Kant unterscheidet bezüglich pflichtgemäßen Handelns zwischen drei Motiven: Handlungen aus mittelbarer Neigung, aus unmittelbarer Neigung und aus Pflicht.

Aus mittelbarer Neigung handelt nach Kant etwa ein Kaufmann, der seine Kunden ehrlich bedient, aber nur um seinen guten Ruf zu wahren und damit sein Geschäft zu fördern. Die Ehrlichkeit ist für ihn Mittel zum Zweck der Gewinnmaximierung, so dass das Motiv für Kant selbstsüchtig oder eigennützig ist.

Aus unmittelbarer Neigung handelt, wer einem anderen hilft, weil er ihn mag oder weil er Mitleid hat. Diese beiden Beweggründe sind für Kant nicht falsch, aber moralisch neutral.

Einzig die Handlung aus Pflicht ist für Kant moralisch, weil man das, was geboten ist, deshalb tut, weil es geboten ist.

Pflichtwidrige Handlungen sind für Kant alle Handlungen, die seinen Anspruch an Moral nicht erfüllen. 

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David Hume. Brauche Hilfe für eine Zusammenfassung?

Die Hypothese, die wir annehmen, ist einfach; sie behauptet, Moralität werde durch das Gefuhl

bestimmt. Sie versteht unter Tugend jede geistige Tätigkeit oder Eigenschaft, die einem Be-

trachter das angenehme Gefuhl der Zustimmung gibt; und unter Laster das Gegenteil. [……] Bei

moralischen Untersuchungen müssen wir von vornherein mit sämtlichen Objekten und allen

ihren Beziehungen untereinander bekannt sein und aus einem Vergleich des Ganzen unsere

Wahl treffen oder ein Urteil der Zustimmung fallen. [...] Es wird vorausgesetzt, dass uns alle

Einzelheiten des Falles vorliegen, che wir ein Urteil des Tadels oder der Zustimmung ausspre-

chen können. Wenn irgendein wesentlicher Umstand noch unbekannt oder zweifelhaft ist, müs-

sen wir als Erstes Nachforschungen anstellen oder unsere intellektuellen Fähigkeiten bemühen,

um uns darüber Klarheit zu verschaffen; und wir müssen uns in dieser Zeit jeder moralischen

Entscheidung oder Empfindung enthalten. Solange wir nicht wissen, ob jemand der Angrei-

fende war oder nicht, wie können wir entscheiden, ob die Person, die ihn getötet hat, schuldig*

oder unschuldig ist? Aber wenn jede Einzelheit und jede Beziehung bekannt ist, dann hat der

Verstand keinen Wirkungsbereich und kein Objekt mehr, an dem er sich betätigen könnte. Die

Zustimmung oder Missbilligung, die dann folgt, kann nicht Werk der Urteilskraft, sondern nur

das des Herzens sein; und sie ist keine spekulative Aussage oder Behauptung, sondern ein ak-

tives Gefühl oder Empfinden. […….] Bei moralischen Entscheidungen müssen alle Umstände und

Beziehungen zuvor bekannt sein; und die Seele empfindet infolge der Betrachtung des Ganzen

einen neuen Eindruck der Zuneigung oder Abneigung, der Achtung oder Verachtung, der Zu-

stimmung oder Missbilligung. […….] Diese Gefühle [...] machen also in Wirklichkeit alle mora-

lischen Feststellungen aus.

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Es wird von der Hypothese ausgegangen, dass Moralität durch das Gefühl bestimmt wird. Dabei ist es eine Tugend, wenn der Betrachter durch jede geistige Tätigkeit oder Eigenschaft das angenehme Gefühl der Zustimmung erlebt. Laster ist das Gegenteil. Allerdings stellt sich ein zutreffendes Urteil des Gefühls nur ein, wenn dem Betrachter restlos alle Fakten bekannt sind. Daher muss der Betrachter mit großer Sorgfalt für vollständige Klarheit sorgen, bevor sein Herz moralische Entscheidungen trifft. 

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Ich möchte im Leben sehr viel Liebe erleben, denn nach Novalis ist Liebe der Endzweck der Weltgeschichte, das Amen des Universums.

Im Leben möchte ich auf gar keinen Fall meine Fähigkeit Liebe zu geben verlieren, denn ohne Liebe bleiben alle zwischenmenschlichen Beziehungen oberflächlich und belanglos.

