Ich hoffe doch sehr, xXMNMXx,

dass andere Menschen Schizophrene gesund machen.

Ist nicht jeder Mensch in der Gefahr, aus dem sensiblen Gleichgewicht zwischen den bewussten und unbewussten Anteilen seiner Seele zu geraten?

Fast jeder von uns hat doch schon erlebt, dass ein Traumerleben so lebendig war, dass es noch in unser Alltagsleben hineinreichte.

Und ist der Einfluss unseres Unbewussten aufgrund seelischer Belastungen, Drogenkonsum, Naturerleben, Meditation so groß, dass unser „gesunder Menschenverstand“ ins Abseits gedrängt wird, wir also hören, sehen, fühlen, was den anderen verborgen bleibt, weil es ihnen nicht sinnlich zugänglich ist, wir aber unser oft sehr bedrohliches Erleben für wirklich halten, dann, ja dann sind wir „schizophren“.

Ich meine nun, wenn ich im Austausch mit einem „schizophrenen“ Menschen mir bewusst mache, dass sie oder er aufgrund besonderer Lebensverhältnisse ein besonderes menschliches Erleben entfaltet hat, dann kann ich ein Stück weit sein/ihr Erleben verstehen lernen, kann hilfreich dabei sein.

Dann wirkt das Zusammensein mit einem seelisch eingeengten Menschen nicht kränkend.

Ist aber mein eigenes Seelenleben in einem fragilen Gleichgewicht, erlebe ich das „Ver-rücktsein“ als so bedrohlich, dass ich panisch oder gar brutal abwertend reagiere, wie es in der Psychiatrie lange Zeit üblich war, dann kann die Begegnung mit einem seelisch überlasteten Menschen kränkend wirken.

Es ist aus meiner Sicht also eine Frage der persönlichen Bewusstseinsweite und Empathie, ob ich im Umgang mit „Schizophrenen“ krank werde.

Schizophrene aber machen andere Menschen nicht krank.

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Einstein war ein Wissenschaftler.

Er unterschied sich damit wohltuend von denen, die sich Wissenschaftler nennen, die ich allerdings polemisch als „Faktenfummler“ bezeichnen würde.

Ein Wissenschaftler ist sich immer der Vorläufigkeit seines Denkens bewusst und erfüllt von der Ehrfurcht vor der Natur, deren Gesetze er zu verstehen sucht, doch stets in dem Bewusstsein, dass eine neue Erkenntnis immer eine Vielfalt neuer Fragen mit sich bringt.

Ich meine, – belehrt durch Michel de Certau - dass es einen imaginären Ort gibt - der mit dem Zeichen der liegenden Acht - wo der Mystiker und der Wissenschaftler sich treffen und ihrer Wege gehen, in der Gewissheit dessen, was ihnen fehlt und was ihnen immer verborgen bleibt.

https://mystikaktuell.wordpress.com/2016/01/25/mystiker-ist-wer/

Ich finde es verständlich, dass wir Menschen uns diese narzisstische Kränkung mit dem Gedanken an einen persönlichen Gott möglichst ersparen möchte.

Aber ich habe auch die Hoffnung, dass wir den fehlenden Teil der Aufklärung nun hinzufügen können:

Es geht nicht allein um die Überwindung unserer „selbstverschuldeten Unmündigkeit“, sondern auch um die Überwindung unseres wahnhaften Herrschaftsanspruchs über die Natur.

666Phoenix hat hier ein Zitat von Alert Einstein vorgestellt, das mir verdeutlicht, was ich für mich „aufgeklärte Spiritualität“ nennen möchte:

„Ich habe wiederholt gesagt, dass die Idee eines personengebundenen Gottes meiner Meinung nach eine kindische ist. Sie können mich als Agnostiker bezeichnen. Aber ich teile nicht den kämpferischen Geist des Atheismus. (…) Ich bevorzuge eine demütige Haltung entsprechend der Schwäche unserer intellektuellen Erkenntnis der Natur und unseres eigenen Daseins.“

Vielen Dank, 666Phoenix, für das Zitat!

