Terror durch Kindesvater- Welche Optionen?

Ich muss ein wenig ausholen. Meine Schwester hat mit ihrem Ex einen 3-jährigen Sohn. Er hatte sie damals so weit, dass sie ihrer Familie - auch mir- den Rücken gekehrt hat. Wir waren immer nur gut genug, wenn sie in irgendeiner Form Unterstützung wollte.Wegen ihm gab sie ihre leitende Tätigkeit im Einzelhandel auf( "seine Frau" habe nicht zu arbeiten), sodass sie praktisch vollkommen von ihm abhängig wurde.

Er ist beruflich sehr erfolglich, hat ein eigenes Unternehmen und ausgesprochen viel Geld und hat es geschafft, sie durch Manipulation, materielle Dinge, Luxus hier und Luxus da gefügig zu machen.

Alle Warnungen unsererseits wurden stets ignoriert. Schon bald schickanierte er sie vor Freunden, wurde handgreiflich und benutzte sie immer wieder als Fußabtreter, betrog sie.

Auch jetzt , 10 Monate nachdem er sie rausgeschmissen hat, ohne finanzielle Mittel (Unterhalt für seinen Sohn wollte er nicht zahlen, musste alles über Anwälte geklärt werden), ohne eigenen Hausstand, terrorisiert er sie noch. Es sind regelrechte Psychospielchen. Sie darf niemanden kennenlernen, schon gar keinen Mann und niemand darf sich seinem Sohn nähern. Noch immer hat er sie vollkommen unter Kontrolle. Die ganzen Einzelheiten aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Nur so viel: Sie leidet unter massiven Depressionen, kann weder arbeiten, noch an ihrem Studium, welches sie vor einem halben Jahr aufnahm, anknüpfen. Erst vor 2 Wochen offenbarte sie mir wie schlimm es eigentlich ist.

Den Haushalt schafft sie auch nicht mehr. Ich habe von früh bis spät ihre Wohnung aufgeräumt, geputzt, Wäscheberge zusammengelegt, doch damit allein ist ihr nicht geholfen.

Ich habe sie ermutigt zum Arzt zu gehen. Er riet ihr zu einer stationären Therapie und verschrieb ihr ein Antidepressivum. Dies wirkt natürlich erst nach mehrwöchiger Einnahme.

Wir haben zusammen ein Vorgespräch in einer Tagesklinik vereinbart, bis sie dort aber therapiert werden kann, vergehen noch gut 2,5 bis 3 Monate. Zu lang, für ihre derzeitige Verfassung.

Sie hat sich gestern dazu entschlossen zur Überbrückung in die stationäre Behandlung zu gehen.

Doch muss ja auch ihr Sohn , für den sie das alleinige Sorgerecht hat, betreut werden.

Sie bat also ihren Ex gestern ihren Sohn für diese Zeit bei sich aufzunehmen.

Seine Antwort lautete "Wenn dann nehm ich ihn für immer". Das war von vorn herein sein Ziel und das möchte sie keineswegs.

Gibt es die Möglichkeit den kleinen für die Dauer des stationären Aufenthalts in eine Bereitschaftspflegefamilie zu geben ohne dass sie im Anschluss fürchten muss, ihr Kind nicht mehr wiederzukriegen? Das ist ihre größte Angst.

Fakt ist: Ohne adäquate Behandlung schafft sie es nicht mehr. An wen können wir uns wenden? Jugendamt?

Und hat der Kindsvater, der ihr das alles ironischerweise angetan hat, eine Chance ihr wegen der Depression/Behandlung das Kind zu entziehen?

Familie, Familienrecht, Psychologie, Depression, Sorgerechtsstreit
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