Mündliche Notengebung gerechtfertigt?

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Hallo Jasmin,

zuerst einmal würde ich auf die mündliche Notengebung nicht verzichten. Es ist eine weitere Form darin zu glänzen. 

Krass ist (entschuldigt bitte die Wortwahl, aber ich finde das Wort sehr treffend) wie hoch die mündliche Beteiligung gewertet wird.

Du hast selbst alles aufgeführt, was alles zur mündlichen Note herangezogen wird. Da kann ich mir bei dir sehr gut vorstellen, dass du eben in allen Bereichen sehr gut abschneidest und nicht wie andere nur in einem Teilbereich. Bei den Wortmeldungen zählt eben, wie andere User schon richtig bemerkt haben, auch die Qualität der Beiträge. Die würde ich bei dir auch hoch ansiedeln.

Problematisch betrachte ich das laute Vorlesen der Note. Vor allem wenn man den Hintergrund bei dir betrachtet und was alles schon geschehen ist. Da frage ich mich durchaus, wie das mit dem Datenschutz vereinbar ist. 

Vielleicht sprichst du die Lehrer einfach mal drauf an, ob sie die Noten in Zukunft nicht mehr laut vorlesen.

Danke für den Stern.

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Die Notengebung ist nicht genau festgelegt.

Zum einen gibt es für einen Lehrer mehrere Methoden der Notengebung (kurz angerissen: Beispielsweise der Vergleich der Leistungen verschiedener Schüler, Vergleich der Leistungsveränderungen eines Schülers, etc.) Diese unterschiedlichen Methoden stellen aber jeweils meistens dann nur Teilaspekte der Bewertung dar.

Wie du schon erwähnt hast, spielen in die mündlichen Noten diverse Tests (Vokabeln-, Lernstandskontrollen, etc.), Vorträge, Referate, Hausaufgaben und natürliche die Beteiligung am Unterricht eine Rolle.

Gerade bei der Beteiligung am Unterricht (die auch neben den melden, Gruppenarbeiten umfasst) zählt neben der Quantität (also wie oft man sich meldet) auch die Qualität eine wichtige Rolle. Man kann sich auch wenig melden, mit seinen Beiträgen aber dann zu maßgeblichen Fortschritten im Unterricht beitragen. Trotzdem sollte schon ein halbwegs ausgewogenes Verhältnis aller Faktoren bei einer guten Note vorliegen. 

Hallo Jasmin !

Aber wenn ich so meine Beteiligung am Unterricht mit der Beteiligung der anderen Vergleiche, sagen die anderen aus meiner Klasse zum Teil viel mehr und bekommen dann als mündliche Note nur eine 2 - 3.

Die Lehrer sind nicht blöde. Die erkennen wenn jemand sich nur meldet um Beteiligung am Unterricht zu demonstrieren oder ob sich jemand meldet weil er die Antwort auch wirklich weiß. Es nutzt ja nichts wenn jemand sich 8 mal innerhalb von 45 Minuten meldet und 6 mal dabei was unkorrektes oder ungenaues gesagt hat.

Die Note macht bei uns je nach Unterrichtsfach 50 - 70 % der Endnote aus.

Das finde ich schon ziemlich krass. Während meiner Schulzeit vor über 20 Jahren in Schleswig-Holstein war das Verhältnis praktisch genau umgedreht, also schriftlich zählte viel und mündlich wenig.

Ich finde durch die Überbewertung der mündlichen Note werden introvertierte Schüler oder ängstliche Schüler oder zurückhaltende Schüler benachteiligt, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

LG Spielkamerad

Es zählt ja nicht nur, wie oft die anderen aufzeigen und was sie sagen, also die Qualität ihrer Aussagen. Wenn du komplexe Aufgabenstellungen lösen kannst und die anderen dies beispielsweise nur wiederholen, ist es logisch, dass du besseres bewertest wirst. Also nicht vergessen: nicht jedes Mal aufzeigen und irgendwas sagen, sondern paar Mal und dabei alles ausführlich und aufgsbengerecht

Tja, die Frage stellt sich (auch mir) häufiger und ich bin persönlich der Meinung, dass man die mündlichen Noten abschaffen sollte, weil sie intransparent und ungerecht sind. Aber die aktuelle Schulpolitik bei uns will tendenziell eher das genaue Gegenteil machen.

Um deine Frage

"Mündliche Noten gerechtfertigt?"



zu beantworten:KEINE AHNUNG

Mündliche Noten können nie gerecht sein. Auf der anderen Seite können Schüler jedoch auch nicht immer die Qualität eines Beitrages bewerten, sondern sehen nur die Quantität der Beiträge ihrer Mitschüler. Deswegen erscheinen mündliche Noten manchmal ungerechter, als sie sind.

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je nach Unterrichtsfach 50 - 70 % der Endnote aus.


Das ist bei uns (politisch gewollt und vom Kultusministerium festgelegt) leider auch so und ich finde es ein Unding!


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Darum stelle ich mir die Frage, wie überhaupt die mündliche Note zustande kommt ?


Zu welchen Teilen eine mündliche Note sich zusammensetzt ist i.d.R. nicht definiert:

Wenn ich nur 2-3 Vokabeltests (Latein) im Halbjahr schreiben lasse, zählen sie wenig, weil sie nicht sehr belastbar sind (Schlechter Tag, mal nicht gelernt, etc.) . Wenn ich eine Klasse habe, von der ich merke, dass sie bei den Vokabeln schludert, lasse ich jede Woche 2 Vokabeltests schreiben. Das sind dann pro Schüler 50 Vokabeltests und die zählen dann auch mehr, weil sie in der Summe sehr aussagekräftg sind.

Deswegen ist es dem Lehrer freigestellt (i.d.R.), wie sehr er welche Komponenten wertet, und wie du an obigem Beispiel siehst, kann ich das auch als Lehrer noch nicht zu Beginn des Halbjahres festlegen, sondern erst am Ende.

Wie die Mitarbeitsnoten zu Stande kommen, ist jedem selbst überlassen. Viele Lehrer (ich auch) machen sich ein paar  + oder - alle 1-2 Wochen in ihre Aufzeichnungen. Um das nach jeder Stunde zu machen, reicht die Zeit i.d.R. nicht. Deswegen ist da meistens ziemlich viel "Bauchgefühl" drin und das ist leider weder transparent noch sonderlich belastbar.



LG
MCX

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