Meine Tochter will keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater

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9 Antworten

Meine Tochter ist sehr sensibel, aber zu gewissen Leuten in ihrer Umgebung sehr verschlossen. Ihr Hauptproblem ist, dass ihr Vater schon fettleibig ist. Ihr ist es peinlich, sich mit ihm und seiner Frau blicken zu lassen. Das nächste, jedesmal wenn sie bei ihm ist, kommen ihr gegenüber vorwürfe. Warum sie nicht mal öfters kommt oder sie soll doch bitte leise sein, da ihr Bruder schläft. Ihrer Meinung nach ist sie leise. Und wenn sie mal mit ihrem Vater alleine war, hat er sich nie richtig beschäftigt. Eher mit dem Abwasch bevor seine Frau nach hause kommt oder mit vereinsdingen oder sie sollte mal auf ihren Bruder aufpassen,, damit er in ruhe mal was am Laptop schreiben kann. Ich sehe ihre Enttäuschung jedesmal, wenn sie wieder heim kommt. Sie ist für ihr Alter ein sehr reifes mädchen. Sie ist tolerant, hilfsbereit und eine ehrte schülerin, kommt gut mit jedem Mitschüler klar und die Lehrer mögen sie alle. Nicht einer sagt was schlechtes gegen sie. Und jetzt wird mir von ihrem Vater vorgehalten, dass ich meine Erziehung nicht richtig führe, indem ich ihr lügen und intolerant vorlebe. Da kennt er seine Tochter aber schlecht. Nur weil ich ihm was sage, was er nicht verkraftet? Ich denk mal, das er so reagiert, hat damit zu tun, dass diese Freundschaft nicht mehr besteht. Das mit dem Brief hab ich ihr auch schon vorgeschlagen, und sie ist überhaupt nicht begeistert darüber. Aber wohl auch eine Möglichkeit ihm zu zeigen dass es nicht von mir kommt und ich sie in keinsterweise beeinflusse.

Du solltest deiner Tochter diese Entscheidung frei laßen.Wenn sie nicht zu ihrem Vater möchte,aus welchen Gründen auch immer,mußt du das so akzeptieren,der Vater auch.Zwingen bringt da gar nichts.Sie ist mit 12 in einer Phase des Umbruchs für sich selber.Vielleicht ist sie immer noch traurig ,dass der Vater eine andere Familie hat und scheut deswegen den Kontakt.Laß deine Tochter mal etwas älter werden.Dann entspannt sich die Lage eventuell wieder und der Kontakt stellt sich wieder her.

Meine Tochter ist 15 und wir hatten jetzt über Pfingsten 12 Tage "Umgang". Im Sommer wieder 2 Wochen. Also gerichtlich geregelt, weil die Mutter auch dachte, dass ein Vater nicht so wichtig ist (so wie Renesmee 1905).

Es ist in dem Alter (Pubertät) als Wochenendpapa schon schwierig, Programm zu machen. Viele Dinge wollen Mädchen dann lieber mit ihren Freundinnen machen. Der Papa ist in der Öffentlichkeit eigentlich immer peinlich, da muss er nicht mal einen dicken Bauch haben. Weil ich aber weiß, dass es mir in dem Alter auch so ging, und weil ich schon so einige Lebensphasen meiner Tochter mitgemacht habe, kann ich das akzeptieren. Wir machen oft sogar ein Spiel draus - irgendwas zwischen sich gegenseitig ärgern und aufeinander Rücksicht nehmen.... dieses Spiel funktioniert aber nur, wenn man Vertrauen hat.

Man kann Kindern in den 15 Jahren entweder dieses Vertrauen zu beiden Eltern geben oder ihm 15 Jahre lang eintrichtern, dass ein Vater unwichtig ist. Auch der Vater findet sich dann irgendwann damit ab, es ist ja auch einfacher, sich an die (noch!) allgemein gültigen Meinungen anzupassen, statt für sein Kind da zu sein. und etwas, das man nie kennengelernt hat, kann man auch nicht vermissen.

Wenn ihr nur Väter kennt, die ihre Elternschaft an die Mutter abgegeben haben, dann ist das nicht nur traurig für euch, sondern auch für eure Kinder. Denn man kann wiederum auch nichts an seine Kinder weitergeben, was man selbst nicht kennenlernen durfte. Aber tröstet euch - man ist auch mit einem Bein oder einem Auge noch lebensfähig.

Jetzt ist meine Frage, ob ich sie leider Gottes zwingen muss zu ihm zu gehen oder nicht.

Nein, aber du solltest sie zwingen es ihrem Vater ins Gesicht zu sagen, dass sie nicht mehr zu ihm will und warum das so ist.

Sie selber traut sich nicht ihm das mitzuteilen oder ihm irgendwas zu sagen. Ihre Begründung dazu ist, dass sie ihn nichtsahnend kann, wenn er am Boden zerstört ist.

