Kann ich mit 11 noch beruflich mit Ballett anfangen?

4 Antworten

Hi Josie,

ja, du hast zu spät angefangen. Du müsstest jetzt bereits an eine staatliche Ballettakademie/Hochschule wechseln bzw. solltest bereits seit ca. eineinhalb Jahren dort unterrichtet werden. Davor solltest du entweder dort oder an einer guten privaten Ballettschule mindestens drei Jahre Vorbereitungskurse absolviert haben.

Zu spät oder nicht zu spät, ist aber in deinem Alter noch gar nicht so sehr die Kernfrage, sondern deine körperliche und musikalische Eignung sind die Fragen aller Fragen.

Grundvoraussetzungen sind:

  • Zartgliedriger Körperbau mit langgestreckten Gliedern und ebensolcher Muskulatur.
  • Ein gutes Verhältnis des Körperbaus. Etwa 1/3 Oberkörper und 2/3 Beinlänge - je nach Entwicklungsstadium.
  • Langer Hals, schöne, harmonische Schulter-Halslinie.
  • Ganz wichtig: Beidseits 90° Auswärtsdrehung aus der Hüfte MUSS unbedingt von Natur aus vorhanden sein, insgesamt muss also die 180° Ausdrehung möglich sein.
  • Gute Dehnbarkeit des Rückens, der Sehnen, Bänder und Muskelansätze.
  • Hohe natürliche Sprungkraft, stabile Fußgelenke und Knie.
  • Eiserne Gesundheit, physische und psychische Kraft, KEINE ESSSTÖRUNGEN! Die sind heutzutage zum Glück ein Ausschließungsgrund bei jeder Aufnahmeprüfung und später Grund für eine sofortige Freistellung.
  • Musikalität, gutes Rhythmus- und Taktgefühl, Gefühl für musikalische Ausdrucksformen sollte vorhanden sein.

Das alles wird bei einer Aufnahmeprüfung einerseits vom Lehrerkollegium, andrerseits von einem erfahrenen Ballettarzt überprüft. Erst danach kann über eine Aufnahme entschieden werden.

Es gibt vier sehr renommierte Ballettakademien in Deutschland, nach deren Abschluss man gute Chancen hat, entweder in die korrespondierenden, erstklassigen Ballettkompanien über nommen zu werden oder gute Jobs an anderen Theatern und Opernhäusern zu bekommen. Das sind:

  • John Cranko-Akademie in Stuttgart
  • John Neumeier Akademie in Hamburg oder Hamburg
  • Hochschule für Musik in Berlin
  • Hochschule für Musik in München.

Du kannst dir ja die Homepages der Schulen einmal anschauen und die Aufnahmebedingungen nachlesen.

Du kannst und solltest auch deinen Lehrer fragen, ob er/sie dich für eine Karriere als Profi-Tänzerin für geeignet hält und ob er es für sinnvoll hält, dass du dich zu einer Aufnahmeprüfung anmeldest.

Was ich oben noch vergessen habe:

Man muss bereit sein, alles bzw. sehr viel fürs Tanzen hinzugeben, was man normalerweise nach 3, 4 Monaten noch nicht wissen kann. Wer nicht in einer der genannten Städte lebt, muss also ins Internat ziehen, sehr selbständig sein, Eltern, Geschwister und Freunde zurücklassen und allein mit einem sehr strengen Stundenplan zurechtkommen. Das alles gilt es gut zu überlegen.

Ich hoffe, ich konnte dir einiges zum Nachdenken und selbst überprüfen geben.

Alles Gute und liebe Grüße Lilly "Tanzistleben"

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Tut mir leid aber dafür ist es schon fast zu spät. Um das als Beruf zu machen muss man schon mit 6 Jahren ca anfangen eisern zu trainieren. Danach sollte der Weg an eine Ballettschule gehen die für so etwas ausgerichtet ist. Außerdem ist der Beruf SEHR anstrengend und nicht jeder kann das harte Pensum bewältigen. Dennoch: Bleib dran! Auch wenn du 2 Schritte vorwärts machst und wieder einen Rückschritt machst, bist du immer noch einen Schritt gegangen ;)

Woher ich das weiß:Hobby

Hallo. Ich weiß, meine Antwort ist ziemlich spät, aber ich habe ein Video gesehen. Ein Mädchen hat mit 12 ungefähr angefangen und man könnte sie meiner Meinung nach schon als Profi bezeichnen. Wenn du sehr regelmäßIG tanzt und ehrgeizig bist, könntest du es denke ich schaffen. Naja, ich verlinke es dir mal hier:

https://youtu.be/ywIRdl-XRlw

Sie ist aber natürlich ein Ausnahmetalent!

