Zum Bestimmen des Metrums ist das die schnellste Hilfe. Und vor allem: Systematisch. 7 Minuten.

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Du musst nachfragen, welchen konkreten "Aspekt" du analysieren sollst. Ein "Aspekt" bei einer Analyse bezieht sich auf einen bestimmten Bereich, der untersucht wird, wie beispielsweise der Inhalt, die Struktur oder die Sprache eines Textes.

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Nach dem Rhythmus solltest du nicht fragen, denn über den entscheidet der Leser/die Leserin beim Lesen oder Vortragen. Der ist etwas Sinnbetontes.

Aber das Metrum kann man klar bestimmen. Siehe unten.

 

Siehst du die Stadt?

Siehst du die Stadt, wie sie da drüben ruht,

Sich flüsternd schmieget in das Kleid der Nacht?

Es gießt der Mond der Silberseide Flut

Auf sie herab in zauberischer Pracht.

 

Der laue Nachtwind weht ihr Atmen her,

So geisterhaft, verlöschend leisen Klang:

Sie weint im Traum, sie atmet tief und schwer,

Sie lispelt, rätselvoll, verlockend bang ...

 

Die dunkle Stadt, sie schläft im Herzen mein

Mit Glanz und Glut, mit qualvoll bunter Pracht:

Doch schmeichelnd schwebt um dich ihr Widerschein,

Gedämpft zum Flüstern, gleitend durch die Nacht.

 

Hugo von Hofmannsthal 1890

-vv-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

 

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

 

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

v-v-v-v-v-

Durchgehend 5-hebige Jamben mit männlicher Kadenz. In Vers 1 am Anfang eine metrische Lizenz: Verschiebung des Rhythmus auf die erste Silbe: SIEHST du …

 In allen drei Strophen Kreuzreim.

Wenn du 7 Minuten Zeit hast, sieht dir dieses Video an, dann kannst du in Zukunft das Metrum systematisch bestimmen:

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Falls du wissen willlst, wie man das Metrum systematisch analysiert, ist das hier das beste Video, das ich kenne. Dauert 7 Minuten.

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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1-4 Kreuzreim

5,6 und 7,8 unreine Paarreime

9-12 umarmender Reim (9,12 unrein)

13-22 lauter Paarreime

23-26 umarmender Reim (23,26 unrein)

27-30 umarmender Reim (27,30 unrein)

31-36 drei Paarreime

37-40 Kreuzreim

41-44 umarmender Reim

45-48 Parreime

49-52 umarmender Reim (50,51 unrein)

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Merlin128 hat völlig recht, aber "größtenteils" darfst du nicht sagen. Das Gedicht ist ausnahmslos im 3-hebigen Jambus geschrieben.

Die Verse 10, 14, 17 beginnen mit einer metrischen Lizenz, das heißt, der Rhythmus verschiebt den Akzent auf die erste Silbe (-vv-v- / -vv-v-v) und betont so das erste Wort. Das ändert am Metrum nichts! Übrigens: "wohl" bedeutet hier "wacker im Kampf, tapfer, mutig".

Die Kadenzen sind in den geraden Versen (2,4 etc.) männlich, in den ungeraden (1,3 etc.) weiblich.

Wenn du das Metrum systematisch (!) bestimmen können willst, tu dir diese 7 Minuten an:

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Das Metrum ist ein fünfhebiger Jambus mit männlicher Kadenz. Die rhythmischen (!) Verschiebungen am Beginn von Vers 2 und 4 ändern daran nichts. -vv-v-v-v- Das sind nur metrische Lizenzen; die betonen bloß das jeweilige Wort am Anfang.

Hier erfährst du zuverlässig, wie du systematisch das Metrum bestimmst. 7 Minuten dauert es.

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Beim Metrum muss man immer Zahl und Art der Versfüße angeben. Das hier sind durchgehend 4-hebige Daktylen mit Auftakt. Die Kadenzen sind in den Versen 1-4 sowie 9 und 12 weiblich; in den anderen männlich.

Und hier erfährst du in 7 Minuten, wie man systematisch (!) das Metrum bestimmt.

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

Viel Erfolg!

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Das Metrum des Verses ist ein 6-hebiger Jambus, trotz der rhythmischen Verschiebung am Anfang (-vv-v-v-v-v-), wenn man "starb" stärker betonen will als "schon" - was aber nicht zwingend ist.

Wenn du dir 7 Minuten Zeit nimmst, dann weißt du danach, wei man das Metrum bestimmt:

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

Viel Erfolg!

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Der Sprecher des Gedichtes hat Erfahrung und teilt ganz sachlich und verständnisvoll sein Wissen übers Lieben mit.

