Was ist poetischer Realismus?

3 Antworten

Poetischer Realismus (auch bürgerlicher Realismus): ca. 1850-1890

Der Begriff wurde von Otto Ludwig geprägt. Er sagt, dass sich die Literatur des poetischen Realismus zwar auf die Welt bezieht, aber sie nicht unmittelbar wiedergibt. Das heißt, die Texte sind realitätsnah (man sieht die Dinge so, wie sie in Wirklichkeit sind!), aber es werden auch künstlerische/dichterische Elemente eingebaut, um die Welt zu beschreiben (=ästhetische Gestaltung). Es wird also versucht, die Wirklichkeit darzustellen aber im Rahmen von stilistischen Textmerkmalen. Als Beispiel Fontanes Effi Briest (erzählende Literatur): die Gesellschaft wird beschrieben, wie sie wirklich ist, der Text stützt sich sogar auf eine wahre Begebenheit. Trotzdem werden die Merkmale eines Romans eingehalten und besondere Motive verwendet, die gedeutet werden müssen.

Themen sind, v.a. ausgehend von der Industrialisierung und der Märzrevolution 1848/49, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, der Widerspruch von Moral und tatsächlichem Handeln.

Dir hilft sicher der Wikipedia-Artikel über den bürgerlichen Realismus weiter (http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerlicher_Realismus), dort findest du Vertreter, Werke usw.

Poetischer Realismus ist von der Wortzusammensetzung schon einmal ein Widerspruch in sich. Es geht den Schriftstellern in dieser Zeit, wie etwas Theodor Fontane, vor allem darum, sich dem konkreten Leben zuzuwenden. Hier gibt es einen sehr interessanten Artikel, der sich mit dieser Fragestellung auseinander setzt: http://bodendertatsachen.com/poetischer-realismus/

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