Selbstmordgedanken, wenn ich in Schach verliere!

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10 Antworten

Ich verstehe das online Schach zu einem Problem werden kann. Bei vielen Spielern habe ich beobachtet das die Qualität ihrer Partien im Nachschach darunter leidet.

Sich nach einer verlorenen Turnierschachpartie schlecht zu fühlen ist eine ganz normale Sache. Würde es nicht so sein, dann würde Dir das Spiel egal sein.

Wenn du die depressive Phase nach einem Tag überwunden hast, dann ist das sehr gut und vor allem bei einem Rundenturnier (1 Runde pro Tag) sehr wichtig.

(Bei einem Blitz- oder Schnellschachturnier muß es Dir gelingen eine verlorene Partie innerhalb von Sekunden zu vergessen.)

Wichtig ist die Partieanalyse ..... die wirkt manchmal Wunder und wandelt manchmal eine Niederlage in viele spätere Siege um.

Ich vermute auch das Du Dich zu viel mit den Eröffnungen beschäftigst - vergiß das Mittelspiel, das Endspiel und die 4 Phase sowie das Taktiktraining nicht.

ja, schade manchmal, so denke ich, dass schach ein leistungssport geworden ist. schach ist ein wunderbares komplexes spiel, dass mit spannung und freude gespielt werden könnte...

ich kann dich echt gut verstehen, dass schach dich fesselt. ich könnte auch oft den ganzen tag schach spielen (aber nur aus freude, weniger wegen dem leistungsdruck) ich verstehe auch dein gefühl nach dem verlieren, es ist wirklich nicht einfach zu verkraften.

damit es dir endlich wieder besser geht, sage ich dir das zauberwort: ausgleich die welt ist bunt und so vielseitig das leben.

besessenheit / obsession macht krank. das weisst du ja sicher. und jede besessenheit grenzt alles andere an leidenschaften, interessen und vor allem basics (wie schlafen, essen, trinken, arbeiten, soziales leben ect) aus. nun hast du so einen erfolg beim schach, dass mittlerweile deine einzige (von dir aus gesehene) gültige identität die des erfolgreichen schachspielers ist. keine andere identität zählt mehr für dich. daher kommen die suizidgefühle nach einem verlorenen spiel.

also: schau mal auf andere lebensbereiche. werde nebenbei ein guter gärtner oder ein guter app-entwickler oder ein guter koch, ein guter freund im freundeskreis oder spiele mal zwischendurch billiard. auch wenn es derzeit deinem hang nicht sofort entsprechen sollte (das kommt durch die besessenheit), räume stunde für stunde, tag für tag den anderen ebenso wichtigen lebensbereichen wieder mehr raum ein. richte dir bewusst pausen ein, setze dir selbstständig grenzen. und gehe raus! vielleicht mal Slackline ausprobieren? :-) da gibts sicher auch meisterschaften...

Hi, ich weiß nicht ob mein Tipp dir hilft, aber vielleicht könntest du mal versuchen, absichtlich gegen den Computer zu verlieren um dich ein bisschen daran zu gewöhnen. Du scheinst dich ja schon sehr unter Druck zu setzen. Auch wenn es verlockend klingt, der Beste sein zu wollen - irgendwo auf dieser großen, weiten Welt wird es immer einen Menschen geben, der besser auf einem Gebiet ist als man selbst. Das ist völlig normal und wird ein Leben lang so bleiben. Du solltest lernen, auf das stolz zu sein, das du bereits erreicht hast. Ist doch toll wie weit du mit deinem Schachtalent gekommen bist.

Bringt der Trainer euch z.B. Entspannungstechniken bei, die ihr vor einem Turnier anwenden könnt? Vielleicht solltest du mehr für deine Seele allgemein tun. Lerne zu entspannen, den Computer mal für ein Weilchen hinter dir zu lassen und einfach einen Spaziergang zu machen. Gibt es eventuell andere Hobbies, die dir Freude bereiten? Vergiss sie nicht, denn es die Vielfalt, die so einiges im Leben ausmacht. :)

Liebe Grüße,

Kleine Wespe

Ist übertrieben, aber immer noch im Rahmen des natürlichen.

Als ich im ersten offiziellen Mannschafts-Meisterschafts-Spiel sah, dass ich wohl verlieren würde, hatte ich ein Gefühl, wie wenn ein Kletterer abstürzt. Mit der Zeit war es mir nur noch ein kleiner Aerger wert. Uebrigens habe ich mein erstes grosses Turnier erst letzthin nach einigen Dekaden des Schachspielens gewonnen. Du hast also noch Zeit.