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den Zahn ziehe ich dir mal halb

also wenn du mit beruflich das Kleinstadttheater meinst klappt das mit genügend Ehrgeiz.

Wenn du wirklich davon leben willst und in dem Bereich auch weltweiten Erfolg haben willst keine Chance mehr

Von "weltweitem Erfolg" kann im Ballett sowieso nur ganz, ganz selten geredet werden. Die höchstbegabten Tänzer mit den 100% idealen Körpern, die auch noch dauerhaft von Verletzungspech und Überlastung verschont bleiben, kann man an den Fingern einer Hand abzählen.

Wer es schafft, an einem großen Opernhaus zuerst fix ins Ensemble engagiert, später zum Halbsolisten oder gar Solisten ernannt zu werden, kann sich schon sehr, sehr glücklich schätzen.

Die Karriere eines Tänzers verläuft diesbezüglich ganz anders, als die eines Opernsängers.

Liebe Grüße!

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@Tanzistleben

naja Opernhaus in Hamburg , Berlin oder New York würde schon reichen um davon zu leben (so weit ich weiß) aber dazu viel zu spät angefangen. Zu mal die besten Tänzer meines Wissens nach an der staatlichen Ballettschule in Moskau trainieren, bitte korrigieren falls ich da falsch liege, Ballett ist jetzt nicht gerade mein Hobby

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@verreisterNutzer

Heutzutage muss man nicht mehr in Moskau studieren, um sehr, sehr gut zu werden. In Deutschland gibt es vier erstklassige Akademien bzw. Hochschulen, die weltweit anerkannt sind (John Cranko/Stuttgart, John Neumeier/Hamburg und die Hochschulen in München und Berlin), aber auch andere europäische Schulen können durchaus mithalten (London, Paris, Wien, Cannes, Monte Carlo).

Die Ausbildung an einer dieser Schulen zu machen, ergeben dann auch die Möglichkeit, von den jeweils korrespondierenden Ensembles übernommen zu werden, vorausgesetzt, man ist wirklich gut und arbeitet hart. Natürlich kann man davon auch gut leben, aber da ist man dann auch schon in der Elite.

Dafür, dass Ballett nicht gerade dein Hobby ist, bist du aber weit besser informiert, als der Durchschnitt der Leute. 😉

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@Tanzistleben

Ich hab Jahre lang Kampfsport im Leistungssportbereich trainiert und uns wurde Tanz, am besten Ballett für Koordination nahe gelegt, von daher wurden wir da auch eingehend beraten, bin da aber recht altmodisch und sage als Kerl definitiv für mich die falsche Adresse ;-)

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@verreisterNutzer

Zum Glück nicht die Einstellung aller Männer! Sonst hätten wir auf der Bühne schön dumm dreingeschaut. 😉

Ich finde aber Kampfsportarten auch sehr interessant und bin, ganz ungewöhnlich für meinen Beruf, ein riesiger Motorsportfan.

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@Tanzistleben

Na nicht falsch verstehen, gehöre nicht zu den Trollen, die dann sagen tanzen ist Schwul oder so ähnlich, wer als Mann seinen Spaß dran hat bitte sehr, Hauptsache Man(n) wird glücklich. Ich persönlich bin aber Bewegungslegastheniker, die Verletzungsgefahr für mich oder andere wäre dabei definitiv zu hoch.

Ganz nebenbei als Randnotiz, wenn man als Mann ausm Stand sein Bein hinter den Kopf bekommt, kann das nicht gesund sein :D, Spagat an sich war schon schmerzliches Training.

Und wenn ich jetzt davon ausgehe, dass du im Profibereich Tänzerin bist, dann ist Motorsport gar nicht so abwegig, egal ob nur als Zuschauer oder als Teilnehmer, es bildet einen natürlichen Gegenpol zum Tanz, zu mindestens aufs Ballett bezogen. Weil Ballett ist dann doch sehr Emotional angelegt während Motorsport dann doch einfach mal die raue Härte darstellt, von daher sehr buddhistisch, sehr ausgeglichen, gefällt mir!

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