Warum werden Menschen, die Mathe können, oft als intelligenter angesehen als die, die eher sprachlich begabt sind?

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6 Antworten

Es gibt Menschen, bei denen dieser Gegensatz nicht aufzutreten scheint. Der Franzose Henri Poincaré schloss in Nancy das Bakkalaureat der Künste mit guten Noten ab (in lateinischem Aufsatz sogar mit sehr gut). Sein Aufsatz über den "Wiederaufstieg von Staaten" (Politik) wurde gelobt. Allerdings waren dies nicht die Punkte, weshalb er wirklich berühmt wurde:

er war einer der berühmtesten Mathematiker Frankreichs (zudem theoretischer Physiker, Astronom, und auch Philosoph). Die Poincaré-Vermutung (die sich auf 2- oder 3-dimensionale Oberflächen in 3- oder 4-dimensionalen Räumen bezieht, und mit Kugeloberflächen zu tun hat) von 1904 wurde erst fast hundert Jahre später, 2002, von Grigori Perelman, bewiesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Poincar%C3%A9

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Sprachen und Geisteswissenschaften sind Fächer in denen man hauptsächlich mit viel auswendig lernen weiter kommt. Außerdem kannst du in jenen Fächern ganz viel schwadronieren. Um in Mathe, Physik oder Chemie wirklich gut zu sein, müssen Hintergründe verstanden werden und man kann einfach nicht diskutieren. Entweder weiß man etwas oder man weiß etwas nicht.

Zu guter Letzt hat Mathe und Co viel mit logischem Verständnis zu tun und das wird sehr geschätzt.

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Die Frage hier ist weniger "Warum werden jene als intelligenter angesehen als andere", sondern vielmehr "Wie definiert man Intelligenz".

Hierzu ist man sich bis heute unklar, wie man "Intelligenz" eigentlich definieren soll. Diesbezüglich gibt es viele verschiedene Theorien, Ansätze, Erklärungen. Keine davon ist nach heutigen Stand richtig oder falsch.

Was du jetzt jedoch meinst ist der gesellschaftliche Stellwert verschiedener Bereiche und die in meisten Fällen genutzte Definition von Intelligenz.

Praktische Intelligenz

"[...]Dörner bezeichnet die praktische Intelligenz als operativer Intelligenz, worunter man die Fähigkeit versteht, komplexe Probleme im Alltag zu identifizieren, zu definieren und gute Lösungen für sie zu finden.[...]"

Quelle: 
© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Definition laut Duden:

    "Fähigkeit [des Menschen], abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten"

Dieses abstrakte Denken findet sich während der Schulzeit eben eher in den naturwissenschaftlichen Bereichen wieder. Hinzu kommt noch das klassische Problem: Wenn viele etwas nicht können und einer kann es doch, dann ist er etwas besonderes.
Erfahrungsgemäß ist Mathematik ein Fach welches doch einer beachtlichen Anzahl an Schülern Kopfzerbrechen bereitet, womit Erfolg in dieser Disziplin meist höher Geschätzt wird als in Bereichen, welche eben doch "einfacher" sind.

 Ein sprachlich versierter Mensch, ein Musiker oder Künstler könnten die genialsten ihrer Art sein, würden aber laut der meist vorherrschenden Definition von "Intelligenz" nicht zwangsläufig "Intelligent" sein.

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Ich stimme dir zu. Ich bin eher sprachlich begabt, während mathe bei mir absackt.
Jedes Mal, wenn wir Zeugnisse bekommen, werde ich zuerst gefragt, welche Note ich ihn Mathe habe. Ich sage es ihnen und man sieht Ihnen irgendwie an, dass sie enttäuscht sind. Sie denken, da ich in den anderen Fächern so gut bin, sollte mathe kein Problem für mich sein.
Wenn man eine 1 in französisch hat heißt es nur: super gemacht. Mit einer 1 in mathe : wow, das ist wirklich unglaublich. Du bist sehr schlau
Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht.

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Weil rationale Intelligenz eben darin besteht, logische Zusammenhänge und mathematische Gegebenheiten schnell zu verstehen und anzuwenden. Sprachen sind ja eher Lernsache und da unsere Gesellschaft sehr auf rationale Intelligenz fixiert ist, wird das weniger geschätzt.

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Weil Sprache keinen wirtschaftlichen Nutzen hat. Mathematik schon. Außerdem kann man mit M alles voel präziser audrücken als irgendwelches Geschwafel.

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Kommentar von OlliBjoern
03.11.2016, 00:04

Klar hat Sprache einen wirtschaftlichen Nutzen. Am besten ist es natürlich, wenn man Mathe und Sprachen kann.

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