Welches Buch von Hermann Hesse ist eurer Meinung nach das beste?

Das Ergebnis basiert auf 24 Abstimmungen

Unterm Rad 21%
Der Steppenwolf 21%
Ich hab noch kein Buch von Hesse gelesen 21%
Siddharta 13%
Demian 13%
Das Glasperlenspiel 8%
Narziß und Goldmund 4%

19 Antworten

Unterm Rad

Ich habe "Unterm Rad", "Siddharta", "Der Steppenwolf" und "Demian" gelesen. Nicht gelesen habe ich "Das Glasperlenspiel", das aber nach Hörensagen das beste Buch von Hesse sein soll. "Narziß und Goldmund" habe ich durchgeblättert. "Unterm Rad" gefällt mir heute am besten, weil es wahr zu sein scheint, dass man aus vorgegebenen Rollen kaum ausbrechen kann ohne existenziell zu scheitern - wie die Hauptfigur im Buch, die ihr Leben völlig umgestaltet und damit nicht zum erhofften anderen Leben gelangt.

Der Steppenwolf

Hesse ist mit Sicherheit der beste deutsche Autor des 20. Jhdts. Sein Werk basiert auf derartig epochaler Denkarbeit, dass man dafür kaum ein maßstabgetreues Superlativ finden kann. Ich habe nicht nur seine großen Romane gelesen, sondern auch mit fanatischer Begeisterung seine vielen blumig schönen Erzählungen verschlungen.

Mein Lieblingsroman ist "der Steppenwolf", da er mich vor allem inhaltlich besonders anspricht. - Ein wahres Meisterwerk in Denkarbeit und Dichtkunst!

Außerdem war ich äußerst beeindruckt vom "Carmenzind" und vom "Kurgast", der meiner Meinung nach sein persönlichstes Büchlein darstellt.

Unterm Rad

Habe das Glasperlenspiel nun nach langer Zeit noch einmal gelesen. Nachdem ich das beim ersten Mal alles ziemlich ernst genommen habe und mich zugegebenermassen auch mit der Hauptperson des Romans ein wenig identifizierten wollte, war ich nunmehr eher belustigt bis teilweise erschrocken über die Ideen welche in diesem Buch verarbeitet wurden. Belustigt über die Idee der wissenschaftlichen Universalsprache welche ja das Spiel darstellen soll, sowie über die assoziativ-orginellen Spielereien damit in eigens dafür errichteten Waldzeller Spielhallen. Erschrocken über die in einem streng hierarchischen, zölibateren, abgeschotteten weltlichen Orden herangezüchteten Eliteschülern, als deren Krönung ein gewisser Übermensch in Form eines Spielmeisters (Magister Ludi) gilt, eine Art wissenschaftlicher Papst, der sich in Bescheidenheit zu üben hat. Um das ganze noch abzurunden, dürfen in dem Orden auch ausnahmsweise nur Söhne von sehr wohlhabenden und einflussreichen Familien als Schüler von ausserhalb studieren. Dieses ganze mega-elitäre Konstrukt ist für mich heutzutage schon mal ziemlich abschreckend. Lustig ist vor allem, dass es von einem Schulversager ausgedacht wurde und dass unser wissenschaftlicher Papst (Magister Ludi) es dann auch noch gegen Ende des Romans wagt, zurückzutreten. Hatte nun Hesse eine Vorahnung oder hat Papst Benedikt XVI. sich gar vom Glasperlenspiel beeinflussen lassen. Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus und wer weiss was sonst noch alles passiert.

Ich frage mich nur, was sich der Hesse wohl bei der Nobelpreisverleihung für dieses Machwerk so innerlich gedacht hat. Naja, immerhin hat er ja 11 Jahre daran gebastelt. Jedenfalls sehe ich persönlich das Ding heute eher distanziert bis ablehnend; Stufen eben.

Schade, dass Klein und Wagner nicht dabei ist! Mein persönlicher Favorit. Gleich danach kommen Unterm Rad und der Steppenwolf

Siddharta

das soll nicht bedeuten dass ich die anderen nicht auch gut finde

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