Der Film " Das Parfum" - gibt es das Parum "Amor und Psyche"?

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2 Antworten

In dem berühmten Roman "Das Parfum" von Patrick Süskind hat Baldini vor, den Duft "Armor und Psyche" von Pélissier zu kopieren. Im Gespräch mit Grenouille wird das Geheimnis der Zutaten gelüftet: Limette, Nelke, Storax, Orangenblüte, Bergamotte, Rosmarin, Rose, Jasmin, Moschus. Im gleichnamigen Film von Tom Tykwer riecht Baldini an dem von Grenouille nachgemischten und dabei verbesserten "Amor und Psyche", dabei hat er eine bezaubernde Vision von einem schönen Mädchen, das ihm in einer Sommergartenatmosphäre einen Kuß auf die Wange gibt.

Wie könnte die Zusammensetzung des Parfüms von Pélissier ausgesehen haben? Wer sich an das Buch erinnert, der weiß, daß es auf jeden Fall "zu viel Rosmarin und nicht genug Rosenöl" zu vermeiden gilt. Ansonsten gelten die "klassischen Regeln": jeweils 4 Ingredienzien, in drei Gruppen "Kopf, Herz und Basis" angeordnet. Also insgesamt 12 Zutaten. Um Ausgewogenheit zu erreichen, sollten sich Kopf : Herz : Basis mengenmäßig wie 3 : 2 : 1 verhalten. Doch das gilt nur, wenn die Riechstoffe in annähernd äquivalenten Stärken vorliegen. Zum Beispiel kann Bergamotte in der Intensität nicht mit unverdünntem Nelkenöl mithalten.

Kein Parfüm braucht 12 Inhaltsstoffe, um "zu funktionieren". Moderne Parfüms haben trotzdem oft mehr als 24 Bestandteile. Doch die "Seele" eines Parfüms wird durch einen Duft oder das Zusammenspiel zweier Düfte bestimmt (die natürlich wieder aus unterschiedlichen Riechstoffen zusammengesetzt sein können). Bei Amor und Psyche wird der Duft zweifelsohne durch den Kontrast zwischen Citrusdüften (Limette, Bergamotte, Orangeblüte) und Gewürzen (Nelke, Rosmarin, Vanille, Zimt - letztere im Storax enthalten) bestimmt. Ein Prinzip, daß auch heute noch erfolgreich angewendet wird, zum Beispiel in einem meiner Lieblingsdüfte "Must De Cartier Pour Homme". Dort sind es Mandarine, Nelke und Zimt in einem äußerst ausgewogenem Verhältnis.

Ein für ein Buch "erfundenes" Parfüm muß nicht funktionieren, aber es ist einen Versuch wert. Eine reine Rechenaufgabe? Wohl kaum. Das oben erwähnte kann nur als erster Anhaltspunkt dienen, letztlich hilft nur der Versuch mit den Riechstoffen. Von den 12 nach damaligem Verständnis "notwendigen" Zutaten sind ohnehin nur 9 genannt worden. Eine mögliche Variation der Rohstoffe könnte dann so ausgesehen haben:

  • 256 - Moschus (Ersatz: Moschusketon, CAS: 81-14-1)
  • 213 - Storax / Styrax / Benzoe
  • 130 - Orangenblütenöl
  • 130 - Patchouli
  • 063 - Limettenöl
  • 063 - Bergamottenöl
  • 063 - Rosenöl, bulgarisch
  • 029 - Rosmarinöl, spanisch
  • 029 - Amber (Ersatz: Ambroxan, CAS: 6790-58-5)
  • 014 - Nelkenöl
  • 010 - Jasmin, abs.

Der Geruch ist ansprechend, frisch, würzig und fruchtig, komplex, mit unaufdringlichen Citrusnoten. Probiert es aus! Ein antikes Parfüm, bis auf die unvermeidlichen Ersatzstoffe ganz ohne Chemie. Faszinierend, wie weit man ohne Aldehyde und Thiazole kommt.

Übrigens wird im Film eine andere Zusammensetzung genannt, als im Buch. Dort fehlen Rosenöl und Jasmin, dafür wird Patchouli erwähnt. Patchouli ist jedoch tatsächlich eine gute Idee, besonders in Kombination mit Storax (enthält u.a. auch Vanille und Zimt) und Orangenblüte.

Quelle: perfume-punkt-twoday-punk-net/stories/amor-und-psyche/

Bei parfumo-punkt-de gibt es das Parfum. Ist von Thierry Mulger und heisst "Amor & Psyché"

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