Was tun gegen Zwangsgedanken?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ich leide auch unter Zwangsgedanken und ich erkläre mal kurz wie es dazu kam.

Mein Onkel ist im Dezember 2013 verstorben und ich habe einige Leute in meinem Umfeld, die unter psychischen Erkrankungen leiden. Ebenfalls stand ich da schon mit einem Bein im Abistress und eine Familienangehörige hatte damals auch noch gedroht sich das Leben zu nehmen. Dadurch habe ich von jetzt auf gleich panische Angst davor bekommen auch psychisch krank zu werden, da ich häufiger schon gesehen habe, wie schnell er geht und dass es wirklich jeden treffen kann.

Zuerst hatte ich immer Angst, dass diese 'Panikattacke' die ich hatte wieder kommt und immer wenn etwas schlimmes geschehen ist, was mit psychologischen Erkrankungen zu tun hatte kam die Angst wieder hoch. Damals war ich auch 5 Mal bei einer Therapeutin, habe aber keine Therapie angefangen, da ich nach meinem Abitur ein Auslandsjahr machen wollte, was ich jetzt auch mache.

Ich habe Wochen, teilweise Monate in denen nichts ist und sobald es wieder einen 'Auslöser' gibt mit psychischen Krankheiten oder Selbstmord kommt die Angst, es könnte mir genauso ergehen irgendwann und dass ich auch so stark krank werden könnte, dass ich am Ende auch keinen anderen Ausweg mehr sehen könnte außer mich umzubringen. Sobald halt irgendetwas in die Richtung in meinem Leben wieder auftritt, kommt diese Angst hoch, besonders die vor Selbstmord. Ständig denke ich dann 'Nicht, dass genau das jetzt der Auslöser dafür ist, dass du dir irgendwann das Leben nimmst.'

Jetzt war ich zu Ostern zu Hause und war auch wieder bei der Therapeutin, da ich immer mit ihr in Kontakt stand als es mir schlecht ging und sie hat mir klar gemacht, dass Zwangsgedanken aus Angst entstehen und dass es nicht mein Wunsch sei zu sterben. Da aber diese Gedanken so unangenehm ist und man sie am liebsten 'verdrängen' würde werden sie mehr. Man sollte die gesunde Mitte finden zwischen 'zulassen' aber nicht 'zu nah an einen ran lassen'. Man sollte sich auf jeden Fall nicht dagegen wehren, wenn der Gedanke hoch kommt, sondern sich immer denken: Es ist 'nur' ein Gedanke. Ich bin hier und der Gedanke ist da, aber ich bin nicht der Gedanke.

Ich habe mich jetzt entschlossen, dass ich nach dem Sommer eine Therapie anfange, da ich schon damit relativ normal leben kann, aber ich möchte trotzdem 'normal' Leben können, auch wenn ich nochmal mit psychischen Erkrankungen oder Selbstmord konfrontiert werde. Denn ich muss halt wieder lernen damit normal umgehen zu können :)

Ich hoffe, ich konnte dir helfen und vergiss nicht, dass du damit nicht alleine da stehst. :)

liebe lena, das nennt man "magisches denken", ist mit aberglaube verwandt. sind die auswirkungen so stark, dass es das leben negativ beeinflusst oder einschränkt und man darunter leidet, redet man von "magischen zwangsgedanken" (gehört zum spektrum der zwangsstörungen). ich leide selber darunter und bei mir ist es so stark, dass ich therapie mache. recherchiere doch mal im internet. ich kann dir auch eine doku über magisches zwangsdenken empfehlen: wie ich lernte, die zahlen zu lieben (DVD) oder das buch: der kobold im kopf. ob bei dir wirklich eine zwangsstörung vorliegt oder nur ein "tick", kann ich natürlich nicht wissen. das müsstest du professionell abklären lassen. alleine bist du damit nicht. viele betroffene finden diese Gedanken selber so abstrus, dass sie aus scham nicht zur Therapie gehen. ich habe auch etwas gebraucht. heute geht's mir besser. dir alles gute t.

Ich kann es nicht genau beurteilen. Wahrscheinlich ist das eine Art von normal, dein Tick oder so. Mit geringer Wahrscheinlichkeit könntest du auch eine Zwangskrankheit haben. Ich habe solche Gedanken auch. Nur etwas anders, kenne das aber. Ich konnte bis jetzt nicht festellen was ich wirklich habe, aber zum Psychologen gehen ist mir zu unsympathisch. Was bei mir immer ganz gut hilft: Such dir jemanden mit dem du offen drüber reden kannst.

Was möchtest Du wissen?