Was ist mit der Aussage gemeint, dass das Ego eine Illusion ist?

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3 Antworten

Das "Ego" ist ein Teil deines Bewusstseins.

Dieses Bewusstsein wird durch Prozesse im Gehirn generiert, es ist eine Art Simulation aufgrund der elektrischen Prozesse im Gehirn.

Wenn man beispielsweise aus irgendeinem Grund bewusstlos wird, verschwindet auch die Vorstellung des "Ich" - das Ego hört auf zu existieren.

Wenn man dagegen nur träumt, dann ist das Bewusstsein noch aktiv genug, um die Vorstellung eines "Ichs" aufrecht zu erhalten.

Dieses Bewusstsein wird wie gesagt durch das Gehirn generiert.

Mein "Ich" unterscheidet sich von deinem "Ich" durch die unterschiedlichen Konditionierungen und Prägungen, die wir im Laufe unseres Lebens erhielten und den verschiedenen Vorstellungen, an denen wir festhalten.

Deshalb mag Person A zB grüne Äpfel und klassische Musik, während Person B stattdessen Birnen und Heavy Metal bevorzugt. Es ist lediglich eine Frage von Prägung und Lebenserfahrung.

Wie du außerdem sehen kannst, ist unser Ego nichts festes

Unsere Pläne und Vorlieben ändern sich ständig - eben wollte ich einen Kuchen essen, jetzt beschließe ich, stattdessen Gulasch zu essen.

Mein "Ich" hat also kein unveränderliches Merkmal des "Kuchenliebhabers", denn schließlich ändere ich meine Meinung und wähle etwas anderes.

Ich werde weder zum Kuchen wenn ich Kuchen esse, noch werde ich zum Gulasch, wenn ich Gulasch esse. Keines davon ist Teil von mir, etwas, das mich einzigartig macht, ein Charakteristikum, das nur ich habe.

Letztlich hat das Ego keine Substanz

  • Meine Vorlieben bin nicht ich...denn diese ändern sich
  • Meine Ideen bin nicht ich...denn diese ändern sich
  • Meine Pläne bin nicht ich...denn diese ändern sich.
  • Dieser Körper bin nicht ich...denn dieser ändert sich

Ein ewiges "Ich" gibt es im Buddhismus nicht. Daher ist das Ego letztlich ohne eigene Substanz, es kann nur in Abhängigkeit von anderen Dingen entstehen.

Dennoch sprechen wir von unserem Ich als etwas Absolutem und vertrauen der Bewertung dieses Ego praktisch immer.

"Diese Frau ist schön, das Essen lecker und die Party super"

Das sagen wir ganz so, als wäre das eine ewige Wahrheit.

Aber ein anderer Mensch findet die gleiche Frau unattraktiv, das Essen ungenießbar und die Party total langweilig. Wer hat nun Recht?

In Wirklichkeit ist die Frau weder schön noch hässlich, das Essen weder lecker noch ekelhaft und die Party weder spannend noch unspannend.

Das sind alles Bewertungen unseres Ego.

Doch wie wir sehen, sind diese Bewertungen auch veränderlich.

Drei Drinks intus, die Frau legt die Kleidung ab - und sie erscheint uns als attraktivstes Wesen der Welt.

Einmal ordenlich Chilisoße über das Essen - und sogar das zuvor eklige Zeug schmeckt ganz passabel.

Etwas andere Musik, ein anderer Gesprächsparter - plötzlich macht die Party wieder Spaß.

Unsere Wahrnehmung, unser Selbstbild, das Ego - alles ist lediglich nur ein Produkt unseres Geistes, dem wir blind vertrauen.

Wenn man einen anderen Maßstab anlegt, werden wir immer "ego-loser"

Wir sind "Paul"...Paul ist ein Hamburger...ein Hanseat...ein Norddeutscher... ein Deutscher...ein Europäer...ein Mensch...ein Primat....ein höheres Säugetier...ein Säugetier....ein Wirbeltier....ein Tier....ein Lebewesen....aus chemischen Molekülen...Atomen...Pro/Neutronen....

Letztlich unterscheiden wir uns nicht wesentlich von einem Affen, einer Blume, oder einem Stein - je nachdem welchen Maßstab wir anlegen.

Und obwohl wir letztlich nichts sind, als ein Haufen Atome und chemischer Verbindungen, nehmen wir unser Ego "Paul" so schrecklich wichtig...

Aus diesen Gründen kann man durchaus sagen, dass die Vorstellungen eines ewigen, unveränderlichen "Ichs" eine Illusion ist.

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Kommentar von Tront1888
24.06.2016, 18:53

Ich finde deine Antwort sehr gut. Spannend ist, dass du davon ausgehst, dass Materie Geist erschafft. In der Quantenphysik wurde aber belegt(?) oder es wird davon ausgegangen, das Geist Materie erschafft. Was sich so esoterisch liest, sind einfach wissenschaftliche Belege. Im Endeffekt meint man, dass das Universum ein großer Geist ist und unsere Gehirne eigentlich eher wie Antennen funktionieren. Auch das Thema Quantenphilosophie ist in der Hinsicht interessant. Ja, das klingt wirklich sehr esoterisch, aber es ist eine Wissenschaft die beweist, dass unsere physikalischen Gesetze auf der Mikroebene nicht mehr greifen. Stichwort: "Ursache und Wirkung". http://www.ipn.at/ipn.asp?AKB

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Ich denke, es wird so etwas gemeint sein wie dass man sich nur so sieht, wie man sich sehen will. Das Ego ist nichts physisches, sondern entsteht im Kopf. Es entspringt der Vorstellungskraft.

Das Ego, das Ich existiert (→ "Ich denke, also bin ich"), nur kann man es nicht zu fassen bekommen. Wir können es weder bildhaft, noch sprachlich ausdrücken.

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Hm, schwer zu erklären, ich hab mal dazu ein Youtube Video gesehen, ich fand es sehr interesant, kann ich nur empfehlen!

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