Unterschied zwischen Supernova typ 1 und Supernova typ 2?

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3 Antworten

Hallo,

fangen wir einfach mal ganz vorne bei der Nova an.

Kleinere Sterne wie z.B. unsere Sonne enden als Nova weil es ihnen an Masse fehlt. Im Inneren verbrennt Wasserstoff – Wasserstoffatome verschmelzen miteinander und es entsteht Helium sowie Energie. Irgendwann ist der Wasserstoff jedoch verbraucht, aber trotzdem brennt der Stern weiter indem er Helium zu Kohlenstoff und dann Kohlenstoff zu Sauerstoff fusioniert. Sobald Kohlenstoff produziert wird, beginnt der Stern zu sterben.

Der Stern befindet sich sein Leben lang in einem Gleichgewicht zwischen seiner Gravitation (Druck von außen nach innen) und einem Gegendruck – das hydrostatische Gleichgewicht. Versiegt die innere Energiequelle, versiegt der Gegendruck und die Gravitation gewinnt. Die Schwerkraft drückt das Innere des Sterns nun immer weiter zusammen. Dadurch entsteht enorme Wärme und die äußeren Gashüllen dehnen sich dadurch aus – er wird zum roten Riesen. Der Kern wird ungefähr auf die Größe der Erde zusammengedrückt – es entsteht ein weißer Zwerg (eine dichte Kugel aus Sauerstoff und Kohlenstoff). Die äußere Gashülle wird sich nach und nach verflüchtigen, der weiße Zwerg jedoch wird noch Milliarden Jahre weiter "brennen".

Eine Supernova vom Typ I, genauer gesagt Typ 1a entsteht bei Doppelsternen. Diese Sterne umkreisen sich. Stirbt einer dieser Sterne und wird zum weißen Zwerg, beginnt er Wasserstoff und Helium vom anderen Stern abzusaugen sofern dieser nah genug dran ist. Je mehr Brennstoff der weiße Zwerg aufnimmt, desto schwerer, dichter und instabiler wird er. In seinem Inneren stehen die Kohlenstoff- und Sauerstoffatome kurz davor zu verschmelzen. Irgendwann hat der weiße Zwerg so viel Material von seinem Partner eingesaugt, dass es zum Supergau kommt – Kohlenstoff und Sauerstoff wandeln sich um zu Eisen. Dies ist das Aus für den Stern. Er explodiert mit einemSchlag und es werden riesige Mengen an Eisen freigesetzt.

Der weiße Zwerg explodiert immer wenn er die 1,4-fache Masse unserer Sonne erreicht. Dadurch setzen sie immer die gleiche Menge an Licht frei. Von daher sind sie perfekte Marker um Entfernungen im All zu berechnen. Je weiter sie weg sind, desto weniger hell erscheinen sie.

Bei der Supernova vom Typ II verhält es sich so:

Massereiche Sterne deren Kern mind. die 1,44-fache Masse der Sonne haben, enden in einer Supernova vom Typ II.

Je massereicher ein Stern ist, desto heißer ist er und umso schneller verbrennt er seinen Brennstoff und desto kürzer lebt er folglich. Zum Lebensende des Sterns nimmt seine Aktivität im Inneren extrem zu. Im Gegensatz zu Sternen die zu einem weißen Zwerg werden, brennen diese Sterne weiter und bilden in ihrem Kern immer schwerere Elemente bis hin zum Eisen. Eisen absorbiert die gesamte Energie die der Stern für die Kernfusion benötigt. Sobald der Stern Eisen produziert, kommt es zu einem Ungleichgewicht und die Gravitation gewinnt die Überhand – der Kern wird in wenigen tausendstel Sekunden zusammengedrückt. Je kleiner der Kern wird, desto mehr Energie baut sich auf. Schließlich explodiert der Kern und die Druckwelle rast durch die äußeren Schichten. Dabei werden alle Elemente schwerer als Eisen – aus Eisen wird Kobalt, aus Kobalt wird Nickel usw. bis hin zu Gold, Platin und Uran. Die Explosion ist jedoch so kurz, dass nur eine geringe Menge dieser Elemente entstehen kann was ihr rares Vorkommen erklärt.

Explodiert ein Stern dessen Kern eine Masse von 1,44 bis 3 Sonnenmassen in einer Typ II Supernova, bleibt nach der Explosion ein Neutronenstern über. Neutronensterne haben eine ungeheure Dichte – würde man das Empire State Building auf die Größe eines Sandkorns zusammenpressen, hätte man die Dichte eines Neutronensterns.

Wenn Neutronensterne an ihren Polen Strahlenbündel/ Lichtblitze ausstrahlen und sich drehen, dann reden wir von Pulsaren. Die Rotationsgeschwindigkeit liegt zwischen 50 und 100 Umdrehungen pro Sekunde.

Weitere Exoten sind die Magnetare. Diese sind nichts anderes als Pulsare. Man spricht von Magnetaren, wenn ihr Magnetfeld mind. 1.000 Mal höher ist als das Magnetfeld eines Pulsars. Die Rotationsgeschwindigkeit hier liegt bei 500 bis 1.000 Umdrehungen pro Sekunde.

Und letztendlich gibt es noch die Hypernova falls es dich interessieren sollte :-)

Bei einer Explosion eines Sterns der mind. die 100-fache Masse unserer Sonne hat, spricht man von einer Hypernova. Auch hier entstehen schwarze Löcher.

Der Kern eines supermassereichen Sterns wird noch gewaltiger zusammengedrückt als bei Sternen bei denen Neutronensterne oder Magnetare entstehen. Entsteht ein schwarzes Loch, beginnt dieses umgehend damit die Reste des sterbenden Sterns aufzusaugen. Der Rest des Sterns passt aber nicht auf ein mal in das schwarze Loch, sondern er kreist um das schwarze Loch und bildet eine Akkretionsscheibe von der sich das schwarze Loch pro Sekunde etwa eine Million Erdmassen holt. Das kann nicht lange gut gehen und so spuckt das schwarze Loch eine Menge davon mit fast Lichtgeschwindigkeit wieder aus in Form von Plasmajets. Diese benötigen ca. 8 Sekunden um sich durch den Stern zu „fressen“. Diese Plasmajets sind die Gammablitze – die heftigsten Ereignisse in unserem Universum. Nichts im Universum ist heller.

Und wenn du nun noch Fragen hast, dann schieß einfach los :-)

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Kommentar von arana
09.01.2016, 00:37

Kommt vielleicht etwas spät, aber Danke für deine ausführliche und verständliche Antwort !:) habe da noch einige Fragen ( halte nähmlich eine präsentation und wäre nicht schlecht ein wenig hintergrundwissen zu besitzen). Können wir irgendwie emails verschicken oder nachrichten oder ähnliches ? 

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Die Zuordnung der Supernovae zu unterschiedlichen Typen erfolgt über das Spektrum. SNe vom Typ I haben kein Wasserstoff im Spektrum, SNe vom Typ II schon.

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Auch wenns hier bei GuteFrage als unsportlich gilt, auf die Wikipedia zu verweisen, tu ich das trotzdem mal:

https://de.wikipedia.org/wiki/Supernova

Weil - ich zitiere:

Dieser Artikel wurde am 4. Oktober 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

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