Frage von Drache66, 263

Was sagt ihr zur NATO-Osterweiterung in Bezug zu Russland?

Es heißt ständig Russland würde aggressiv an deren Grenze reagieren weil es dort Truppen stationiert. Doch geht die Aggression nicht eher von der NATO-Osterweiterung aus?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PitBull11, 139

Ich sehe es wie manche hier. Ich denke es geht von beiden Seiten viel Unruhe aus. Die Nato-Osterweiterung denke ich spielt schon eine große Rolle. Angeblich wurde beim Fall der Mauer den Russen versprochen keinen Schritt gegen Osten zu machen. Aber kein schriftlicher Deal. Keine Ahnung wie man sich auf sowas nur mündlich verlassen kann. Das war einfach schwer fahrlässig von den damaligen UdSSR Verhandlern.

Denn schon kurz nach dem Fall hat US-Präsident Bill Clinton mit der ersten Osterweiterung begonnen. Um 1999 herum (Polen, Tschechien, Ungarn). Die zweite Welle im Jahr 2004 (Baltikum, Rumänien etc) und die letzte 2009 (Albanien, Kroatien). Georgien und die Ukraine sind im Gespräch.

Und da beginnts zum ersten mal heikel zu werden. Denn Russland kann es sich nicht erlauben wenn es seine Großmachts-Pläne nicht ganz aufgeben möchte. Die Ukraine denke ich war schon immer wichtig für die Russen. Im 2.WK galt sie schon als Kornkammer der Russen. Und natürlich wegen dem Marinehafen in Sewastopol wo die russische Atom-U-Bott Flotte auf Anker liegt. Deshalb ist nun die Krim, wo Sewastopol liegt, bei Russland. Aus Sicht der russischen Strategen ein nachvollziehbarer Schritt.

Wie was warum es soweit kam in der Ukraine. Manche behaupten auch es wäre von den US Geheimdiensten inszeniert worden (Menschen in Aufruhr versetzen). Keine Ahnung. Im Iran und Südamerika hat das bewiesenermaßen schon mal so funktioniert. Warum sollten die USA es nicht öfters probieren? Aber das sind alles Vermutungen.

Auf jeden Fall hat Moskau bis zur Ukraine zugesehen. Vor kurzem äußerte sich erst der NATO Generalsekretär Stoltenberg "In den nächsten 25 Jahren wird die Ukraine kein NATO Partner werden können!" Zuvor wurde der Ukraine natürlich mehr (falsche) Hoffnung gemacht.

Verständlich wenn ehemalige Warschauer Pakt Staaten Sorge hatten wegen Russland. Aber Russland hat auch keine Aktionen gesetzt solange die Ukraine kein Thema war. Und es blieben und bleiben neben der Ukraine, Weißrussland und Georgien auch nicht mehr viele ehemaligen WP Staaten übrig.

Somit sehe ich die Aggression schon von beiden ausgehen aber mehr von den USA. Vorausgegangen ist ie US Aggression der Erweiterungspläne für die Ukraine. Und die US-Strategen wußten in Folge dessen ganz genau dass sie Moskau zu einer Reaktion/Aggression zwingen würden, denn kein russischer Präsident der Russland nicht völlig kastriert sehen möchte hätte die Krim aufgeben können!

Genauso wie damals in Afghanistan. Auch dort hat man die Russen in eine Falle gelockt. Der Krieg der 1979 bgeann war auch ein Stellvertreterkrieg der beiden Großmächte. Wie so oft. Aber das führ zu weit.

Auf jeden Fall verlegt die NATO augenblicklich verdammt viele Truppen an Russlands Grenzen und fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf ihre Rüstungsausgaben wieder auf mind 2% des BIPs zu erhöhen. Keine Ahnung ob das wieder in die Richtung der Reagan Taktik geht, in der die UdSSR damals auch mit einem niedrigen Ölpreis zu kämpfen hatte + zusätzliche hohe Rüstungsausgaben. Denn rüstet die NATO dann muss auch Russland aufrüsten um paroli bieten zu können. DIese Lage hat die UdSSR schließlich mit zu Fall gebracht, und Gorbatschov war zum Glück so weise und hat friedlich eingelenkt.