Je mehr ein Mensch sich für seinen Sport, sein Hobby einsetzt, umso mehr muss er es wiederholen. Beispiel ist der Laufsüchtige, der sogar bei Knochenriss nicht eine Pause machen kann. In erster Linie also musst du das tägliche Schach beschränken, dann das wöchentliche. Du wirst sowieso immer Spieler treffen, gegen die du verlierst. Der Kampf, der Aufwand ist es nicht wert. Wert haben m.E. Aktivitäten in der freien Natur, mit Tieren, Pflanzen; in der Kultur ebenso, besuche z.B. in den nächsten Ferien einen Sprachkurs, da nimmt dein Wissen und Können echt zu, nicht unecht und sinnlos wie beim Schach.

Ich hatte auch immer das Gefühl, wenn ich so die Koryphäen im Klubschach mir besah, dass sie meistens höchst durchschnittliche Menschen im Geistigen waren, die versuchten, mit Erfolgen im Schach durch tägliches Trainieren dies Manko zu kompensieren.

Bedenke einmal dein Lebensende: du wirst das halbe Leben vergeudet haben. Für nichts.

Suche dir zur Einübung einmal das Zitat von Einstein über Lasker.

Also , da du weiter Schach spielen willst , solltest Du zu einem Psycholgoen gehen, der Dir bei Deinem Problem am ehesten helfen kann. Ich würde es an Deiner Stelle nicht so weiter laufen lassen, da Du auf die Dauer noch größere Probleme damit bekommen kannst. Psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist keine Schande.

Du reduzierst deine Laune, dein Selbstverständnis, ja,. dein ganzes Leben nur auf Schach. Hahahaha, sorry, mir wurde mal gesagt: einer der Vorteile des Schachs ist (nicht nur für Kinder) dass man v e r l i e r e n l e r n t. Da scheinst du was verpasst zu haben.

Eine Idee für dich: geh mal in eine Schachpartie rein, mit der Absicht genau im 25.Zug bewusst einen Fehler zu machen und so zu verlieren, und zwar so, dass der Gegner es nicht checkt, dass du das absichtlich gemacht hast.

Jaja, die Frustration ;) Bei meinem ersten Turnier dachte ich, ich würde niemals einen Pokal gewinnen, dass sich bis heute mehr als 35 mal als falsch erwiesen hat, nachdem ich fleissig trainiert habe, es gibt immer leute die besser als man selbst sind, vergleich dich nicht mit anderen, verlieren heißt lernen!

Ich verstehe nicht dein Problem, das klingt doch gut. Sehr ehrgeizig. Schach ist eigentlich nur dann locker wenn man eine Frau und sexy ist, dann ist es egal wie gut du spielst.

Als Mann ist es natürlich ein Wettkampf, der dir großen Freude am Erfolg einbringen kann aber auch totale Verzweiflung. Gerade wenn man sich so intensiv mit einer so komplexen Denksportart beschäftigt, ist es doch nur logisch das da bei einem die Emotionen durchgehen.

Das ist in meinen Augen aber bei jedem Sportler so, egal ob körperlicher oder Denksport. Nur anders als der 100 Meter Läufer der stolpert, oder der Fussballspieler der den Elfmeter vermasselt kannst du deine Wut nicht einfach körperlich ausleben, du sitzt da und musst dann damit klarkommen.

Ein weniger ehrgeiziger Mensch würde sagen ach sch***s drauf und vermutlich weniger Schach spielen oder eben nicht mehr so ehrgeizig, aber du musst damit klarkommen.

Empfehlen kann ich die Atemtechniker, nein nicht nach einem verlorenen Spiel sondern ganz allgemein. Nach einem verlorenen Spiel, wenn du mal wieder dich selbst hasst, deinen Gegner oder einfach nur alles kaputt schlagen willst, würde ich mich körperlich sportlich betätigen, zB laufen, Rad fahren, bladen, skaten ... völlig egal, etwas das dir Spass macht, das du allein machen kannst und zwar Jederzeit.

Sobald du dich körperlich abgeregt hast, wird auch die Wut sich legen und dann kannst du die aufgeschriebene Partie nachspielen und zwar solange bis du deinen Fehler gefunden hast - So schaffst du es dann vielleicht eines Tages zum Großmeister.

Dein Problem ist nicht das du einen an der Klatsche hast, du bist einfach nicht ausgeglichen, Geist und Körper ... und Schach ist leider nicht sehr anspruchsvoll für den Körper.

Gleich das aus und es wird dir besser gehen.

Hätten Dr. Aljechin oder Bobby Fischer nach dem Verlust einer Schachpartie Selbstmord begangen, wären sie nicht über 50 bzw. über 60 Jahre alt geworden …

Es ist eben Bullshit, wenn man nicht verlieren kann …

Vielleicht solltest du einen Psychologen oder Psychiater aufsuchen. GFler sind wohl kaum das Publikum, die solche „Probleme“ adäquat behandeln können …

Denke nicht, zu viel, haben ein gutes Leben jetzt auf sie.

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