Wenn man das alte Kriterium akzeptiert, dass nur dann ein Enjambement vorliegt, wenn man am Versende ohne Pause weiterlesen muss, damit man den Sinn erfasst, gibt es hier kein einziges Enjambement. Wo die Verse unvollständig sind, bewirkt die Pause, die man am Ende trotzdem macht, dass der nachfolgende Vers (z.B. der letzte des Gedichtes) oder das erste Wort der nächsten Zeile (z. B. KANN man das einfach) betont werden. Der Autor legt also Wert auf die Pausen am Versende. Keine Enjambements.

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Hier nach einem Fußmetrum zu suchen, macht keinen Sinn. Wir sind in der Tradition der Lieder und Balladen, wo in den vielfältigen Strophenformen grundsätzlich Füllungsfreiheit herrscht. Also: Die Zahl der Hebungen ist festgelegt, dazwischen können beliebig eine oder zwei Senkungen auftauchen. Das heißt natürlich auch, dass so eine Strophe auch mal zum Beispiel rein jambisch ausfallen kann. Der Dichter ist ja frei.

Kästner hat sich für die Abwandlung der vierzeiligen Chevy-Chase-Strophe entschieden (immer männliche Kadenzen und Kreuzreimschema). Im Original geht die so, wenn man sie rein jambisch notiert:

v-v-v-v-

v-v-v-

v-v-v-v-

v-v-v-

Mit dem eingeschobenen vierten Vers vertagt Kästner jetzt den abschließenden Reim gewissermaßen um eine Zeile: abaab. Das metrische Schema der ersten Strophe sieht so aus:

v - vv - v   - vv -       Sie stehen verstört am Potsdamer Platz

v - vv - v    -              Und finden Berlin zu laut.

v - v   - v   - v   -       Die Nacht glüht auf in Kilowatts,

v - vv - vv - v    -       Ein Fräuein sagt heiser: „Komm mit, mein Schatz!“

v - v  - vv -              Und zeigt entsetzlich viel Haut.

 

Diese Abwandlung der Chevy-Chase-Strophe hat seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhundert regelrecht Karriere gemacht.

Nur am Rande: Aus den Versfüßen, die man bei Kästner isolieren könnte, kann man keine inhaltlichen Schlüsse ziehen. Für sich genommen haben Versfüße keine Botschaft. Also etwa zu behaupten, dass der Daktylus grundsätzlich (!) locker tänzelt und der Jambus grundsätzlich (!) schwerfällig marschiert, ist Unfug. Botschaften kommen erst einmal vom Gesagten. Dass man das Gesagte dann rhythmisch untermalen kann, ist ein Thema für sich.

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Erst einmal: Das sind Jamben. Punkt. Die Verse mit Reim auf -all und -ut sind vierhebige Jamben mit männlicher Kadenz, die Verse auf -en sind dreihebige Jamben mit weiblicher Kadenz. (Onaxer hat sich einfach nur geirrt. Hat wohl zu schnell reagiert...)

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Lieber Bankai777,

wenn nur die Selbstklinger (Vokale, Diphthonge etc.) übereinstimmen wie bei GEISTESBLITZE und SEIFENKISTE (ei -e -i -e), nennt man das ASSONANZ, seltener HALBREIM. Assonanzen sind zum Bsp. im deutschen Hip-Hop fast noch verbreiteter als der echte Reim, genauer: Endreim.

siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Reim

Herzliche Grüße

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Wenn du dir das Video ansiehst, weißt du ganz schnell Bescheid:

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Heym: 5-hebiger Jambus mit männl. Kadenz

An Luna: 4-hebiger Trochäus; Reimschema: abba, cddc / a + c männl. Kadenz, b + d weibl. Kadenz

Totentanz-Strophe: 4-hebiger Daktylus mit Auftakt; Kadenzen: mwmwmmw

Bei Liedern muss man mit dem Metrum aufpassen. Ist oft nur sinnvoll, wenn ein Gedicht vertont ist. Bei "Leise rieselt..." haben wir dreihebige Verse mit Füllungsfreiheit. (= nach Belieben 1 oder 2 Senkungen)

Wenn du selbst mal das Metrum rauskriegen willst: Hier ist das beste Video, das ich kenne (dauert 5 Minuten):

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Hallo WeissBrot965

ich will nacheinander auf deine Fragen eingehen:

1_Gibt es ein lyrisches Ich? Meiner Meinung nach schon. Für mich liest es sich so als würde eine Person in einem Café sitzen (wie es eben im Titel steht) und dabei den Potsdamer Platz beobachten.