Ich habe keine Ahnung was "sie ihn nichtsahnen kann" bedeuten soll, aber ich gehe mal davon aus, dass sie nicht sehen will, wie er verletzt ist. Die Mutter vorschicken um dem Vater mal eben das Herz aus der Brust zu reißen, weil man selber nicht den Mut dazu hat, ist nicht das Ziel meiner Erziehungsmethoden. Manchmal muss man anderen weh tun, wenn man sie nicht belügen will.

Das War das korrigierprogramm. Es soll heißen, dass sie es nicht sehen kann, wenn er am Boden zerstört ist

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Rede nochmal mit ihr, wenn sie es wirklich nicht will, dann zwing sie nicht. Ich habe auch keinen guten kontakt mit meinem vater, mädchen sind einfach mehr an mamis gebunden und die reichen auch meiner meinung nach :)

Also meine Partnerin war und ist eher "Papa-Kind" (auch wenn sie schon 28 ist). Das ist von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich. Sie ist aber auch in absolut behüteten und intakten Verhältnissen aufgewachsen.

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Du bist verpflichtet auf Deine Tochter einzuwirken, dass sie zum Vater geht.

Zwingen mußt Du sie aber nicht.

Diesen Satz bitte noch mal auf Deutsch: "Ihre Begründung dazu ist, dass sie ihn nichtsahnend kann, wenn er am Boden zerstört ist."

Das wichtigste ist, dass du deine Tocher nicht beeinflusst. Andererseits solltest du sie auch durch die Blume hindurch (also nicht direkt) danach fragen, ob irgendwann einmal etwas komisches passiert ist, als sie bei ihrem Vater war. Vielleicht wurde er laut oder sehr unfreundlich oder es sind andere Sachen vorgefallen.

Ärger mit dem Jugendamt wg. deiner Tochter? Dann scheint aber die Problematik bei dir zu liegen. Das Jugendamt ist ja grundsätzlich immer Schuld - völlig gleich worum es geht.

"Ihre Gründe warum sie nicht mehr hin will, sind mehrere. Jetzt hab ich ihm das alles mitgeteilt und jetzt bekomme ich vorwürfe, dass sie ja angst vor mir und meinem Mann hat"

Dieser Satz macht mich stutzig, ist es möglich, dass deine Tochter gerade den klassischen "Schrei nach Aufmerksamkeit" absetzt? Das wäre auch in Zusammenhang mit der Geburt des Geschwisterchens stimmig.

Dass sie sich schämt, weil ihr Vater zu dick ist, finde ich befremdlich, aber sie mag das so empfinden. Es wäre nun an dir, an dieser Stelle zu vermitteln und ihr zu erklären, dass es keine Veranlassung gibt, sich zu schämen, er ist und bleibt ihr Vater!

Auf eine Debatte vor einem Gericht würde ich mich mit diesen Begründungen nicht einlassen, bisher hast du keinen Grund genannt, der mich glauben lässt, dass das Kindeswohl gefährdet ist.

Das Einzige, was du tun kannst, wirke darauf ein, dass die Kontakte regelmäßig stattfinden, denn diese sporadischen Kontakte sind, meiner Meinung nach immer kontraproduktiv.

tja, aber leider ist es bei einer 12 jährigen zu spät, um noch regerlmä0igen Umgang einzuführen. Meine Tochter wird jetzt 16. Telefonate, WE- und Ferienumgang sind geregelt. Wir haben auch unsere Krisen, aber der kontakt zu beiden Eltern ist immer noch eine feste Größe in ihrem Leben. Die "Entscheidung" kommt mit Sicherheit nicht 100% vom Kind! Die Mutter hat "nur Ärger mit dem JA", hat als Kind etwas ähnliches "durchgemacht" und kann deshalb ihr Kind "besser verstehen".

Die Eltern sind zwar gesetzlich verpflichtet, den Kontakt zum anderen Elternteil zu fördern, aber wie sie das machen, ist natürlich äußerst unterschiedlich..... und hoppla - plötzlich will das Kind nicht mehr! Und weil ja das Verhältnis noch nie "wirklich" gut war, ist es auch nicht "wilrklich" schlimm, wenn man den kontakt abbricht.

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Wenn Deine Tochter den Kontakt zum leiblichen Vater ablehnt, ist das ihr gutes RECHT.

Im Allgemeinen sagt man, dass sie ab dem 14. Jebensjahr diese Dinge allein entscheiden sollte - mit 12 geht das natürlich in Ausnahmefällen auch.

Schlage Deiner Tochter vor, sie soll einen Brief an den leiblichen Vater schreiben. So viel muss sie schon selbst machen - schließlich zahlt ja der leibliche Vater sicher auch Unterhalt und hat natürlich auch seine Rechte.

Erzwingt der leibliche Vater weiter sein Umgangsrecht, wird diese Angelegenheit vom Familiengericht geklärt werden müssen.

Ich kann sehr wohl verstehen, dass auch der leibliche Vater seine Tochter sehen möchte und zumindest eine gute Erklärung braucht, um sich damit abzufinden, sie nicht mehr sehen zu dürfen.

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