Alles in allem denke ich die NATO unter der US-Führung spielt schon wieder mit dem Feuer! Natürlich weil Putin nicht nach deren Pfiefe tanzen will und auch stark bleiben möchte. Jelzin, ein Alkoholiker, war ja bereit ganz Russland auszuverkaufen. Der tanzte nach US-Vorstellungen und somit gabs damals auch keine Probleme. Putin möchte hingegen dass sein Russland als gleichwertiger Partner auf der Weltbühne respektiert wird. Doch damit haben die USA ein großes Problem.

Antwort
von marcus1984, 85

Guten Abend,

die Darstellung, dass Russland aggresiv agiert ist die Darstellung, welche wir in Europa und die Bevölkerung in den USA, Canada und der Türkei kennt.

Vice versa empfinden viele Menschen in Russland die Vorgehensweise der NATO als akute Bedrohung (s. Karte der Raketenabwehrsysteme der NATO, welche quasi rund um Russland stationiert sind) und sind für eine entsprechende Aufrüstung, um sich zu schützen. So kann ein Teufelskreis in Sachen militärischer Aufrüstung und Konflikverschärfung entstehen.

Die Wahrheit liegt in der Mitte und vor allem darin, dass beide Parteien mehr für eine Konfliktbewältigung tun müssen und die Aufrüstung beenden müssen. Zwar war diese im "Kalten Krieg" deutlich stärker, allerdings ist die aktuelle Vorgehensweise beider Seiten besorgniserregend.

Antwort
von agathemarkm, 87

Eine sehr gute Frage. Ich zumindest sehe Russland nicht als aggressiv. Es kommt immer auf die Berichterstattung an. Ich finde auch, dass wir dadurch sinnlos Russland provozieren :) Lassen uns mal wieder diktieren, was wir machen sollen...

Antwort
von tryanswer, 93

Rußland hat in der Vergangenheit soviel Unheil in Osteuropa angerichtet, daß die Staaten den Schutz der NATO gesucht haben. Von einer Aggressivität kann also keine Rede sein - auf keiner Seite.

Das was immer wieder passiert, ist nicht anderes, als das bekannte "Klappern, welches zum Handwerk gehört". Denn bei allen vorgeschobenen Streitpunkten, fällt doch auf, daß in den wesentlichen Themenfeldern überhaupt keine Konflikte auftreten.

Antwort
von xMirage95, 77

Ich muss sagen ich kenne keine Details dazu, aber eins ist für mich klar, und zwar, dass man uns glauben lassen will, dass Russland der Aggressor ist und einem damit das Gehirn gewaschen wird.

Beide Seiten haben eine gewisse Aggression vorzuweisen. Die NATO-Osterweiterung, weil sie unbeachtet Russlands angekündigter Warnung, dass sie das als Bedrohung ansehen würden, weiter fortschreitet. Russland, weil sie bevor auch nur irgendwas passiert sofort erklären, dass sie das als Bedrohung ansehen.

In gewisser Weise sehe ich da einfach nur ein großes Problem, und zwar Misstrauen.

Keiner (pauschal gesagt) weiß so richtig, was wer eigentlich mit welcher Intention macht. Das macht es schwer, die Sache richtig zu beurteilen.

Antwort
von Ruffy5286, 106

Die Sache ist beidseitig. Weder die USA noch Russland sind wirklich frei von Schuld an der ganzen Sache und der Situation in der Welt. Russland ist genauso wenig friedlich wie die USA es sind. Ganz ehrlich. Ich kann die Länder verstehen, die sich Schutz von der NATO an der Grenze erhoffen. Gerade im Baltikum ist das auch nicht abzustreiten, dass Russland da Interesse hätte.

Ich finde das Großmachts-Gekutschel generell sehr dumm. Klar die USA sind keines Wegs die Heiligen dieser Welt und sind wohl eher eine Bedrohung für die Welt, als Alles andere, aber Russland ist NICHT besser. Putin würde ich fast alles zutrauen. Er ist zwar nicht ganz so unberechenbar wie Kim Jong Un, aber die Demokratie in Russland ist sehr fragwürdig und sie sind auch nicht die Guten der Welt. Nur weil die USA nicht sehr toll sind müssen die "Feinde" der USA nicht automatisch gut sein. Die Welt ist nicht schwarz weiß.

Antwort
von Fielkeinnameein, 70

Hallo,

ja, hast du korrekt erkannt.

Mfg

Antwort
von karapus001, 52

Teilweise richtig würde ich sagen. Durch die Nato-Osterweiterung und das einkesseln Russlands, geht die Aggression von der Nato aus.

Im Gegenzug reagiert Russland auch aggressiv an deren Grenze, durch die ganzen Muskelspiele.

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