Bedeutung FCI nicht anerkannte Rasse

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Von der FCI (Internationale Kynologische Föderation) sind zwischen 300 - bis 400 Hunderassen anerkannt.

Eine Hunderasse ist ein spezieller "Landschlag" von einem Hundtyp welche im Aussehen und Wesen, sowie Arbeitseigenschaften immer wieder als genau ein solcher Hundetyp geboren werden.

Das bedeutet dieser "Landrasseschlag" ist über lange Zeit durch Auslese auf Eigenschaften, Gebrauch und Körperbau beim genetisch gefestigt

Nur solche werden von der FCI als eine Hunderasse anerkannt!

Nun erwähnst du den "Mini Australian Shepherd" als ein Beispiel.

Der normale Aussie hat sich wie oben beschrieben entwickelt und ist FCI anerkannt. Er ist ein Hütehund, sehr aktiv sogar. Nun haben es sich "Züchter" die eigentlich gerne Hunde lediglich gut verkaufen wollen gefunden und erkannt, dass der Aussie besser verkäuflich - wenn kleiner wäre...

Dazu werden nun andere, kleine und kurzbeinigere Hunderassen eingekreuzt. Das ergibt dann Mischlinge. Diese Einkreuzungen fallen immer wieder genetisch auf. Deshalb versucht dann ein solcher Züchter wieder auf den Aussie zurück zu züchten und wählt immer die kleinsten Hunde dazu aus. Damit verdichtet der Erbkrankheiten in der Zucht. Die welche nicht so gelungen sind merzt er (werden getötet) oder verkauft sie ohne Bezeichnung als Mischling an jeden der Zahlen will.

Dass ohne Rücksicht mit genetischen Fehlern gezüchtet wird siehst du beim Mini Aussie dran, dass so exteme Scheckungen duch den Merlefaktor auftreten. Das Erkrankungsrisiko nimmt der Züchter in Kauf.

Man sollte nicht noch als ein Käufer von solchen **Modemischungen** eine derartige Mischlingszucht unterstützen. Sie wird auf dem Rücken der vielen Hunde die dazu dienen und der vielen Welpen die dann nicht "passen" sollten durcgeführt nur um eben einen Verdienst damit zu erzielen.


myLady  08.02.2012, 14:54

Die Frage ist zwar schon nicht mehr aktuell, aber ich bin damals hier auf der Suche nach Infos über den Miniature Australian Shepherd gelandet. Nun möchte ich einige Dinge klarstellen, damit dieser Beitrag niemanden von diesem tollen Hunden abschreckt.

Zur Frage selbst: Der Mini Aussie ist nicht FCI anerkannt, weil er dort nicht als eigenständige Rasse, sondern als kleine Variante des Standard Australian Shepherd's zählt. Momentan läuft wohl ein Anerkennungsverfahren unter dem Namen "Miniature American Shepherd".

Zur Rasse selbst: Sorry, aber das was YarlungTsangpo hier erzählt ist Blödsinn und trifft nur auf die schwarzen Schafe zu, die es bei jeder Rasse gibt. Die Mini Aussies sollen sich von den Standards nur in der Größe unterscheiden. Kleinere Aussies (SH unter 46cm) gab es bereits zu Beginn der Rassegeschichte. Ende der 60er Jahre begann eine amerikanische Züchterin damit, diese Hunde gezielt zu verpaaren. Hierbei wurden häufig Hunde aus Arbeitslinien verwendet, da diese oft kleiner waren als Hunde aus Showlinien. Noch heute ist es erlaubt kleine Standard Aussies bei der Mini-Zucht zu verwenden. Mini Aussies sind also keine "Modemischung" und haben weder ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, noch genetische Defekte.

Diese Sache mit dem Einkreuzen anderer Rassen habe ich bisher nur bei Toy Aussies (SH unter 35cm) gehört und auch da bin ich mir nicht sicher, ob es den Tatsachen entspricht oder auch nur üble Nachrede ist, wie bei den Minis.

Ich hoffe ich konnte hier einiges klarstellen, denn der Mini Aussie ist ein toller Hund, mit viel Arbeitseifer. Im Umgang ist er aber nicht unkomplizierter als sein "großer Bruder". Infos gibt's z. B. beim MASCA.

Lg Kathi mit Mini Aussie-Rüde Barry

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YarlungTsangpo  08.02.2012, 19:02
@myLady

Jeder Rasse-Standard (z.B. FCI) beinhaltet nicht nur die Beschreibung des Aussehens, sondern auch Reglements zum Zuchtausschluss welche dem Schutz, unter anderem der jeweiligen Hunderasse dienen...

Nun ein Beispiel:

Gesetzt der Fall ein Züchter hat eine "Zuchtlinie" welche er bezeichnen kann wie er es möchte....und diese Zuchtlinie ist extrem auf "Engzucht" gezüchtet. Dann werden - aufgrund der Inzuchtrate (von Zuchtbeginn an und nicht nur die letzten drei bis vier Generationen) die Nachkommen immer kleiner....

Aus diesem Grund werden bei Hunderassen Mindestgrößen festgesetzt.

