Berufswahl MFA?

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1 Antwort

Hallo,

Kurz zu meiner Person: 25 Jahre, Medizinische Fachangestellte, Abschluss der Ausbildung 2011; Schulabschluss: Mittlere Reife mit Qualifizierung für Abitur, MFA Ausbildung in einer Allgemeinmedizinischen/internistischen Praxis gemacht ( 5 Ärzte, 15 Helferinnen) -> drei Ärzte sind in den Ruhestand gegangen, 2 Ärzte über, konnten nicht alle Helferinnen behalten, es kam auch kein Arzt mehr nach (Ärztemangel), ich war letzte die kam/Azubi musste dann was suchen; danach Arbeit beim Kinderarzt; der ging nach 2 Jahre auch in Rente (war schon 71Jahre alt), jetzt arbeite ich im öfftl. Dienst in der vor Ort liegenden Klinik (seit ca. 2 Jahren) und bin mega glücklich. Zur Zeit mache ich neben der Arbeit abends meine Weiterbildung: Fachwirtin für Management im Sozial- und Gesundheitswesen

Zu deinen Fragen: Wie viel verdient man in der Ausbildung? Die Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.04.2016 im 1. Jahr monatlich 730 Euro im 2. Jahr monatlich 770 Euro im 3. Jahr monatlich 820 Euro

Kann man sich in diesem Beruf weiter bilden? Ja das kann man. Du kannst dich sogar auf einen bestimmten Bereich deines Fachgebietes spezialisieren. Zudem bist du zur ständigen Fort und Weiterbildung verpflichtet um auf den neusten Stand zu bleiben. Deine Fortbildungen können dich auch auf höhere Gehalts/Tarifstufen bringen. Beispiele für Fortbildungen DMP, Qualitätsmanagement, Röntgen etc.. Zudem kannst du eine Fachwirtin Ausbildung machen: Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung / Arztfachhelferin oder Fachwirtin für Management im Sozial- und Gesundheitswesen.

Was sind die Vorraussetzungen? (Aus Wikipedia)Für die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten kann ein Realschulabschluss gefordert werden.[3] Die Ausbildung wird aber auch für Schüler mit Hauptschulabschluss angeboten.[4] Der Beruf erfordert gute kommunikative Fähigkeiten, Empathie (Einfühlungsvermögen, Zugewandtheit, verbindlich sein, kundenorientiert handeln, kontaktfähig sein, auf sehr unterschiedliche Menschen eingehen können, auch situativ verunsicherten Menschen entgegenkommen und Halt geben können), die Fähigkeit zur Abgrenzung und Durchsetzung (sicheres und bestimmtes Auftreten, sehr fordernden, anstrengenden, mitunter grenzüberschreitenden und distanzlosen Menschen kompetent entgegentreten können), Belastbarkeit (Ruhe bewahren können in hektischen Situationen, schnelles Reaktionsvermögen bei Notfällen, den Überblick nicht verlieren), Verschwiegenheit und Loyalität (Umgang mit sensiblen Daten, ärztliches Berufsgeheimnis, besonderes Vertrauensverhältnis der Arzt-Patient-Beziehung) und exaktes, gewissenhaftes Arbeiten (hohe Verantwortung, Fehler können sich gravierend auf die Gesundheit von Patienten auswirken oder auch erheblichen finanziellen und immateriellen Schaden verursachen). Meine Erfahrung: All das was oben beschrieben wurde kann ich nur zustimmen. Es erfordert vorallem ein hohes Maß an Belastbarkeit vor allen in stressigen Situationen immer ruhig und gelassen zu bleiben, freundlich und einfühlend. Die MFA ist das Aushängeschild der Arztpraxis! und die erste Anlaufstelle der Patient (Anmeldung/Telefon).

Wie ist der Beruf Medizinische fachangestellte? Ist der Beruf gut? Ich kann dir leider nur aus eigener Erfahrung berichten. Nach mehren verschiedenen Praktika (verschiedene Berufe u.a. auch beim Arzt) wusste ich das der medizinische Beruf etwas für mich ist. Es war mein Wunsch gewesen Arzthelferin zu werden. Vor Antritt meines Abitur, genau genommen ca. 2-3 Wochen vorher, habe ich eine Zusage der Praxis bekommen für die Ausbildung. Ich habe meine Abi nicht gemacht und habe dann meine Ausbildung begonnen. Ich habe oft darüber nachgedacht ob ich es bereut habe. Doch mein Fazit für mich selbst war:Klar wenn ich mich für´s Abi entschieden hätte, hätte ich das garantiert nicht gelernt. Entweder OP-Schwester, Hebamme oder sogar Medizin studiert. Doch ich denke oft es kam so wie es sein sollte. Der Beruf selbst und der Kontakt mit den Menschen die mir begegnet sind, haben mich zu der gemacht die ich heute bin. Jedoch war für mich vieles kein Zuckerschlecken. Ich habe nach der Ausbildung ca. 1500€ brutto gehabt, Steuerklasse 1, Netto rausbekommen: ca. 1020Euro, davon Miete, Auto bezahlen etc....Meine Oma sagte zum leben zu wenig zum sterben zu viel. Auch nach Weiter/Fortbildungen wollte mich mein Arbeitgeber nicht höher stufen. Ich musste all die Jahre immer einen Nebenjob machen. Das war ziemlich hart. Zudem habe ich immer mehr wie 40Std. gearbeitet, wir hatten immer viel zutun + Notdienste + Hausbesuche fahren usw. . Ich habe dort sehr viel gelernt und bin dafür auch dankbar, nur menschlich zwischen den Chefs und Mitarbeitern war es nicht immer gut. Das war kein schönes arbeiten. Jedoch musst du wissen das es nicht in jeder Praxis so ist!! Es kommt immer sehr viel auf den Arzt/Chef und das Team an. Danach beim Kinderarzt wo ich geabreitet habe war es total super und mega Spaß gemacht. Jetzt arbeite ich in der Klinik. Das ist ein deutlicher Unterschied. Ich verdiene viel mehr wie früher. Mein Vollzeitjob+Nebenjob zusammen und noch etwas mehr. Ich habe viel bessere Arbeitszeiten. Das Betriebsklima ist hier auch super. Um für mich selbst noch weiter zu kommen habe ich meine Weiterbildung angefangen. Fazit: Hast du schon ein Praktika gemacht? Es ist ein sehr schöner Beruf. Jedoch meines Erachtens völlig unterbezahlt und sehr stressig und fordernd. Jedoch kommt es immer auf die Praxis und das Team an. Ich rate dir dich auch immer Fort- und Weiterzubilden um weitere Chancen und Möglichkeiten zu erhalten.

Vielleicht mag ja noch jemand was ergänzen ;-) Das war jetzt nur aus meiner Sicht. Wie ist eure Erfahrung? Das würde mich interessieren.

Liebe Grüße und Alles Gute für die Zukunft!

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