 

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Ja, das ist auch meine Meinung!

Der Bereich der Normalität wird immer weiter eingeengt.

Das belegt das wachsende Verlangen nach den Dienstleistungen der Psychiater, Therapeuten, Berater, Trainer und nach dem legalen und illegalen Drogenkonsum.

Auffallende Verhaltensweisen werden oft nur noch am Rande in ihren Entstehungszusammenhängen gesehen. Testergebnisse verweisen auf einen Defekt in der Seele, auf eine Persönlichkeitsstörung.

Nicht zuletzt beschert das der „Gesundheitsindustrie“ Milliardengewinne.

Aber natürlich, wir brauchen z.B. gute Mediziner, die aber möglichst im recht verstandenen Sinn auch Ärztinnen und Ärzte sind.

Dann geht es nicht um die Zuordnung von Defekten nach dem ICD10, sondern um das Verstehen von Lebensgeschichten.

Dann werden Persönlichkeitsstörungen nicht professionell beseitigt, sondern als Teil einer Persönlichkeit gesehen, die sich selber verändern kann.

 

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Es ist ja wohl eine gewaltige Errungenschaft des Menschseins:

Die Entwicklung eines scheinbar autonomen Bewusstseins - ich unterscheide mich von allen anderen.

Aber damit kam auch das Vergleichen, kam Neid und Eifersucht in die Welt.

Allerdings war unter Menschen auch immer ein Ahnen vom "Drüberhinaus":

Dass dieser Unterschied zwischen mir und dir nicht „wirklich“ ist.

Mir ist vor kurzem eine Interpretation dessen begegnet, was mit dem Gruß „Namasté“ gemeint ist:

Ich ehre den Ort in dir, indem das gesamte Universum wohnt.

Ich ehre den Ort der Liebe, der Wahrheit, des Lichtes und des Friedens in dir.

Wenn du an diesem Ort in dir bist und ich an diesem Ort in mir bin, - sind wir eins.

Mahatma Gandhi

https://yogazeit-ludwigshafen.de/

Solche Worte werden ja wohl meist als esoterisches Geschwätz abgetan.

Aber das scheint mir ein entscheidende Grund dafür zu sein, adrian1110, wieso sich Menschen nicht für andere freuen.

Uns fehlt die Gewissheit, dass ICH und DU im Grunde eins sind.

Und ich gebe zu, dass mir der Gedanke recht schwer fällt, z.B. von Donald Trump nicht verschieden zu sein ;-)

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Sicher hast du, ILikeTurtles990, jetzt noch keinen Grund, dir Sorgen zu machen.

Aber wenn du z.B. schon Geräusche hörst, für die es keine reale Erklärung gibt, dann solltest du dir überlegen, ob 5-Mal-Gekifft nicht genug für dich war.

Ich habe lange die Gefahren des Cannabiskonsums unterschätzt. Nach leidvoller Erfahrung in meiner nächsten Verwandtschaft weiß ich nun, dass Cannabis induzierte Psychosen keine Seltenheit sind.

Und möglicherweise reagierst du sehr sensibel auf den Drogenkonsum.

Sei vorsichtig!

Hier noch ein Link zum Thema.

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/cannabis-missbrauch-bei-moeglichen-psychose-anzeichen-helfen-frueherkennungszentren/

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Hat es Amerika, die Elektrizität und die Milz vor der Entdeckung schon gegeben?

Die Wirklichkeit ist immer unendlich viel mehr, als unsere Sinne und unser Denken erfassen können.

Das, was gläubige Menschen „Gott“ nennen, ist unseren Sinnen nicht zugänglich. Wer aber erlebt, dass Gott gegenwärtig ist, hat ihn in seine subjektive Wirklichkeit hineingenommen.

Nun kann ich davon überzeugt sein, dass das subjektive Erleben eines anderen nichts mit meiner Wirklichkeit zu tun hat.

