Frage von skminga, 78

Welche Argumente sprechen FÜR und GEGEN Bioprodukte?

Auf der einen Seite, müssen die Tiere nicht leiden. Aber spielt das im Endeffekt eine Rolle?
Sind ja letztendlich doch nur Nutztiere
( absichtlich etwas provokant ausgedrückt ).

Außerdem wird deutlich mehr Platz verbraucht. Sollte jeder Amerikaner sich ausschließlich mit Bioprodukten ernähren, müsste man neue Agrarflächen so groß wie Deutschland und Österreich schaffen.

Die Preise sind teurer.

Biobananen sind durch die Lieferung aus Afrika, genauso umweltschädlich wie nicht-Bio-Bananen.

Was fällt euch noch ein?

Antwort
von Grobbeldopp, 31

Tiere lass ich mal außen vor. Ebenso beziehe ich mich auf Deutschland.

Pro: 

- regional und frisch ist nicht verkehrt und manchmal sind regionale und frische Sachen eben Bio

- ein Biohof hie und da ist unter Umständen gut für die Biodiversität

- manchmal kriegt man bestimmte Sachen stellenweise nur als Bioprodukt

Contra:

- man sollte sich keine gesundheitlichen Vorteile versprechen

- man unterstützt teilweise seltsame Glaubensgebilde wie z.B. Antroposophie bei Demeter-Produkten. Die Biolobby ist teilweise unehrlich und irrational.

- eine intensive Landwirtschaft kann vom Ertrag her nicht ersetzt werden und sollte wegen des Flächenverbrauchs vorherrschen. Andernfalls werden massive zusätzliche Importe nötig und die Wirtschaft belastet.

- es gibt keine Biolandwirtschaft- ihre Abgrenzung von konventioneller Landwirtschaft enthält viele willkürliche Elemente und es gibt große Überschneidungen.

- es wird durch die Trennung zwischen Bio und nicht Druck auf Landwirte ausgeübt, die eigentlich nur alles richtig und sinnvoll machen wollen, auch besondere, in ihrere Situation nachteilige bis absurde Änderungen durchzuführen, nur um dieses oder jenes Biolabel führen zu dürfen. 

- damit zusammenhängend: Viele Biolabels haben Kriterien, die nicht unbedingt Sinn machen.


Antwort
von claubro, 22

Ja wenn Tiere besser gehalten werden sollen, brauchen wir mehr Platz. Das würde funktionieren, wenn wir einfach weniger davon essen würden.

Ob es egal ist, wie die Tiere leiden, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Aber sie sind ja oft auch krank und werden mit Antibiotika vollgestopft, was dazu führt, dass Bakterien Ressistenzen bilden können (u.a.).

Biofleisch bzw. Fleisch von Tieren, die besseres Futter bekamen und mehr Bewegung, schmeckt deutlich besser!

Bio aus fernen Ländern ist eventuell dennoch besser, da dabei nicht mit giftigen Substanzen gearbeitet wird. Gerade in Ländern mit niedrigen Standarts zum Arbeitsschutz, könnte das für die Bauern / Erntehelfer einfach gesünder sein.

Biokartoffeln aus Ägypten hingegen macht wirklich überhaupt keinen Sinn.

Regional bei kleineren Bauern kaufen ist meistens auch Bio.

Und die Siegel sind nicht immer sicher, also nicht überall wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Vor allem, wenn die Lebensmittel aus Fernost kommen.

Und ja es ist etwas teurer, aber es geht ja immerhin um unsere Ernährung und da sollte uns Qualität immer etwas Wert sein (die nicht immer Bio sein muss...)


Antwort
von lamarle, 28

Wenn ein Großteil der Leute wüsste, dass Schadstoffe / Chemikalien sich eben nicht zu 100% abwaschen lassen, würden sie das Zeug vielleicht auch nicht mehr essen. Aber es ist ja billig und sooo bequem.

Ein deutlicher Vorteil der Ware mit einem guten Biosiegel wie Bioland oder Demeter ist der viel höhere Preis.  Vorteil deshalb, weil man eben nicht leichtfertig was kauft, das dann in die Tonne fliegt. In Deutschland werden pro Sekunde(!) 313 kg Lebensmittel weggeworfen.

Insofern weiß ich nicht, inwiefern deine Zahlen über die Neuerschließung von Ackerland in Amerika belastbar sind. Hast Du eine Quelle dafür? Vielleicht brauchte man viel weniger Land, wenn verantwortungsvoll mit den erzeugten Lebensmitteln umgegangen würde.

Kommentar von skminga ,

Habe es vor einigen Tagen auf Spiegel Online oder Die Welt gelesen.

Antwort
von josefia, 32

Bio beteutet vor allem das die Tiere Biofutter zu Fressen Bekommen, wodurch das Fleisch dann Hochwertiger ist.

Antwort
von iamflee, 38

Ein + wäre zum Beispiel, dass Bioprodukte nicht mit Chemikalien behandelt werden.

Kommentar von skminga ,

Muss man die Produkte eben waschen.
Ist ja kein all zu großes Problem.

Sonst würde der Großteil sie ja nicht konsumieren.

Kommentar von iamflee ,

Chemikalien tragen zur Verseuchung unseres Grundwassers bei und können teilweise nicht aus dem Trinkwasser gefiltert werden.

Kommentar von Grobbeldopp ,

unser Grundwasser und Trinkwasser besteht aus Chemikalien. Die ganze Umwelt besteht aus lauter Chemikalien.

Kommentar von Agronom ,

Und was sind dann z.B. Kupfersalze oder Pyrethroide?

Kommentar von iamflee ,

Mir geht es hier um Gifte die zur Tötung von Kleintieren und Insekten verwendet werden, nicht um Kupfersalze auf die der Trinkwasserfilter in den Kläranlagen spezialisiert ist.

Kommentar von Agronom ,

Das waren auch nur allgemeine Beispiele. Bei den Kupferoxiden geht es auch eher um die Anreicherung im Boden bei Dauerkulturen wie z.B. Weinreben. Pyrethrine, Bt-Toxin ect. wären dann für dich passendere Beispiele. Im Ökolandbau verwendet man lediglich solche Stoffe, die auch in der Natur vorkommen, das allein ist aber ein absolut schwachsinniges Kriterium für das Schadpotenzial.

Antwort
von eltenjohn, 35

dir sind Biodiversität und Nachhaltigkeit ein Begriff?

Kommentar von skminga ,

Bio hat erstmal noch gar nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.

P.S. Kannst auch in einem normalen Ton antworten.

Kommentar von eltenjohn ,

naja, ich komm aus der Landwirtschaft ... und weiss was so in der industriellen Agrarwirtschaft auf die Felder kommt ... im Gegensatz zum biologisch- organischen Anbau ... und das hat Konsequenzen.

Antwort
von ApfelTea, 23

Wie kommst du darauf, dass Bio-Tiere nicht leiden?

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