Gesetzt ich bin der Züchter, dessen Zuchtlinie die im Standard verlangte Mindestgröße nicht mehr erreicht, so ist es mir von keinem Gesetz der Welt verboten... Eine "neue Variante" meiner Hunderasse zu "erfinden"

Die Variante bezieht sich dann auf eine Zucht - außerhalb des Standardreglementes, welches auch dem Schutz von Rassen und Rassehunden dient.

Aus diesem Grund sind auch spezielle Farbvarianten "von der Zucht ausgeschlossen" Nicht selten weil sich mit Farben auch Erkrankungen erblich weitergeben können.

Hier kann man sich die Geschichte des Merle-Faktors und dessen Nebenwirkungen, wenn nicht bei der Zucht Richtlinien eingehalten werden ansehen:

http://www.ashgi.org/color/eyedefects.htm

Und insbesondere sämtliche Bilder im Internet des Mini Aussies fallen bezüglich der Merlefärbung deutlich auf.

Nun gründet ein solcher Züchter dann gerne einen "Zuchtverein" Statuten sind schnell geschrieben und ein "Code of Ethics" macht sich auch recht gut. Nur auf diese Weise lassen sich gute Welpenpreise erzielen. Für Mischungen oder Hunde ohne "Papier" zahlen Menschen nichts bis wenig.

Die Population einer Rasse, hier der Australian Shepherd wird auf solche Weise "ausgedünnt", sprich getrennt. Eine Hunderasse, welche sowieso genetisch "ärmer" ist verarmt dadurch noch weiter.

Ein Züchter welcher nur auf Arbeitseigenschaften züchtet, dem ist die Größe oder Kleinheit der jeweiligen Rassehunde - wurscht! Er züchtet im Standard und ist bemüht alles zu tun um gesunde und genetisch vitale Nachkommen zu züchten.

Nun kann dieses und jenes Exemplar aus "Mini-Zuchten" gesund und arbeitsfreudig sein, dass sagt aber nichts nachweislich aus über die anderen, welche bei solcher Zucht - auf reine Körpergröße und Äusserlichkeiten - dann daneben eben nicht gesund gewesen sind.

Aus diesem Grund ist der Weg schwierig eine Standardanerkennung für solche Zuchtbemühungen zu bekommen. Nachdem das in den USA einfacher ist als in Europa finden sich dort oft die "vielfältigsten Varianten" von allerlei "Neukreationen" welche dann als "neue Rasse" angeboten werden.

Der genetische Hintergrund aber ist definitiv derselbe, die Nebenwirkungen wie beschrieben.

Vor diesem Hintergrund ist es eventuell etwas harmlos wirkend, solche Rassezweige als großen oder kleinen Bruder zu bezeichnen.

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YarlungTsangpo  08.02.2012, 19:14
@YarlungTsangpo

Noch heute ist es erlaubt kleine Standard Aussies bei der Mini-Zucht zu verwenden. Mini Aussies sind also keine "Modemischung" und haben weder ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, noch genetische Defekte.

Wer erlaubt denn das? Wenn dieser "Rasseschlag" nicht anerkannt ist..... Ein jeder Zuchtverein der sich gegründet hat, durch Züchter solcher "Spezialrassetypen"

Dass aber keine genetischen Defekte vorkommen...ist eine Werbeaussage.

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die fci anerkennung hat nichts mit hundesteuer oder versicherung zu tun. solange eine rasse nicht von der fci anderkannt ist (in deutschland vertreten durch den vdh) gilt sie offiziell als mischlinge.

d.h. man kann nur an ausstellungen von "dissiidenzvereinen" teilnehmen und natürlich auch nur in solchen züchten.

hier mal einige infos über die fci anerkennung.

<a href="http://www.weisse-schaeferhunde.de/anerkennung.htm" target="_blank">http://www.weisse-schaeferhunde.de/anerkennung.htm</a>

 

es gibt aber ganz klare regelungen, was eine rasse zur rasse macht.

für die anerkennung durch die fci, bedarf es eines gewissen klar durchgezüchteten und dokumentierten genpools.

nur weil ich zwei rassen kreuze und ihnen einen namen gebe, habe ich noch keine neue rasse erfunden (siehe maltipoo und co) eine neue rasse muss eine stabile erscheinungsform haben. das dauert etliche generationen und muss auf eine breitere basis gestellt sein.

Also für die Steuer ist erstmal Hund Hund, ob Rasse, anerkannte Rasse oder Mischling. Der FCI ( Federation Cynologie Internationale) ist ist der Dachverband. Verbände die der FCI angehören ist z.B. VDH Verein für das Dt. Hundewesen. Kynologie ist die Lehre und Wissenschaft von Hunden. Ein Kinologe ist demnach ein in der Öffentlichkeit tätiger Hundekenner. Die FCI erkennt in jedem Land nur eine Organisation an: diejenige, die die tatsäschliche Führung im Züchten und allen anderen Aspekten der Kynelogie innehält. In Deuschland ist das der VDH. Hoffe Dir damit ein wenig geholfen zu haben. 

Gruß Diana