Wieso gehen Laternen aus wenn man dagegen tritt?

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Die Leuchtmittel vieler Straßenlampen vertragen keine häufigen Erschütterungen. Aus diesem Grund ist in vielen Laternenmasten eine Sturmsicherung in Form eines mit Quecksilber gefüllten Röhrchens. Wenn das Quecksilber in diesem Röhrchen zu stark schwankt, weil zum Beispiel der Laternenmast durch den Wind bewegt wird, so wird entweder ein Selbsthalterelais oder ein Zeitrelais ausgelöst, wodurch die Lampe erlischt. Im ersteren Fall erfolgt der Neustart erst in der nächsten Nacht, im anderen Fall nach der abgelaufenen Verzögerungszeit. Es ist bei vielen Laternentypen auch möglich, die Sturmsicherung durch einen gezielten Tritt zu betätigen

das sind zwar moderne Lampen und doch können sie noch nicht Multitasking. Das heißt, sie können entweder leuchten oder morsen. Beim Morsen wird der von Samuel Morse erfundene Code benutzt, um bestimmte Meldungen an andere zu übertragen. In diesem Falle wird die Mitteilung "werde von Vandalen heimgesucht" entweder an die Stadtwerke, das Ordnungsamt oder aber auch an die Polizei weitergegeben. Gleichzeitig werden Bildaufnahmen in den Quecksilber-Dämpfen als Hologramm gespeichert. Da das aber nur bei etwa Zimmertemperatur erfolgen kann, werden die Lampen für die Zeit der Datenübertragung ausgeschaltet.

Zitat aus http://www.zeit.de/2006/13/Stimmts:

»Jawohl, dieses Phänomen kennen unsere Spezialisten«, erklärt Markus Rademacher von der Firma Osram. Bei der Straßenbeleuchtung kommen vor allem so genannte Quecksilberdampflampen und Natriumdampflampen zum Einsatz. Die leuchten, ähnlich wie eine Neonröhre, nicht dadurch, dass ein Glühfaden erhitzt wird, sondern durch einen Lichtbogen, der in einer entsprechenden Gasatmosphäre zwischen zwei Elektroden entsteht. Und der offenbar so empfindlich ist, dass er regelrecht abreißen kann, wenn die Laterne durch einen kräftigen Tritt erschüttert wird. Dann wird’s duster, obwohl die Lampe weiterhin mit Strom versorgt wird. Der Lichtbogen muss neu aufgebaut werden. »Das kann allerdings erst dann wieder geschehen, wenn die Lampe abgekühlt ist«, sagt Rademacher.

Und hier versch. Lampentypen: http://www.elektronikinfo.de/strom/gasentladungslampen.htm "Natriumdampf-Niederdrucklampen sind wie die meisten Metalldampf-Niederdrucklampen mit unbeheizten Elektroden ausgestattet. Dadurch, daß keine Heizwendel durchbrennen kann, ist ihre Lebensdauer nur durch den unvermeidlichen Materialabtrag an den Elektroden bedingt, der allerdings sehr gering ist. Dadurch ist die Lebensdauer dieser Röhren sehr hoch. Auf der anderen Seite muß man einen höheren Aufwand betreiben, um die Röhren zu zünden, denn der Spannungsbedarf ist trotz Verwendung eines Zündgases hoch."

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Und hier die Erklärung für die "Totzeit" beim Abkühlen: http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumdampflampe "Zum Zünden wird eine Spannung von bis zu 5 kV benötigt. Nach dem Zünden leuchten die Natrium-Hochdrucklampen zunächst nur schwach. Nach vier Minuten ist genug Natrium in der Gasphase und die volle Helligkeit wird erreicht. Nach dem Ausschalten müssen die Lampen auskühlen bis der Innendruck abgesunken ist, damit sie sich mit Standard-Zündgeräten wieder einschalten lassen. Sofortzündgeräte oder Heißzündgeräte sind jedoch in der Lage, Natrium-Hochdrucklampen zu zünden, die gerade ausgeschaltet wurden. Das Heißzündgerät hat Zündspannungen von über 30 kV, die auch die Entladungsstrecke einer heißen Natriumdampf-Hochdrucklampe ionisieren. Dieses Verfahren ist nur bei zweiseitig gesockelten Lampen möglich."

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