Aber diese Überzeugung, dass nur das wirklich ist, was in meinen Sinnen und meinem Denken einen Platz hat, ist für mich auch ein Glauben -

und dazu noch ein sehr dogmatischer, der vielleicht noch mehr Unheil hervorbringen wird, als es etablierte, buchstabengläubige Religionen bisher vermocht haben.

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Hallo Leaaaaaa732,

wenn deine Lehrerin einfühlsam ist und weiß, welche großen Sorgen du nach der OP hast, dann nimmt sie Dir einen „respektlosen Ton“ bestimmt nicht übel.

Du magst sie ja wohl leiden. Dann fällt es dir sicher nicht schwer, dich zu entschuldigen. Sie wird dann vermutlich sagen, dass dein „Ton“ ihr nichts ausgemacht hat.

Bleibt noch die Frage, ob sie mit dem Rat richtig liegt, dass du kein Abi machen sollst.

Ich glaube sie meint es gut mit dir.

Wenn sie allerdings sagt, dass du wegen Rechtschreibschwierigkeiten nicht Abi machen sollst, dann – finde ich – hat sie nicht Recht.

Aber sicher hat sie sich noch anderes überlegt.

Du solltest dir – statt nur „hmm“ zu sagen - natürlich auch überlegen, warum du Abi machen möchtest und warum dir ihre Überlegungen nicht gefallen.

Wenn du dir eine eigene Meinung gebildet hast, wäre es bestimmt gut, sie um ein Gespräch zu bitten.

Eine gute Beziehung zu deiner Lehrerin wünsche ich dir und dass dein Ohr gut und „hörfähig“ verheilt.

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Hallo LeonieMarieS,

acht Jahre habe ich als Lehrer in der Schule einer KJP gearbeitet und natürlich auch viele Mädchen mit Essstörungen kennengelernt.

Ja, ihre Mitarbeit (die Ärzte sprachen immer von „compliance“) war immer ein großes Thema. Trickreich wurde bei den regelmäßigen Gewichtskontrollen „geschummelt“:

Z.B. kurz vor dem Wiegen sich noch schnell heimlich an einem Wasserhahn volllaufen lassen....

Auffällig – so jedenfalls mein persönlicher Eindruck – war auch, dass sie meist auffallend gute und ehrgeizige Schülerinnen waren.

Aber noch heute komme ich mit der Frage nicht recht zu Rande, warum Schülerinnen wie du die klar belegbaren Folgen der Essensverweigerung so konsequent ignorieren.

Das steht doch in so einem krassen Widerspruch auch zu deinen intellektuellen Fähigkeiten!

Wenn jemand wie du sogar überlegt, ob sie gegen die verzweifelt-besorgten Eltern gar juristisch vorgehen soll, dann reichen die Hinweise auf die üblichen Autoritätskonflikte mit den Eltern sicher nicht aus.

Mir kommt ein Gedanke, den du vermutlich für völlig unsinnig hältst:

Extremes Fasten gab es früher oft bei Menschen, denen es um ein gottgefälliges Leben (und Sterben) ging. Dieses religiöse Fasten hat sicher auch hin und wieder extreme, gesundheitsschädigende Formen angenommen. Ich meine, es war berechtigt bei extremen Fasten von einem „religiösen Wahn“ zu sprechen.

Deshalb nun meine provokante Annahme:

Geht es heute beim Extremfasten um einen weltlich gewendeten religiösen Wahn, bei dem die Fastende meint, die Autonomie des eigenen Ichs über alles in der Welt stellen zu können?

Aber zurück zu deiner Frage:

Wenn durch deine Essstörung die Gefahr entsteht, dass du dir bleibende Gesundheitsschäden zufügst oder gar der „point of no return“ erreicht wird, dann ist eine Zwangseinweisung in eine KJP unumgänglich.

Du wirst dann in den geschlossenen Bereich aufgenommen, wo im Extremfall erst einmal eine künstliche Ernährung erfolgt. Du bist dann unter ständiger Kontrolle.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass dir das erspart bleibt!

Und bestimmt wünschen dir das auch deine Eltern!

Wenn du freiwillig in eine KJP gehst, bleibt dir die Zwangsbehandlung in der Regel erspart.

