Frage von einfachichseinn, 157

Wie kann es eigentlich trotz Schulpflicht und verschiedener Förderschwerpunkte sein,dass ein Kind an keiner Schule angenommen wird, weil es ADHS hat?

Hallo, ich habe mal eine Dokumentation über Kinder mit AD(H)S gesehen. Dabei wurde auch der Fall eines Kindes geschildert, welches seit fast 2 Jahren keine Schule mehr besuchen kann, weil keine Schule ihn aufnimmt. Der Junge macht verschiedene Therapien und wird medikamentös behandelt.

Zum einen besteht in Deutschland doch allgemeine Schulpflicht und auf der anderen Seite sollte es doch auch für solche Fälle Hilfsmittel geben. Wie zum Beispiel Schulbegleiter, Integrationshelfer oder auch Förderschulen mit dem sonderpädagogischem Schwerpunkt "Soziale und Emotionale" Entwicklung. Selbst wenn um die Ecke keine Förderschule ist gibt es doch die Möglichkeit mit einem Fahrdienst in diese Schule zu gelangen.

Sind die Eltern schlicht weg zu dösig, um so etwas für ihren Sohn zu organisieren. Ich meine so etwas ist natürlich ein bürokratischer Marathon und ich denke es dauert lang bis man alle Möglichkeiten kennt.

Wobei ich mich auch frage, wieso gibt es da keine Ansprechpartner für die Eltern, die ihnen helfen können eine geeignete Schule zu finden.

Oder hat das alles noch einen anderen Grund?

Und wie sieht das eigentlich rechtlich aus?

Ich meine ein Kind hat ja nicht nur die Schulpflicht, sondern vor allem auch das Recht auf Bildung.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Volkerfant, 55

Ich würde mich als Eltern in diesem Fall mal an den Staat wenden. Unser Staat hat die Schulpflich angeordnet und unser Staat muss dafür sorgen und auch kontrollieren, dass die Kinder in die Schule gehen. Also müssen sie auch dafür sorgen, dass ein Kind, egal welche Schwierigkeiten es hat und ob es therapiert wird, an einer Schule aufgenommen wird.

Kommentar von Volkerfant ,

Danke für den Stern.

Antwort
von FlyingCarpet, 83

Ja, Schulpflicht besteht, diese Kinder werden dann einzeln zu Hause beschult. Jedes Kind, ob behindert oder nicht, wird für den Einschulungstest in der normalen Grundschule angemeldet Dann wird gemeinsam mit dem Förderkindergarten oder Kindergarten und den Lehrern festgestellt, das das Kind in dieser Schule nicht beschult werden kann. Danach geht es zum Gesundheitsamt, die das dann durch eine Einzel-Untersuchung und aufgrund der ärztlichen Berichte den Gesundheitszustand feststellen und eine entsprechende Schule vorschlagen. Damit macht man dann als Eltern die "Runde". Viele kommen auch in Internate, oder eine Mischung aus Internat (über die Woche) und Pflegeeinrichtung.

Einfache Förderschulen sind nicht für eine Einzelbetreuung angelegtm meist im Bereich 10 :2 (ähnlich wie in Schulklassen mit Integration , Schulen für geistig-und körperbehinderte Kinder haben zumeist eine 3 : 1 Betreuung und in jeder Klasse nur 1 bis 2 Plätze für eine Einzelbetreuung.

Bei vielen geht das bis zu einem gewissen Alter, je nach Zustand/Agression gibt es jedoch vereinzelte Fälle, die zu Hause beschult werden.

Kommentar von einfachichseinn ,

Das trifft es leider nicht. Das Kind wurde weder schon bei der Einschulungsuntersuchung, als förderbedürftig eingestuft, noch wird es Zuhause beschult. Das versucht die Mutter, stößt dabei aber auch am ihre Grenzen.

Kommentar von FlyingCarpet ,

Ja, das kommt vor, ist eher ein Problem der Eltern, die lassen dann das Kind einfach krankschreiben, als es ihrer Meinung nach in eine normale Grundschule zu geben, wo es in der Masse untergeht . Andererseits möchten sie aber auch nicht das ihr Kind in eine "Doofenschule" (wie sie vielfach noch im Dorfjargon genannt wird) gehen soll. Normale Förderschulen bieten auch meist nur einen Hauptschulabschluss, Schulen für geistig-und körperbehinderte Kinder überhaupt keinen, da geht es für fast alle gleich in eine Werkstatt.

Die Kosten für eine Hausbeschulung und auch für die Schulen für Geistig-und Körperbehinderten sind aufgrund der vielen Lehrpersonen in der Klasse auch viel, viel teurer, vom Fahrtkostenaufwand ganz zu schweigen. Da werden vom Gesundheitsamt viele Kinder erstmal den normalen Grundschulen zugeschoben, quasi nach mir die Sintflut, lassen die Lehrer damit alleine stehen, bis die eine Beschulung in die Förderschulen oder für Geistig-und körperbehinderte stark befürworten. Das bringt dem Kinder dann aber nur verlorene Jahre.