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Ist der Vorteil materiellen Reichtums zugleich auch eine Verantwortung gegenüber Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen leben?

Das Thema Verantwortung ist eine etische Kategorie: Ethik ist die ins grenzenlose gesteigerte Verantwortung gegenüber allem was lebt. Albert Schweitzer

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Als Zweck behandelt man sich selbst und andere Menschen, wenn man Ihnen Achtung und Verständnis entgegenbringt. Als Mittel behandelt man sich und andere Menschen, indem man sie für menschenunwürdige Zwecke benutzt.

Die genannten Beispiele stehen jeweils für die Benutzung anderer Menschen für eigene Zwecke: Folter - den eigenen Sadismus ausleben, Sklaverei und Zuhälterei - Bereicherung durch Unterdrückung und Ausbeutung.

In den Beispielen Doping, Prostitution und Selbstmordattentat benutzt man seinen eigenen Körper für menschenunwürdige Zwecke.

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Die Existenz Gottes hat den Charakter eines Axioms. Danach ist die Existenz Gottes nicht logisch beweisbar, allerdings ist sie für jeden Menschen erlebbar, der sich auf Gott einlässt: Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

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Eine anonyme Autorin berichtet über ihre Erfahrungen mit der Integration in Deutschland und kommt zu dem Ergebnis, dass dieser Prozess vielfältig erschwert statt erleichtert wird. Nach langer Zeit hat sie es geschafft in Deutschland verwurzelt zu sein, weil sie sich innerlich auf die deutsche Kultur eingelassen hat. Dabei hat sie allerdings ihre ursprüngliche Prägung nicht vollständig aufgegeben, so dass sie sich jetzt zwei Kulturen zugehörig fühlt.

Wenn die Verwurzelung in zwei Kulturen als ein Leben zwischen zwei Kulturen erlebt wird, so dürfte sich der Mensch hin- und hergerissen fühlen und letztendlich nirgends wirklich zuhause sein.

Wenn die Verwurzelung in zwei Kulturen dagegen als ein interkulturelles Leben empfunden wird, so dürfte es dem Menschen gelingen aus beiden Kulturen das jeweils Beste zu kultivieren und daraus eine ganz individuelle und ausgesprochen produktive eigene Kulturform zu entwickeln.

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Die Radierung zeigt die Begegnung von zwei Männern, die in ehrerbietender und unterwürfiger Körperhaltung die hohe Achtung vor der höheren Stellung des jeweils anderen zum Ausdruck bringen. Da jeder selbst eine höhere Stellung inne hat, drückt es auch die Haltung aus, dass die eigene Stellung so bedeutsam ist, dass sich jeder andere Mensch vor ihnen tief zu verbeugen hat.

Mit Egoismus, also mit Eigennützlichkeit, hat diese Haltung aus meiner Sicht nichts zu tun, sondern mit grenzenloser Überheblichkeit.

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Ich kenne dies nur als Meditation. Dabei bestehen die beschriebenen Wirkungen und Risiken nicht. Im Gegenteil, durch die Überwindung des Eigenwillens entsteht eine Verfassung völliger Ruhe und Offenheit, die auch nach der Meditation anhält. Dadurch wird auch der Umgang mit anderen Menschen leichter, freundlicher und verständnisvoller. Vielleicht sollten Sie statt des Vertiefens einmal Meditation erlernen und ausprobieren.

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Die Hauptursache dafür, dass das Peter-Prinzip mal wieder zuschlägt, liegt aus meiner Sicht in einer Kombination von Ehrgeiz und Selbstüberschätzung der Betroffenen.

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Corona hat viele Menschen bestimmt bewusst gemacht, dass unser Lebensstil eine sehr fragile Grundlage hat. Dadurch werden Werte besser erkannt und sich bewusst für Gutes entschieden, dass dann mehr genossen wird. Dies merkt man Menschen durchaus an, wenn man selbst das nötige Feingefühl hat.

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Wenn sich ein Mensch aufgrund seiner Verankerung in der Ewigkeit auf die Suche macht, kann ihn nichts Zeitliches und Weltliches zufriedenstellen, denn beides bietet schlichtweg keine auch nur halbwegs befriedigende Antwort. Der Kern der Seele ist identisch mit dem kosmischen Geist, oder auch mit der göttlichen Natur und beides existiert in der Dimension der Ewigkeit. Erst wenn die Suche hierzu einen Zugang zu findet, erlebt man Befreiung und Erlösung.

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