Vielleicht kannst du ja noch durch eine einfühlsame Psychotherapeutin wieder zu deinem wahren Selbst finden.

Wage eine Kehrtwendung!

Du wirst dein Leben lang froh darüber sein! 

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Drei Jahre, Bennl46jh, ist ja schon eine lange Zeit!

Und in dieser Zeit habt ihr ja viel miteinander erlebt.

Du bist fremdgegangen - aber ihr habt euch versöhnt.

Aber nun befürchtest du, dass sie es genauso macht – bist eifersüchtig und gleichzeitig fühlst du dich auch alleingelassen.

Es ist ja oft so, dass wir uns mit Haut und Haaren mit einem geliebten Menschen verbunden fühlen.

Dann können wir es schwer verkraften, wenn dieser Mensch nicht genauso total für uns verfügbar ist.

Gönn deiner Freundin ihr eigenes Leben und gönne auch dir ein eigenes Leben!

Mit Liebeskummer und Eifersucht fällt es oft schwer, uns auch noch anderen Lebensthemen zuzuwenden.

Aber wenn du dich wichtigen Themen, Aufgaben zuwendest, wenn du an deinem Tun Freude findest, dann kann sich auch das Verhältnis zu deiner Freundin entspannen oder aber du kannst die Trennung von ihr mit einem Gefühl der Traurigkeit annehmen.

Manchmal ist ja auch ein Verlust nur ein versteckter Neubeginn.

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Ich vermute,MojoV, dass der Glaube an die Bedeutsamkeit eines Intelligenzquotienten im umgekehrt-proportionalen Verhältnis zur recht verstandenen Intelligenz des Menschen stehen dürfte.

Da ich den Eindruck habe, dass die Zahl der Zahlengläubigen zunimmt, ist es für mich denkbar, dass – aufs Ganze gesehen – wir Menschen dümmer werden.

Aber das ist natürlich ein unhaltbares Vorurteil!

Testpsychologen werden sich des Problems annehmen und vorurteilslos einen neuen Intelligenztest kreieren.

Denn bekanntlich ist Intelligenz das, was der Intelligenztest misst. Und der misst in der Regel das, was in „einflussreichen Kreisen“ gerade als wichtig erachtet wird.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/sarrazins-thesen-was-ist-intelligenz/1913392.html

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Hallo Oblivious631,

ich fürchte Trashtom hat den Grund deines Unglücks auf den Punkt gebracht:

Die "Ich spring vor Notstand vor nen Zug"-Ausstrahlung ist halt nicht gerade attraktiv.

Du schreibst:

"Ich will einfach nur eine Freundin, mehr nicht."

Aber steht hinter deinen Worten nicht eine gewaltige Sehnsucht, die unser ganzes Fühlen und Denken ausfüllen kann?

(Fast) jeder von uns sehnt sich nach einer Partnerin, einem Partner, mit dem wir uns auf immer in inniger Liebe verbunden wissen.

Gar nicht selten fehlt uns dafür aber die elementarste Voraussetzung:

Erst wenn ich mich selber liebhabe, kann ich auch einen anderen Menschen wirklich lieben.

Leider machen deine Worte auf krasse Weise deutlich, dass du gar nicht liebevoll, sondern sehr grob mit dir umgehst:

Der, der du bist, springt vor einem Zug, wenn er nicht termingerecht eine Freundin angeschafft hat.

Ich würde an deiner Stelle mich von dem Gedanken verabschieden, eine Freundin „haben“ zu wollen. Ich würde versuchen, die Liebe zu mir zu entfalten, damit sich die Liebe zu den anderen Menschen entfalten kann.

Und wenn du dann gar nicht dran denkst ist plötzlich eine Freundin da!

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Die beschriebenen Probleme, JenDav478, müssen für dich wirklich beunruhigend, äußerst belastend sein!

Was du eigentlich willst oder sollst kommt gar nicht so richtig bei dir an!

Aber hast du dir auch schon überlegt, dass wir mit unseren Selbstwahrnehmungen leicht in einen Teufelskreis geraten können?

