Soziologische Phantasie, Soziologisches Denken, Soziologische Perspektive

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2 Antworten

"„soziologische Phantasie“ [ist] unsere Fähigkeit, persönliche Erfahrungen im Kontext der Ereignisse unserer sozialen Umwelt wahrzunehmen und soziale Zusammenhänge zu erfassen, die der persönlicher Erfahrung allein nicht zugänglich sind."

Du und dein Ich entstehen nur in einer Gesellschaft; allein ist ein Mensch nicht. Du erfährst nur etwas über dich wenn du dir deine Gesellschaft in der du lebst anguckst und daraus Schlüsse für dich persönlich ziehst. Da du das jeden Tag (unbewusst) machst, kann man sich methodisch an Situationen annähern, ohne sie wirklich erlebt zu haben. Wenn du zum Beispiel die Gruppierung und deren Interessen kennst, sagen wir mal links-liberale, dann kannst du im Vorfeld Schlüsse ziehen.

Bedeutes es, dass alle sozialen Zusammenhänge von Menschen individuell wahrgenommen werden, je nachdem, welche persönlichen Erfahrungen sie gemacht haben?

Auf jeden Fall. Du triffst viele Vorentscheidungen bevor du die "eigentliche" Entscheidung triffst. Hattest du ein negatives Erlebnis mit einer bestimmten Randgruppe, wirst du analoge Randgruppen ebenfalls erst mal negativ bewerten. Das ist auch nichts schlechtes sondern lebensnotwendig. Würden wir nicht vorfiltern wären wir sehr schnell reizüberflutet.

So sehen Biologen kriminelles Verhalten als angeboren und auf genetische Faktoren zurückführend an, während Psychologen die Ursachen für kriminelles Handeln in Erlebnissen und Kindheit suchen. Und die Soziologen hingegen sehen Kriminalität eben als weitgehendes Produkt von gesellschaftlichen Einflüssen auf den Menschen.

Beide haben recht. Das Verhältnis von Genetik zu Umgebung liegt bei 80 zu 20 %. Für Biologen ist egal was mit dem Mehrzeller passiert ist er erst mal auf der Welt. Er hat immer die gleichen Gene (Voraussetzungen), egal wo du ihn "abstellst" (ob in Afghanistan oder China). Da nun aber die sozialen Verhältnisse verschiedener Länder verschieden sind, wird er natürlich verschieden reagieren, was aber auch meiner Meinung nach für eine wissenschaftliche Untersuchung irrelevant ist. Heißt also: der gleiche Mensch mit den gleichen Genen wird (fast) immer kriminell.

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Also ich bin nicht vom Fach, würde aber spontan Folgendes sagen. Wenn ich ein Biologiebuch lese, dann mache ich eine persönliche Erfahrung. Außer es schaut mir jemand über die Schulter und liest mit. ;-)

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