12%) und damit relativ niedriger Alkoholgehalt) mit einem deutlichen Hopfenaroma und starker Hopfenbittere (Hopfengehalt: ca.30- 50 mg/l Iso- Alphasäure (=für den bitteren Geschmack verantwortlicher Stoff))

Export hingegen ist etwas vollmundiger und wird etwas stärker eingebraut (ca. 12-13% Stammwürze). Dafür wird es weniger stark gehopft (Gehalt: 18- 30 mg/l Iso- Alphasäure)

Für Pils wird normalerweise etwas helleres Malz verwendet als für Export.

ACHTUNG: Die Grenzen zwischen Pils und Export sind etwas fließen, die eine Brauerei verkauft z.B. ein Pils, das eine andere Brauerei als Export verkaufen würde.

Export-Bier ist ein untergäriges Vollbier mit einer Stammwürze von 12–14 % und einem Alkoholgehalt von meistens etwas über 5 %. Es kann hell oder dunkel sein. Pils ist ein untergäriges Lagerbier mit starkem Hopfenaroma und höchstens 12,5 Prozent Stammwürzegehalt.

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