Hund hört nur auf "Rudelführer"?

5 Antworten

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Moin Andreas,

die Begründung für eine "abgestufte Führungshierarchie" liegt nicht beim Hund. Der Mensch ist es, der dem Hund über Körpersprache und Körperspannung mitteilt, wo er sich in der Hierarchie befindet. Häufig kommt dann noch eine gewisse Unsicherheit der "rangniedrigeren" Menschen und siehe da: Es gibt - so hat es dann eben den Anschein - nur einen Rudelführer.

Wenn aber alle sich gleichermaßen aufstellen und die selben Befehle o.ä. nutzen würden, gäbe es diesen "einen Führer" eben nicht.

Im Rudel muss sich das Tier, welches sich z.B. auf Rang 5 befindet, ALLEN übergeordneten gehorchen und nicht nur dem Alphatier.

Jagdlich, polizeilich oder ähnlich ausgebildete Hund nehmen da eine Sonderrolle ein. Und das ist auch sicherlich sinnvoll!

Ich hoffe Deine Frage (ein wenig mehr aus der Sicht des Hundes) hiermit beantwortet zu haben.

Ein Gruß in die Runde, Till

Ja, danke schonmal. Das heißt also, in unserem Fall hat der Hund innerhalb der Familienmitglieder eine Rangordnung festgelegt, die von ihrem jeweiligen Verhältnis zum Hund ausgeht. Kann ich denn als erste Bezugsperson dem Hund mitteilen, dass er auch in meiner Gegenwart auf die anderen hören soll oder hängt das allein von deren Körpersprache selbst ab? Wie soll ich mich verhalten, wenn er in meiner Gegenwart nicht auf die anderen hört?

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@Andreas78

...hast Du schon richtig erkannt. Ein jeder ist für die Aufmerksamkeit und somit für das "Gehorsam" des Hundes selbst verantwortlich. Jeder Mensch stellt unterbewusst seine eigenen Regeln für den Hund auf. Fazit: Achtet gegenseitig auf Euch und versucht das Beste jedes Einzelnen (sein Verhalten gegenüber dem Tier) zu übernehmen und an den Hund zu "bringen".

Du selber kannst nichts machen. Du kannst lediglich den anderen mitteilen, wie es besser wäre sich zu verhalten, damit der Hund auf sie hört/achtet. Gewissermaßen musst Du dann Anweisungen geben, so wie ich es bei meiner Arbeit auch mache. Wenn darauf eingegangen wird, wird sich schnell ein Erfolg einstellen.

Schöne Grüße auch in die Runde, Till

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@TillB

Ok, danke Dir. Na, bin ja selbst kein Hunde-(halter-)trainer, aber ich weiß jetzt schonmal, wo's hakt!

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Grundsätzlich gilt, ein Hund gehört in der Rangordnung NIE über einen Menschen. Ein Hund kann durchaus mehrere Bezugspersonen haben und sollte auf alle Familienmitglieder hören. Dabei muss man beachten, dass alle dem Tier mit gleicher Konsequenz begegnen. Hunde verhalten sich wie Kinder, bekomme ich bei dem einen meinen Willen nicht, geh ich halt zum nächsten und spiel das Spielchen so lange bis ich einen gefunden habe, bei dem ich bekomme was ich will. Wichtig dabei ist, dass man auch die Körpersprache eines Hundes versteht und auf seine eigene achtet. Lässt die nämlich Inkonsequenz erkennen, macht der Hund was er will.

Wo hastn das her? Der Hund hat der unterste im Rudel zu sein. Selbiges geht ohne Gewalt, gut nachzulesen in "Mit Hunden sprechen" von Jan Fennell, ist nicht teuer. Stand für mich nach unendlich viel JAhren Hundeerfahrung noch viel Neues drin. Der Hund versucht halt, wenn Leute dazu kommen, seinen Rang nochmal in Frage zu stellen. Das machen sie immer und das ist auch natürlich. Dem kann man aber gut entgegen wirken.

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