Was bedeutet "Heuchelei ist die Verbeugung des Lasters vor der Tugend"?

1 Antwort

Jemand, der heuchelt, weiß, dass er sich nicht gut verhält. Gleichzeitig weiß er, wie er sich verhalten müsste, um gut zu sein. Daher tut er so, als sei er so gut, wie er gern sein möchte.

Indem er so tut, als sei er in einer bestimmten Weise gut, anerkennt er gerade diese Weise als die gute. Jemand, der zum Beispiel so tut, als sei er fleißig, verbirgt seine Faulheit. Also richtet er sich schon selbst und hält seine Faulheit für schlecht. Er hält Fleiß für die Tugend, denn sonst würde er ja nicht so tun wollen, als sei er fleißig.

Daher zeigt sich in einem solch heuchlerischen Verhalten, dass das Laster der Faulheit die Tugend des Fleißes höher schätzt als sich selbst. Und das ist mit Verbeugen (Ehre erweisen) gemeint. Die Faulheit gibt dem Fleiß mehr die Ehre, indem sie so tut, als sei sie so ein toller fleißiger Mensch.

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