Frage zu Wirtschaft: je knapper ein Gut desto größer die Nachfrage?

4 Antworten

Einerseits gibt es das klassische Angebot/Preis/Nachfrage-Spiel, was getreu der Theorie aus dem Lehrbuch funktioniert. Sieht man beispielsweise bei Lebensmitteln (Obst, Gemüse, aber auch Mandeln als Zutat für Schokolade etc.) in jüngster Vergangenheit deutlich.

Andererseits werden solche "Regelkreise" des Marktes häufig auch durch externe Faktoren verzerrt, teils bis ins Gegenteil. Technischer Fortschritt kann beispielsweise ein Produkt schlicht überflüssig machen, wenn sich die (früheren) Abnehmer entscheiden, auf ein alternatives Angebot auszuweichen, welches zeitgemäßer ist. Beispiel: verstärkter Einsatz von Carbonfasern an Stellen, wo man früher Edelstahl oder Aluminimum eingesetzt hat. (Maschinen- und Automobilbau)

Ein anderes Beispiel, wo Angebot und Nachfrage nur sehr bedingt auf die reale Preisentwicklung haben, ist der Ölpreis. In diesen fließen sehr viele Faktoren mit ein, die nicht unmittelbar mit physischem Angebots-Nachfrage-Quotienten zu tun haben.

Das stimmt nicht generell. Es kommt dabei immer darauf an, ob das knappe Gut überhaupt begehrt ist. Das kann z.B. für Antiquitäten wie altes Kinderspielzeug gelten, da richtet sich der Preis nach den potentiellen Sammlern und deren finanziellen Möglichkeiten. Ein Preis entsteht nur, wenn dem knappen Gut auch eine Nachfrage gegenübersteht. Mancher Hobbymaler meint, das einzigartigste Bild der Welt gemalt zu haben. Wenn er mit dieser Meinung alleine bleibt, entsteht kein Preis für dieses Bild.

Nachfrage hoch und Angebot niedrig, Preis steigt! Geringe Nachfrage und hohes Angebot, Preis sinkt! Angebot und Nachfrage gleich, Preis unverändert! Nur ein Anbieter = Monopol, kann Preis selbst bestimmen!

Also theoretisch ist eS so: Je knapper das Gut umso höher der Preis. Je höher der Preis, umso geringer die Nachfrage.

In der Praxis (auch in der Literatur) wird auf marktgleichtgewichtsverzerrende Faktoren hingewiesen. Bspw. das Wetter, Inter- oder Subventionen, Präfefenzen, Subsitutions- (Kupfer statt Alu) und Komplementärgüter (Ski und Skihelm).

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