Wir beobachten etwas Beunruhigendes an oder in uns. Das versetzt uns in Erregung - und die Erregung sorgt dafür, dass das Beunruhigende sich verstärkt. Dann kann es immer schlimmer werden!

Du meinst, du nimmst Dinge nicht richtig wahr.

Da frage ich mich, wie du es fertiggebracht hast, diese Frage zu stellen.

Um das zu können, braucht man unglaublich viele richtige Wahrnehmungen.

Hast du dich schon gefragt, was du nicht richtig wahrnimmst oder in welchen Situationen dir diese „Schwäche“ auffällt?

Du beobachtest auch, dass du Dinge schnell vergisst.

Das Vergessen ist für uns ja lebenswichtig. Wir müssen viel Gedächtnisballast abwerfen, um gesund zu bleiben. Peinlich nur, wenn wir das vergessen, was wir doch eigentlich uns merken wollten - oder merken mußten?

Nun erlaube ich mir mal die anmaßende Vermutung, dass es für dich gut wäre, wenn du liebevoller mit dir selber umgingest.

Da sind vielleicht viele Gedanken und Phantasien in dir, für die du dir nicht genug Zeit lässt. Die wollen beachtet werden. Und nicht selten sind da gute Einsichten für unser Leben in uns.

Hast du jede Nacht auch genug Zeit für deine Träume?

Wir sollen im Alltag funktionieren.

Aber dann müssen wir ein Gleichgewicht erreichen - zwischen unserem inneren Erleben und unserem Alltagsleben.

Dafür ist es wichtig, dass wir herausfinden, was in uns werden will und wie wir das mit dem täglichen Kram in Übereinstimmung bringen können.

Drum wünsche ich dir, dass du deine Selbstwahrnehmungen verstehen lernst, statt sie als beängstigende Symptome einer seelischen Erkrankung wahrzunehmen.

 

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Wenn du, iojiujuzh, nun zusammenstellst, was du alles tun musst, um 100 Jahre alt zu werden, dann werden die Handlungszwänge dich so arg plagen und überfordern, dass es immer unwahrscheinlicher wird, dass du dein Ziel erreichst.

Wenn du also 100 Jahre alt werden willst, solltest du vor allem darauf verzichten, hundert Jahre alt werden zu wollen.

Empfehlenswert finde ich es, im Augenblick zu leben.

Im Augenblick lebst du nicht nur 100 Jahre.

Im Augenblick lebst du ewig ;-).

 

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Hallo SchwitzOhneEnde,

Adolf Portmann hat mal geschrieben, dass wir Menschen nach der Geburt eine „physiologische Frühgeburt“ seien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Portmann

 Andere Tiere kommen mit vergleichsweise festgefügten Verhaltensstrukturen zur Welt. Eine Spinne muss z.B. keine Lehre durchlaufen, um die Produktion eines hochkomplexen Gebildes wie ein Spinnennetz zu erlernen.

Wir Menschen aber befinden uns nach der Geburt in einem "sozialen Uterus". Und damit sind wir als vergleichsweise hilflose Wesen den Prägungen der Mitwelt ausgeliefert.

Ungehörig abgekürzt behaupte ich nun, dass die Mitwelt von der Idee durchdrungen sein kann, den neugeborenen Menschen schrittweise in die Freiheit zu führen. Autorität und Gehorsam treten zurück. Die allgemeinen, unteilbaren, gleichen Menschenrechte garantieren (theoretisch) jedem Menschen die freie Entfaltung seiner einmaligen Persönlichkeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

Der Nationalsozialismus – aber auch politische Tendenzen unserer Tage – stellen nun das Interesse einer "Volksgemeinschaft", einer Rasse, einer politischen Ideologie, einer Wirtschaftsmacht über das Interesse „fremder“ Menschen, Völker, Religionen, geschlechtlicher Identifizierungen, ….

