Wie Wahrnehmungsfehler vermeiden?

2 Antworten

übersehen wäre ein wahrnehmungsfehler- man kann durch training der visuellen exploration übersehen therapieren, allerdings in abhängigkeit von der verursachung und man darf keine 100%ige korrektur erwarten.

übersehen spielt beim lesen eine rolle (wenn man wortanfang oder -ende nicht findet)- hier gibt es spezielle lesetrainings z.b. READ, damit sich die blickbewegungen (sakkaden) beim lesen verändern.

bei meiner antwort geht es nicht um optik, sondern um aufmerksamkeit.

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@Schokolinda

um auf deinen kommentar an eine andere person zu antworten:

teilweise muss man den wahrnehmungeffekt kennen, um mit ihm umgehen zu können.

oftmals wird der wahrnehmungseffekt erst mal entstehen und dann auf der nächsten kognitiven ebene sozusagen aufgehoben werden müssen  z.b. stereotype, die durch wahrnehmung vom stereotyp abweichendem bearbeitet und vielleicht auch irgendwann aufgelöst werden.

es gibt aber auch wahrnehmungseffekte, deren bildung man verhindern kann. so gibt es eine studie der uni giessen zur entstehung des cross-race-effekts, die zeigte, dass im säuglingsalter schon wenig kontakt mit einer ethnie reicht, damit dieser effekt nicht entsteht.

weiteres beispiel wäre primacy-effekt- quasi "der erste eindruck zählt"- das kann man auch beim lernen einer wortliste beobachten - dort werden besonders häufig die ersten bzw. auch die letzten wörter genannt (recency effekt). man kann das dadurch auflösen, indem man merktechniken anwendet und sich die worte nach oberbegriffen gruppiert einprägt.

du hast verschiedene effekte genannt- suche konkrete beispiele für jeden effekt. dann wird dein text nennenswert länger.

wie die Fehler vermieden werden können: objektive Betrachtung, den zweiten Eindruck abwarten, keine Vorurteile haben, nicht von sich auf
andere schließen, sich nicht von anderen Eigenschaften blenden lassen und nicht auf Äußerlichkeiten, das soziale Umfeld oder die Rolle der Person achten.

das mag alles wahr sein, aber wie soll das konkret passieren? das könnte man sich überlegen und darstellen.

wichtig wäre auch noch: man muss sich selber kennen. keine vorurteile haben geht eigentlich nicht- aber wenn man weiß, was man denkt, kann man vorurteile erkennen und sie ggf. revidieren. also statt "keine vorurteile haben" sollte man besser aufschreiben, was man zu wissen glaubt und dann systematisch prüfen, ob man dies alles wiederfindet, und ob mit dem, was man weiß, das bild schon vollständig ist oder nicht.

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@Schokolinda

PS:

Ist mein erstes Jahr Psychologie und bin mehr naturwissenschaftlich
angehaucht, deshalb erklär ich meist sachlich und nicht mit genauen
Beispielen

psychologie ist eine naturwissenschaft, da sie naturwissenschaftliche methoden verwendet. ein beispiel zu geben ist nicht unsachlich, vielmehr ist es sachlich, konkret zu werden, wie es in einem beispiel der fall sein muss.

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Zuerst müsstest Du Dich mal informieren, welches DIE Wahrnehmungsfehler sind, von denen man in der Psychologie spricht.

Wenn Du die hast und dann noch unklar bist, schreib nen Kommentar. Ich will Dir nämlich nicht die ganze Arbeit machen. :-)))))

P.S.: Hat nichts (fast nichts) mit der optik zu tun

Die Wahrnehmungsfehler, die wir durchgenommen haben wären: Ähnlichkeitsfehler, der Primacy- und der Halo-Effekt, der Kontrastfehler, logische Fehler, Stereotype, logische Fehler,und Fehler durch die Rolle und des sozialen Zusammenhangs der Person. 
Jedoch finde ich, sind es immer die gleichen Dinge, wie die Fehler vermieden werden können: objektive Betrachtung, den zweiten Eindruck abwarten, keine Vorurteile haben, nicht von sich auf andere schließen, sich nicht von anderen Eigenschaften blenden lassen und nicht auf Äußerlichkeiten, das soziale Umfeld oder die Rolle der Person achten.
Dies finde ich aber recht wenig, weil ich weiß dass unser Lehrer viel Text erwartet (nach dem Motto "Quantität statt Qualität").
Zudem fällt mir schwer genaue Beispiele zu finden. Ist mein erstes Jahr Psychologie und bin mehr naturwissenschaftlich angehaucht, deshalb erklär ich meist sachlich und nicht mit genauen Beispielen :D

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@LxMxB

Viele dieser Wahrnehmungsfehler sind unvermeidbar, eben weil
sie automatisch passieren. Gleiches passiert bei den bekannten optischen Täuschungen; Du weisst, dass es eine Täuschung ist und siehst trotzdem nicht "richtig".

Leider führen diese Wahrnehmungsfehler im zwischenmenschlichen Bereich häufig zu Missverständnissen und
Fehlbeurteilungen. Wenn wir sie uns jedoch bewusst machen, sind wir in der glücklichen Position, unsere eigene Wahrnehmung/ Sichtweise zu überprüfen und gegebenenfalls unsere Reaktion/ Beurteilung zu verändern.

Wahrscheinlich ist die Unvermeidbarkeit der Kern dessen, was Dein Lehrer erwartet.

Was idR passiert ist:

1. Wahrnehmungsfehler

2. kognitive Überprüfung der adhoc-Wahrnehmung (mit dem Wissen um die Wahrnehmungsfehler)

3. Loslassen der adhoc-Beurteilung

4. erneute Wahrnehmung

.... und dann geht es von vorne los, da Du auch bei der erneuten Betrachtung vor Wahrnehmungsfehlern nicht sicher bist. :-)

Elementar wichtig ist, dass Du Dir der Existenz der Wahrnehmungsfehler bewusst bist. Erst dann wird möglich, dass Du reflektieren und erneut bewerten kannst. Dieses permanente Überprüfen erscheint erstmal recht anstrengend, lohnt sich aber immer.

Anfänglich könnte man es sich zur täglichen Pflicht machen, abends im Bett bewusst den vergangenen Tag zu betrachten und den Wahrnehmungsfehlern auf die Schliche zu kommen. Mit der Zeit verbessert sich die Fähigkeit zur Reflektion und auch die Zeitspanne, innerhalb derer Du diesen kognitiven Prozess durcharbeitest, wird immer kürzer. Meisterschaft hat erreicht, wer sich im Augenblick des Wahrnehmungsfehlers schon "erwischt" und die adhoc-Beurteilung gar nicht erst als Meinung etabliert. Das ist ein Training, das wahrscheinlich niemals endet. Ich trainiere mich seit ca. 15 Jahren darin und bin garantiert nicht wahrnehmungsfehlerfrei. :-)

Darüber hinaus findest Du auch in einer Antwort einer anderen Person auf Deinen Kommentar auf die Antwort einer ganz anderen Person einige gute Ansätze.

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