Was ist die donauländische Liebeslyrik?

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1 Antwort

Minnelyrik im Mittelalter
1) hohe Minne: ist auf Verzicht angelegt; Mann wirbt um eine Dame
niedere Minne: erster Vorreiter ist Walther von der Vogelweide; nicht nur der Mann wirbt sondern auch die Frau
2) Minnelyrik im Mittelalter für „Unwissende“
Im Mittelalter gab es eine Gesangsform die sich „Minnesang“ nannte. Minne bedeutet Liebe und bei dem Inhalt dieser Lieder geht es auch immer um Liebe. Die ältesten deutschsprachi-gen Liebesgedichte stammten aus dem 12. Jahrhundert. Sie entstanden im bayrisch-österreichischen Raum, daher bezeichnet man sie auch als donauländische Liebeslyrik. Be-kannte Dichter sind Dietmar von Aist, Der von Kürenberg und der Berggraf von Regensburg. Bei dieser Lyrik findet man vor allem die Frauenklage. Die Frau spricht als lyrisches Ich. Sie wirbt um die Liebe des Mannes. Das ist ein Unterschied zur „hohen Minne“. Die so genannte „hohe Minne“ ist auf Verzicht angelegt, das heißt der Mann der um eine „frouwe“ (adelige Dame) wirbt bekommt nichts zurück außer vielleicht einen Gruß von ihr. Er rühmt ihre Tu-genden und ihre Schönheit, spricht von seiner Sehnsucht und seinem Kummer und nennt sie eine Königin. Weiters wird in diesem Kapitel Walther von der Vogelweide vorgestellt. Er ist der berühmteste deutsche Lyriker des Mittelalters und gleichzeitig Überwinder des höfischen Minnesangs. Walther war der Vorläufer der „niederen Minne“. Dieser Mann entwickelte auch die politische Sangspruchdichtung zu einer künstlerisch anspruchsvollen Form. Diese Art Dichtung entstand immer mit politischen Ereignissen.
3) Szene bei Hof 
Ich würde es mir so vorstellen, dass der Minnesänger mit einer Gitarre mitten am Hof steht und singt. Die Prinzessin steht am Fenster und blickt herab. Er gewinnt mit seinem schönen Gesang ihr Herz.
4) Liebeslieder 
This love, Ich hab dich lieb, You’re beautiful, All you need is love, Where is the love, Der Weg, Kiss me, Love to be loved by you, 
7) Ballade über die Liebe
Wenn ich ständig an dich denken muss,
ist das Liebe?
Wenn ich mir am Abend den nächsten Tag herbeisehne um dich zu sehen,
ist das Liebe?
Wenn wir uns wie zufällig berühren und du lächelst mich an,
ist das Liebe?
Wenn mir alles egal ist in der Schule und nur deine Gegenwart zählt,
ist das Liebe?

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Kommentar von Kirutaukaya
01.11.2015, 18:04

Minne kommt vom Wort minna, das Liebe bedeutet. Hier ist aber die offizielle, höfische Liebe gemeint. Die Minnedichtung ist die älteste Dichtung im westeuropäischen Sprachraum. Obwohl die Minnedichter aus allen Ständen kamen, wurden sie als gleichrangig anerkannt. Man unterscheidet jedoch zwischen vier Arten von Minnesängern:

Berufssängern

Freizeitdichtern

Nachsänger/fahrende Sänger

Sammler

Ihre Werke wurden im Auftrag von Adeligen in Sammelschriften gesammelt. Einer der berühmtesten Schriften ist die Manessische Liederhandschrift.

Im Minnelied wird die Gesamtheit der Frauen gepriesen und nicht nur eine einzelne. Deswegen bleibt die Angebetete auch immer anonym.

Die Bezeichnungen „hoch“ und „niedrig“ in der

 

Minnelyrik 

stehen nicht für den gesellschaftlichen Stellenwert der Frau. Die hohe Minne war eine vergeistigte Liebe und ihr verpflichtet. In der niederen Minne reflektiert der Minnesänger über eine ernst gemeinte Beziehung.

Frühhöfischer Minnesang:

(Mitte 12. Jh – Ende 12.Jh.)

Die höfische Dichtung befasst sie ausschließlich mit der Adelsgesellschaft und ist formal und thematisch nach ihr ausgerichtet. Das Wort „höfisch“ gibt es seit dem 12. Jahrhundert und es steht für ein Gesellschaftsideal, das Schönheit, Glanz, gutes Benehmen und edle Gesinnung beinhaltet. Der Hof galt als kulturelles Zentrum und die Minnesänger zogen umher und tauschten sie aus. Es gibt nur wenige biografische Daten der Minnesänger dieser Epoche. Auch ihre Werke wurden erst ein Jahrhundert später aufgezeichnet, deshalb ist es schwer zu evaluieren was tatsächlich von ihnen stammt und was nur ergänzt wurde.

Die meisten Lieder aus dieser Zeit bestehen aus nur einer Strophe und oft spricht die Frau. Deshalb werden sie auch oft Frauenlieder oder Frauenstrophen genannt. Die verwendete Sprache ist einfach, sowie die Symbole die ebenfalls leicht zu verstehen sind. Durch Frühlings- und Winterbilder werden Lust- oder Unlustgefühle ausgedrückt.

Obwohl die

 

Minnelyrik

 

eine Ichlyrik ist, werden von den Verfassern keinen Falls individuelle Gefühle beschrieben. Das lyrische Spannungsfeld liegt zwischen dem Vollzug der Liebe und der Trennung vom Partner. Weitere häufige Motive sind die Untreue des Mannes, und die Sehnsucht nach Liebe. Im Gegensatz zum späteren Minnesang, hat die Frau hier oft die Rolle der Duldnerin. Auch wenn sie der Mann betrügt, hält sich an der Liebe zu ihm fest. Ein wichtiger Vertreter dieser Zeit war Kürenbeg. In seinen Werken stellte er die Liebe als Erhöhung des ritterlichen Selbstwertgefühls dar, wenngleich sie auch in seinen Ausführungen nicht unbedingt treu war. Als Stilmittel benützt er oft eine ganz besondere Liedform, nämlich den Wechsel. Das bedeutet das Frau und Mann abwechselnd Sprechen.

Höfischer/ Hoher Minnesang:

(Ende 12. Jh. – Mitte 13. Jh.)

Obwohl Walther von der Vogelweide den hohen Minnesang perfekt beherrschte gilt er auch als derjenige der ihn mit kritischem Verstand überwunden hat. In dieser Zeit gewinnt die

Minnelyrik

 

an Komplexität. Sie geht von einfachen Formen bis zu komplizierten Vers-, Stophen-, und Reimtechniken. Die meisten sind jedoch in Stollenstrophen verfasst. Eine Stollenstrophe besteht aus drei Stollen (= Versgruppen), wobei die ersten beiden Strophen sich melodisch gleichen und den sogenannten Aufgesang bilden. Weiteres bilden sie die Stütze für die dritte Strophe, die den Abgesang bildet.

Der hohe Minnesang ist in seiner Grundstruktur ein Preislied auf eine anwesende Dame, die der Werbende doch nie zu erreichen vermag.

Minnelyrik

 

spiegelt keinerlei historische Realität wieder, weil alle handelnden Personen Idealtypen darstellen.

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