Wird nun so eine rassistische, nationalistische, sexistische,… Einstellung zur staatstragenden Ideologie wie im Nationalsozialismus, dann wird Erziehung, Bildung, Rechtsprechung, das ganze öffentliche und tendenziell auch das ganze Privatleben dem rücksichtlosen autoritären Diktat eines Führers, eines Diktators oder einer Partei unterworfen.

In grauenhafter Weise hat der Nationalsozialismus – unterstützt oder geduldet von der Mehrheit der Deutschen – bis zum Mord an Andersdenkenden, „Andersseienden“ und an der jüdischen Bevölkerung die Ausschaltung der Menschenrechte betrieben.

Autorität und Gehorsam waren nicht Phänomene, die im Verlauf der Kindheit immer mehr in den Hintergrund traten, um die Menschen in die selbstverantwortete Freiheit zu führen, die ihnen die Grundrechte zusprachen.

Angestrebt wurde die Konformität des gesamten Volkes durch eine radikale Missachtung der Grundrechte.

Ich finde es gut, wenn ihr euch in der Schule mit diesem Thema beschäftigt.

Ich schreibe dir dies in der Hoffnung, dass es sich für dich bei diesem Thema nicht nur um eine Auseinandersetzung mit einem geschichtlichen Phänomen (Nationalsozialismus) handelt, sondern, dass du erkennst, dass es gerade in unseren Tagen erschreckenderweise wieder viele Beispiel dafür gibt, dass – wie Bertolt Brecht es mal formulierte – „der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem das kroch“.

http://universal_lexikon.deacademic.com/226757/Der_Scho%C3%9F_ist_fruchtbar_noch,_aus_dem_dies_kroch!

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Um deine Frage,BenZorro98, direkt zu beantworten:

Ja, dann ist man ein schlechter Mensch!

Und ich füge gleich an:

Kein Mensch kommt drum herum, auch ein schlechter Mensch zu sein.

Zu deiner Story – egal ob wahr oder erfunden:

Tagaus tagein wurde ein Mädchen von drei Mädchen so unerträglich beschimpft, beleidigt, unterdrückt – halt „gemoppt“ – dass sie sich aus Verzweiflung das Leben nahm.

Du warst ihr Freund und hast sicher voller Empörung zugeschaut.

Dass man als einfühlsamer Mensch was unternehmen kann und muss, um die Quälerei zu beenden, ist dir wohl nicht in den Sinn gekommen.

Wenn du deshalb nie ein schlechtes Gewissen gehabt hast, dann bestätigt sich schon wieder meine Überzeugung, dass jeder Mensch im Leben auch mal ein schlechter Mensch ist.

Weil – nach deinem Urteil – es zwei von den drei Mädchen leid tat, deine Freundin in den Tod getrieben zu haben, warst du so großzügig, sie vor deiner Rache zu verschonen.

Aber die Dritte bekam nun deine ganze rachsüchtige Bösartigkeit zu spüren.

Damit zeigst du doch, dass du leider kein bisschen besser bist, als das Opfer deiner Rache.

Du willst nun das Leid, das deiner Freundin angetan wurde, verdoppeln.

Hast du damit irgendeinem Menschen geholfen?

Wer an Rache denkt, weiß nicht was Gerechtigkeit ist.

 

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Erst einmal, nikki06, brauchst du dich nicht über User ärgern, die meinen, dass jemand, der eine fehlerhafte Rechtschreibung hat, dumm ist.

Wer das meint, ist vermutlich dumm.

Du hast es in deinem Leben bisher nicht leicht gehabt. Aber ich habe den Eindruck, dass du von deiner Familie und von vielen anderen immer liebevoll beachtet und gefördert wurdest.

Leider konnten sie nicht das ersetzen, was dir vielleicht besonders gefehlt hat:

Freundschaften mit Schülerinnen und Schülern von der ersten Klasse an.

Du warst immer ´was Besonderes.

Hast du dich vielleicht auch immer als etwas Besonders gefühlt, worauf die Mitschüler Rücksicht nehmen sollten?

Ich kann mir schon vorstellen, dass sie sich dir gegenüber gemein verhalten haben. Das sollte auch niemand kleinreden.

