Ist die "Kaufmannshanse" und die "Hanse" das Gleiche?

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Kaufmannshanse ist eine Bezeichnung für die Hanse in ihrer frühen Zeit, in Abgrenzung zur späteren Zeit, die als Städtehanse bezeichnet wird. Tatsächlich vollzog sich eine verwickelte, über einen längeren Zeitraum verlaufende Entwicklung mit einer Umstrukturierung der Organisation. Die Hanse ist als Zusammenschluss norddeutscher Kaufleute entstanden. Später übernahmen ganze Städte eine stärkere Funktion, aber in diesen hatten die Kaufleute eine führende Rolle.

http://www.schms.de/geschichte/mittelalter/wirtschaftsgeschichte/die-deutsche-hanse/von-der-kaufmanns-zur-staedtehanse-12-14-jh.html: „Die Einteilung von 'Kaufmannshanse' einerseits und 'Städtehanse' (seit Mitte des 14. Jh.) andererseits ist unpräzise, da es sich um einen komplexen und längerfristigen Prozeß der Umstrukturierung handelt:

  • Bereits im 13. Jh. haben auch die Heimatstädte die Interessen ihrer Kaufleute vertreten und sich in handelspolitische Fragen eingeschaltet.

  • Seit 1356/1366 gibt es als allgemeines Beschlußgremium der Städte, die Hansetage, die auch die Aufsicht über die Kontore beanspruchten. In den Kontoren hielten sich die Elemente der Kaufmannsorganisation noch am längsten.

  • Förmliche Neuaufnahme oder Ausschluß bei Rechtsverletzungen und Sturz der patrizischen Ratsgewalt (Bremen, Braunschweig, Köln) werden schon vor 1400 praktiziert.

  • Um 1400 gibt es Bemühungen, die Nutzung der Privilegien vom Bürgerrecht einer Hansestadt abhängig zu machen.

  • (Erst) Zu Beginn des 15. Jh. kommt es zur Herausbildung eines politisch-rechtlichen Systems, in dessen Mittelpunkt die 'hensestede' standen: ca. 70 Städte, die sich an den Gemeinschaftsaufgaben beteiligten, während die übrigen 100 (od. mehr?) Städte nur zeitweise oder über andere Städte mit der Hanse verbunden waren.“

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