Hier würde ich dem Lehrer/der Lehrerin folgen, denn es gibt bis heute unterschiedliche Ansichten vom "lyrischen Ich". Nur eins ist klar: Wer auch immer in einem Gedicht spricht, es ist nicht der Autor/die Autorin, und zwar aus Prinzip nicht (auch wenn man autobiographische Hinweise findet - die kann man im Ergebnisteil ansprechen). Manche reden nur dann von einem "lyrischen Ich", wenn das Wort "Ich" tatsächlich im Gedicht steht. Wenn nicht, reden sie lieber vom "Sprecher des Gedichtes" oder vom "lyrischen Sprecher" (ganz ohne Gendern...)

2_Metrum: online steht Jambus mit paar Abweichungen. Für mich wirkt ein Jambus in diesem Gedicht komisch, was würdet ihr sagen?

Als Metrum hat Boldt sich jedenfalls den fünfhebigen Jambus ausgesucht (mit wechselnden Kadenzen), weil der zur Sonettform gehört. Im Barock hat im Sonett zwar der Alexandriner dominiert (6-hebiger Jambus mit Mittelzäsur), aber ab Goethe (siehe auch Heine und Trakl etc.) war der fünfhebige Jambus die Norm. (Vorbild Shakespeare).

Boldt zieht ihn nur nicht durch. Nicht mal die 5 Hebungen findet man immer. (Der 6. Vers ist ein vierhebiger Daktylus!) Aber trotzdem würde ich ihn zum grundlegenden Metrum erklären und über die Abweichungen dann gesondert reden. Vielleicht unterstreicht Boldt mit denen sogar jeweils seine Aussagen oder Bilder.

3_Reimschema: Strophe 1, 2: Umarmender, klar. Aber Strophe 3 und 4? aba; bcc, also Kreuzreim und dann?

Hier irritiert nur die optische Halbierung der letzten 6 Verse (in Sonett-Manier: Terzette). Boldts Gedankengang zeigt eindeutig, dass die Unterteilung 4 - 2 sein müsste. Siehe sein Gedankenstrich hinter Vers 12! Wir haben also strophenübergreifend einen Kreuzreim und am Ende einen Paarreim.

Herzliche Grüße

P.S. Wenn du das Metrum mal selbst bestimmen willst, nimm dir 5 Minuten Zeit und sieh dir das Video hier an:

https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

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Hallo Janina,

exakt gesprochen: Das Metrum des Gedichtes ist ein 4-hebiger Jambus mit männlicher Kadenz. Und Chamisso baut das Metrum ganz sauber. Es gibt allerdings zwei Stellen mit einer metrischen Lizenz: In der vierten Strophe hebt er am Beginn des ersten Verses die Anrede "Dir" hervor, die im Metrum eine Senkungssilbe ist, und am Beginn des zweiten Verses die Anrede "Euch", die im Metrum ebenfalls eine Senkungssilbe ist. Man liest also beide Male quasi zwei "Hebungen" hintereinander. Aber das ändert am Metrum nichts! Die betonten ersten Silben sind ein Phänomen des Rhythmus, des emphatischen Vortrags.

Wenn du in fünf Minuten wissen willst, wie man das Metrum bestimmt, empfehle ich dir dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=Xh3jZXnKaDk

Herzliche Grüße

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Liebe anneboleyn,

ich weiß nicht, wer von dir erwartet, dass du die Versfüße mit einer Lesegeschwindigkeit verbindest. Wenn es ein Lehrer ist (oder eine Lehrerin), dann finde ich das richtig schlimm. Ob ich einen Vers langsam(er) oder schnell(er) lese, entscheidet der Sinn der Aussage mit dem emotionalen Gehalt zusammen. Und außerdem: Ein - sagen wir Mal - fünfhebiger Jambus unterscheidet sich von einem fünfhebigen Trochäus nur durch die allererste Silbe, danach sind beide identisch: Es geht regelmäßig auf und ab. (Man nennt das "alternieren".) Wie soll hier jetzt noch ein Unterschied in der Lesegeschwindigkeit festgestellt werden?

Also, sei mir nicht böse, aber Jambus und Trochäus machen bezüglich der Lesegeschwindigkeit gar nichts.

Herzliche Grüße

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Dass ein "unregelmäßiges" Metrum eine objektive Wirkung hat, ist nicht zu beweisen. Schlimmer noch: Eigentlich gibt es das als Fachausdruck gar nicht. Nur als persönliches Gefühl beim Lesen. Wenn du es genauer wissen wisst: https://www.youtube.com/watch?v=cxEhy6r6-6I

Und wo ich schon dabei bin: Auch jambische Verse (oder die drei anderen Typen) haben keine objektive Wirkung. Was man darüber im Netz liest, ist nicht belegbar. Es gibt nur eine Wirkung: LehrerInnen, die es den Schülern abverlangen, treiben sie damit in den Lyrik-Frust. LG

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