Hallo könnte jemand meine GedichtsInterpretation verbessern und mir Tipps geben?

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3 Antworten

Ich finde es sehr anstrengend, Deine Gedichtinterpretation zu lesen. Und für mich setzt sie an der falschen Stelle an: Du bist so sehr damit beschäftigt, die sprachlichen Mittel herauszufinden und ihnen eine Funktion zuzuweisen, dass ich das Gefühl habe, dass Du es selbst gar nicht liest, dass Du es nicht auf Dich wirken lässt und dass sofort der Analysemodus das Gedicht zu scannen beginnt.

Ich lese einen ruhigen Rahmen - zwei Verse am Anfang, zwei am Schluss - um zwei mahnende Strophen. 

Ruhig deshalb, weil die Verse und Strophen so kurz sind. Weil sie als Rahmen umarmen. Es sind kurze, auch eindringliche (> Parallelismus, sowohl der Aufbau der ersten und letzten Strophe als auch der Aufbau der letzten Strophe in sich) Aufforderungen, jedoch ohne Befehlscharakter.

Die Wiederholung und die Alleinstellung von "bald" und "noch" in der 3. und 4. Strophe wirken wie Glockenschläge, die mahnend an den nahen Tod erinnern. Die Aufzählungen in der 3. und 4. Strophe (für mich sind das keine Inversionen!) in Kombination mit den Enjambements unterstützen diese Mahnung, es gilt, die Zeit zu nutzen, Zeit zu gewinnen; Hetze macht sich durch die Aufzählungen breit.

Hast Du Dir die Bilder mal vorgestellt? "Der Himmel wächst unter dem Gras" - weil der Körper begraben ist, unter der Erde. "Deine Träume fallen ins Nirgends"; die Träume sind für mich nicht "Anzeichen" des Todes, sondern im Gegenteil Sinnbild des Lebens - nur lebend kann man träumen und sie bleiben übrig im Nichts, wenn man stirbt, denn man kann sie nicht mehr realisieren.

Die dritte Strophe ist ein Fest der Sinne - riechen, sehen (Blume), hören (Musik), lieben. 

Und "Noch bist du da" ist gleichermaßen mahnend (3.+4. Strophe) wie ermutigend (1. + 4. Strophe).

Was ich mache, ist, das Gedicht auf mich wirken zu lassen. Ich überlege mir, wie ich es vorlesen würde; darüber bekomme ich auch immer ein besseres Gefühl für ein Gedicht. Und dann frage ich mich, mit welchen sprachlichen Mitteln diese Wirkung bei mir erreicht wird.

Deine Interpretation der sprachlichen Mittel ist für mich zu wenig inhaltlich, zu allgemein, teilweise auch unpassend.

welche Note wäre das in deinen Augen so ungefähr

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@mamasprinzzzes

Ich bin keine Deutschlehrerin, ich kenne den Erwartungshorizont nicht. In welcher Klasse bist Du denn?

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könntest du mir bitte Tipps geben wie ich es besser machen könnte

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@mamasprinzzzes

Lies das Gedicht und lass es auf Dich wirken. Lass Dir dabei Zeit. Notiere, was Du empfindest, worum es Deiner Meinung nach geht, wie das Gedicht und die einzelnen Strophen auf Dich wirken. Überlege Dir, wie Du es vorlesen würdest (Tempo, Stimmlage, wo würdest Du Pausen machen?).

Analysiere die sprachlichen Mittel. Bei diesem Gedicht bspw.: Wie viele Strophen hat das Gedicht, wie sind diese zueinander aufgebaut, wie sind sie in sich aufgebaut? Achte auf Wiederholungen. Stell Dir die sprachlichen Bilder vor. Sieh Dir die Farben an und die Sinneswahrnehmungen. Wo sind Enjambements und an welcher Stelle springt es (bald / wächst der Himmel > positiv, Hoffnung, Leben / unter dem Gras > negativ, Enttäuschung, Tod)? 

Verknüpfe dann die sprachlichen Mittel mit Deinen Empfindungen, mit Deinen Assoziationen, mit Deinem anfänglichen Verständnis vom Gedicht. Warum wirkt es so auf Dich, wie es das tut?

Lass den gemeinen Leser heraus. Es geht nicht darum, Interesse zu wecken oder keine Langeweile beim Leser aufkommen zu lassen. Natürlich kann ein Gedicht lebendig sein, aber nicht für den Leser, sondern in sich. Wenn Du eine Gedichtinterpretation schreibst, dann ist das Dein Verständnis des Gedichts, das Du am Text belegst.  

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Habe gerade leider keine Zeit, deine Ausführung sprachlich zu korrigieren und zu posten. Ich kann dir aber gerne auflisten, was mir beim Lesen aufgefallen ist:

1)

Der Einleitungssatz sollte sprachlich klarer formuliert und vom Rest der Analyse getrennt werden. Bringe bitte alle Informationen, die standardmäßig in eine Einleitung gehören, in einem geschlossenen Satz unter. 

2) 

Ich finde, was Grammatik und Ausdruck angeht, manchmal Fehler in deiner Analyse/Interpretation. Du nutzt unter anderem das Präteritum, was jedoch inkorrekt ist. Nur Präsens und Perfekt sind erlaubt. 

3)

Deine Ausführung sollte zudem besser gegliedert werden:

- Einleitungssatz (Textart, Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Thematik) 
- formale Analyse (Anzahl Strophen/Verse, Reimschema, Metrum, Kadenz,     Perspektive usw.) 
- inhaltliche Analyse (Sprache, Stimmung, Interpretation des Inhalts usw.)
- Einordnung in die literarische Epoche (Untersuchung der Motive usw.)
- ggf. ist es auch möglich, dass du einen Schlusssatz verfasst 

4)

Wichtig ist auch die Anwendung von indirekten und direkten Zitaten, da diese deinen Ausführung enorm aufwerten. Vor allem direkte Zitate sind sehr wichtig. (Finde schön, dass du das machst! ) 

5) 

Mache in einer Klausur Notizen, damit du schnell verschriftlichen kannst, was du ausdrücken möchtest. 

Ich hoffe sehr, dass ich dir damit helfen konnte. Ich kann auch, falls du das möchtest, später noch den Text verbessern und posten :) 

@ForeverFlowjob: 

 Auch diese Ausführungen finde ich "verkopft".

Auch hier ist, pardon wegen des Wortspiels, kein "flow" zu spüren.

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Ich möchte hier nur noch einen Aspekt beisteuern: Ich finde deine Darstellung völlig "verkopft". 

Wie WIRKT das Gedicht denn auf dich? Wirkt es? Wenn ja, wodurch?

Gruß, earnest

Jeder liest aus einem Gedicht auch das heraus, was er hineinliest. 

Mich zum Beispiel sprang folgender Gedanke geradezu an: Das "memento mori", die Angst vor dem Tod, wird durch das "carpe diem", die Lust am Leben, überwunden.

So etwas meine ich mit "Wirkung".

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