Wie schreibe ich eine ERÖRTERUNG in Pädagogik?

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2 Antworten

Bei der Erörterung einer problematischen Aussage sind stets bestimmte Prozeduren gefordert:

Zunächst sollte die Aussage auf ihren Inhalt analysiert werden. Ist der Inhalt klar und in sich widerspruchsfrei? Sind die verwendeten Begriffe selbst noch diskussions- und erklärungsbedürftig? Entstammt die Aussage einem bestimmten systematischen Kontext (z.B. der Montessori-Pädagogik)? Ist die Aussage komplex oder eher schlicht? 

Dann sollte kurz darauf eingegangen werden, wo die Aussage einzuordnen ist. Gibt es für die Aussage einen angegebenen Autor? Ist die Aussage aus einer wissenschaftlichen Abhandlung unserer Zeit, oder entstammt sie einer Abhandlung, die historisch weit zurück liegt. Entstammt die Aussage einer programmatischen Gesamtschrift oder wurde sie isoliert formuliert? Ist die Aussage bewusst provokant formuliert, oder ist sie eher neutral?

Bietet die Aussage eine Alternative an, oder stellt sie lediglich eine Behauptung auf (wie in dem vorliegenden Fall)?

Wenn man sich zu diesen Punkten geäußert hat, wird man bevorzugt mit einer Pro und Kontra - Gegenüberstellung relativ gute Ergebnisse bekommen. Sind mehr als diese beiden Positionen möglich, dann muss man entsprechend erweitern.

Für Dein Beispiel würde ich den Terminus "Fehler" auf jeden Fall problematisieren. "Fehler" ist ein sehr vager Ausdruck, der zudem stark von der Perspektive abhängig ist. So kann eine Handlung z.B. ein Fehler sein, wenn eine bestimmte moralische Norm nicht erfüllt wurde. Sie kann auch ein Fehler sein, wenn der Betreffende mit der Ausführung gescheitert ist. Sie kann aber auch bereits als Fehler angesehen werden, wenn derjenige, der eine Weisung erteilt hat, diese nicht in seinem Sinne ausgeführt sieht. Für den Beauftragten kann es dagegen von erheblichem Vorteil gewesen sein. 

Auch beim Akzeptieren würde ich etwas verweilen. Akzeptieren kann sich z.B. auf die momentane Situation beziehen, die vielleicht kein verbales Durcharbeiten möglich erscheinen lässt, was aber nicht bedeutet, dass das in Rede stehende Verhalten dauerhaft gut geheißen wird. Auf lange Sicht wird dann aber eine Bemühung erfolgen, die das nicht akzeptierte Verhalten in seiner ganzen Fragwürdigkeit durchdiskutiert.

Wenn ich abschließend noch einige Aspekte zum Thema selbst angeben sollte, würde ich meinen, dass echtes Fehlverhalten, das auf lange Sicht zur Schädigung des handelnden Kindes/Jugendlichen führt, immer problematisiert werden sollte. Man sollte die Folgen aufzeigen und hierbei nicht übertreiben aber auch nicht beschönigen. Es könnten noch Beispiele aus der eigenen Biographie beigesteuert werden. Bei Kleinkindern muss man aber auf das Entwicklungsalter des Kindes achten, da bestimmte Verhaltensweisen noch nicht diskutiert werden können. Hier kann man häufiger mit dem Prinzip arbeiten: "Wohlverhalten belohnen und Fehlverhalten ignorieren".

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kinder brauchen grenzen sonst werden sie grenzenlos sein?

dann werden sie überall anecken?

aber statt mit dem erhobenen zeigefinger wäre vorleben viel besser?

oder wenn sie alt genug sind ein gespräch im sinne z.b. familienkonfernz?

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