Wer in diesen Jahren ein auffälliges Kind hat, steckt echt in der Zwickmühle, weil die meisten Schulen auf eine wirkliche Inklusion personalmäßig nicht eingerichtet sind.

Kommentar von einfachichseinn ,

Das Kind wurde auch nicht krank geschrieben und die Eltern sind fieberhaft auf der Suche nach einer Schule. Und die Schule muss ja auch nicht für körperliche Behinderung sein oder so. soziale und emotionale Schwerpunkt -Schulen wären in diesem Fall optimal.

Kommentar von FlyingCarpet ,

Die gibt es in Deutschland nur in Internatform.

Antwort
von Akka2323, 24

Es kommt vor, daß Kinder solche Probleme in einer Gruppe haben, daß für die anderen kein Unterricht möglich ist. Sie stören ständig, sind aggressiv, verletzen andere und sind unfähig, sich einzuordnen. In solchen Fällen kann das Ruhen der Schulpflicht angeordnet werden. Welche Form der Förderung dann möglich ist, entscheidet das Schulamt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und den Eltern. Es gibt entweder Hausunterricht oder die Einweisung in eine heilpädagogische Einrichtung. Nur ADHS liegt in solchen Fällen nicht vor, da gibt es sicher massive andere Probleme.

Antwort
von autmsen, 17

Personalmangel ausgelöst durch angeblichen Geldmangel 

Geldmangel ist keiner vorhanden wenn er nicht gemacht wird. Gemacht wird er indem die Gelder für lebensferne Dinge ausgegeben werden. Zum Beispiel damit die Banken die ihnen weltweit von Gerichten auferlegten sehr hohen Strafzahlungen nicht selbst tragen müssen. Zum Beispiel damit die Rüstungsindustrie gefördert wird. 

Ja. Du hast Recht. Es ist ein Skandal. 

Mittlerweile gibt es change.org. Da kann jeder Mensch eine Petition erstellen.. Dank öffentlichem Druck gibt es dann oft Veränderung. Denn Politik ist tatsächlich laut Grundgesetz verpflichtet den Willen des Volkes umzusetzen. 

Wenn Dir also dieses und vielleicht andere Themen die Haare zu Berge stehen lassen - oder so - dann lasse Dich kostenlos von dieser sinnvollen Plattform informieren. Schaue einfach mal rein unter Durchsuchen. 

Antwort
von passaufdichauf, 45

Haben diese Eltern schon einmal etwas von einem Integrationshelfer gehört?

Von einem AOSF-Verfahren?

Ist das Jugendamt involviert?

Rechtlich begehen die Eltern hier eine Missachtung der Schulpflicht, da Schulangelegenheiten Ländersache ist, ist dies in den einzelnen Schulgesetzen der Länder geregelt.

Antwort
von yodash, 14

AD(H)S ist weitverbreitet und geht von leicht bist stark. Ich kenne viele Kinder und Jugendliche mit dieser Beeinträchtigung. Bis dato ist auch bei starker Beeinträchtigung mit einer richtigen medikamentösen Einstellung der Besuch einer Regelschule erfolgt. Dieses bis zum Realschulabschluss!!

Wenn die Eltern vom Intellekt da nicht mitkommen oder Immigrationshintergründe vorhanden sind, der behandelne Arzt ungenügende Kenntnisse hat, gibt es klarer Weise Probleme.

Meist sind die Jugendämter damit hoffnungslos überfordert, sich um solche Fälle zu kümmern.

Da bis auf die Schulpflicht und das Recht auf Bildung das Schulsystem Ländersache ist, ich mich nur in SH auskenne, kann das anderswo evtl. passieren.

Antwort
von Sanja2, 37

eigentlich ist in so einem Fall das Jugendamt zuständig eine Lösung zu finden. Im Zweifel muss das Kind in ein Heim mit interner Beschulung.

Expertenantwort
von goali356, Community-Experte für Schule, 43

Ich war selbst von der 4-7 Klasse auf einer Förderschule für Körperliche und motorische Entwicklung und von solchen fällen habe ich nie gehört. Ich denke dass soetwas eher eine Ausnhame ist, was natürlich dennoch nicht passieren darf. Die meisten Förderschulen nehmen wenn möglich nahezu jeden Schüler ihres Förderschwerpunkts auf unabhängig von der schwere der Behinderung. Desweiteren gibt es auch Fahrdienste welche die Kinder jeden morgen zur Schule bringen. Auch haben dort einige Schüler Integrationshelfer.

Aufjedenfall geht es garnicht dass ein Schulpflichtiges Kind einfach zuhause bleibt. Hier kann man sich in jedemfall an die zuständige Schulaufsichtsbehörde oder ans Schulamt wenden, welche in so einem fall normalerweise eine Lösung finden müssen.

Ich habe die Dokumentation nicht gesehen, aber selbst wenn die Förderschule den Schüler z.B. nicht aufnehmen konnte, weil die Schule bereits zu voll war, hätte man hier die Eltern immmernoch an entsprechende Stellen verweisen können. Für mich auch nicht nachvollziehbar dass sowas zustande kommt.

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