Du denkst jetzt wohl:

"Mich will man in die Klapse schicken und die, die mich so wütend gemacht haben, die lachen sich ins Fäustchen!"

Aber als Gymnasiast fällt es dir ja vielleicht gar nicht so schwer, dir einmal vorzustellen, was du machen würdest, wenn du jetzt dein Vater, die Frau vom Jugendamt, oder deine Lehrerin wärst.

So ganz „pflegeleicht“ bist du ja wohl nicht.

So als Außenstehender finde ich die Idee von deinem Vater gut:

„Eine Privatschule mit kleinen Klassen“

Und nun wünsche ich dir noch, dass du auf einem langen Spaziergang in der Natur mit deinem klugen Kopf mal kritisch über dich selber nachdenkst.

Ich glaube, da gibt´s auch noch einiges zu denken und zu tun!

Viel Glück!

 

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Dem Recht der Selbstbestimmung am Lebensende stimme ich zu, Markus2305, nicht aber deiner Begründung.

Meine Leben ist mir aufgegeben und stellt mich in ein soziales Miteinander, in dem ich in ein Nehmen und Geben eingebunden bin.

Wenn ich nun im Bewusstsein meiner sozialen Eingebundenheit erkenne, dass meine Zeit zuende geht, habe ich das Recht, es selbstbestimmt zu beenden – brauche nicht auf das Urteil der Ärzte warten, die die „life-sustaining machines“ abschalten.

Vermutlich handelt es sich bei vielen Selbsttötungen aber eher um eine Flucht oder um eine Selbsttötung aus Angst vor dem Tod.

Aber darüber zu urteilen, wenn sich ein Mensch das Leben genommen hat, wäre für mich anmaßend.

Sorgen wir für ein einfühlsames Miteinander, das auch den selbstverantworteten Abschied in liebender Mitmenschlichkeit möglich macht!

 

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Auf bedrängende Weise hast du, patrickferrari, ja schon Erfahrung mit dem NICHTS gemacht.

„Ich hab es sogar mal kurzzeitig geschafft das Nichts zu begreifen und mir zu visualisieren, kippte jedoch fast um, hatte Herzrasen und seit dieser Angst vor dem Nichts….“

Ein Wort für das zu finden, für das es kein Wort geben kann, das war ja schon immer das Bestreben mystischer Traditionen.

In der ZEN-Tradition hat man das „Wort“ „MU“ in der Meditation sozusagen als Einfallstor zum Unsagbaren benutzt.

In der christlichen Mystik wird auch heute noch in Anlehnung an die Praxis von Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) mit dem spanische Wort für Nichts „NADA“ meditiert.

Auf humorvolle Weise hat der meditationserfahrene Leonard Cohen seinen Zuhörern berichtet, dass er dem tiefsten Geheimnis seines Lebens auf der Spur sei und das geheimnisvolle Wort gefunden habe: „do dam dam dam – da da dam“

Auf dem Video „Tower of Songs“ memorial concert 2017 – zu finden bei 1:28:25

https://www.youtube.com/watch?v=CSmvvUNTtTc

Unser menschliches Bewusstsein ist so eng mit unserer sprachgebundenen Denkfähigkeit verknüpft, dass ein „Drüberhinaus“ für unsere menschlichen Allmachtsphantasien eine schwere narzisstische Kränkung darstellt.

(Das wird auch an einigen Antworten auf deine Frage deutlich.)

Die Überwindung unserer Allmachtsphantasien ist – am Rande bemerkt – aber für das Überleben unserer Art auf diesem kleinen Planeten entscheidend, weshalb eine recht verstandene Spiritualität nach meiner Vorstellung überlebenswichtig ist.

Zu so einer rechtverstandenen Spiritualität hast du ja nun schon wichtige Erfahrungen gemacht.

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg zum Erleben der ganzen Wirklichkeit findest, die über das „NICHTS“ zum Erleben des unsagbaren EINEN führt, das uns in angemessener Demut unsere menschliche Existenz erleben lässt.

 

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