Unterschiede zwischen Replikation und Transkription?

1 Antwort

Die Transkription ist deutlich Fehler-anfälliger als die Replikation, und das muss auch so sein: da ja in einer Zelle von einer bestimmten mRNA sehr viele Kopien "herumschwimmen" - meistens deutlich über 100 - ist es nicht sehr schlimm, wenn da mal ein einziges mRNA-Molekül fehlerhaft abgeschrieben wurde.

Wenn dagegen bei der Replikation ein Fehler passiert, kann das unter Umständen zu Krebs und damit langfristig zum Tode des betreffenden Menschen oder Tieres führen. Oder wenn der Fehler bei der Bildung von Spermien oder Eizellen passiert, führt er zu Erbschäden, im schlimmen Falle zu einer üblen Erbkrankheit.

Damit die Replikation besonders kopiergenau geschieht, hat die DNA-Polymerase (auch bei Bakterien !!) eine sogenannte "3'-5'-Exonuklease-Aktvität"), das heißt, nachdem einige neue Basen oder besser Nukleotide in den neu kopierten DNA-Strang eingebaut wurden, liest die DNA-Polymerase sozusagen noch mal rückwärts und "schaut", ob sie alles richtig kopiert hat, und wenn nicht, entfernt sie das falsch eingebaute Nukleotid und ersetzt es durch das richtige. Bevor dieser Mechanismus entdeckt worden war, konnten die biophysikalisch orientierten Wissenschaftler nicht verstehen, wie die extrem hohe Kopiertreue erreicht werden kann : etwa nur 2 Fehler pro eine Milliarde Basen !! - man hielt das aus biophysikalischen Gründen bis dahin für unmöglich ...

Dann gibt es allerdings auch einige Viren, die absichtlich ihr Genom fehlerhaft kopieren, um immer wieder dem Immunsystem des Wirtes zu entkommen, ein Beispiel dafür ist das HI-Virus, das allerdings ein Retro-Virus ist, hat also RNA als Erb-Material !

wow, danke für die ausführliche antwort!

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