Anisotropie Definition?

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1 Antwort

Wikipedia sagt doch schon alles:

Isotropie bezeichnet die Unabhängigkeit einer Eigenschaft von der Richtung.

Am Beispiel der Materialwissenschaft:
Stell dir ein kreisrundes Blech vor und lege es vor dich hin. Du möchtest den E-Modul dieses Blechs im Zugversuch bestimmen. Bei einem isotropen Werkstoff ist es egal, unter welchem Winkel du es in die Zugprüfmaschine einspannst. Du wirst immer das gleiche Ergebnis erhalten.

Hast du einen anisotropen (also nicht-isotropen) Werkstoff, wirst du feststellen, dass je nach Einspannung, andere Werte für den E-Modul gemessen werden. Typisch wäre etwa, dass das Maximum und Minimum 90° verdreht zueinander auftreten.

Gibt es solche Werkstoffe denn tatsächlich? Ja, die gibt es. Denke nur mal an Faserverbund-Werkstoffe. In Faserrichtung wirst du einen größeren E-Modul messen, als Quer zur Faserrichtung.

Bleche haben häufig ebenfalls anisotrope Eigenschaften. Wenn du ein kaltgewalztes Blech biegst wirst du für eine Biegung "quer zur Faser" einen anderen K-Faktor verwenden müssen, als "längs zur Faser". Diese sog. "Faser" entsteht, da die plastische Verformung beim Walzen das Gefüge nicht in gleichmäßig in alle Raumrichtungen verändert. Das Gefüge ist dann also anisotrop, sodass seine Eigenschaften dies auch nicht sein können.

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