Wie motiviert man seinen 20jährigen Sohn zu einer besseren Lebensweise?
Ja, ich weiß, bei der Fragestellung denkt man sofort an eine übergriffige Glucken-Mutter. Aber ich schildere einfach mal, wie die Situation ist:
Mein Sohn, ich nenne ihn hier jetzt einfach mal Daniel, ist derzeit in einer Ausbildung. Das läuft auch ganz gut. Die ganze Schulzeit war sehr krampfig und anstrengend und daher sind wir sehr froh, dass er relativ schnell wusste, was er machen will. Seine Interessen sind Fußball und Formel 1. Und das sehr stark. Mittlerweile ist sein einziges Hobby zu den Spielen seines Lieblingsvereins ins Stadion zu gehen. Er fährt auch zu Auswärtsspielen usw.
Früher hat er selber begeistert Fußball gespielt. Das hat er aber kurz nach dem Beginn seiner Lehre komplett aufgehört. Es wäre zeitlich gegangen, war ihm aber zu anstrengend. Das kann ich zwar ein Stück weit nachvollziehen.
Aber, und jetzt komme ich h zu dem Problem: seitdem macht er eigentlich gar nichts mehr was mit Sport zu tun hat. Auch seine sozialen Kontakte sind drastisch reduziert. Er verbringt 99% seiner Lebenszeit im Sitzen oder Liegen. Handy/Tablet/Konsole laufen in Dauerbetrieb. Beim ersten Augenaufschlag morgens wird schon durch Kurzvideos gescrollt und abends braucht er Youtube zum Einschlafen. Dazwischen wird gezockt. Gesunde Ernährung ist für ihn nur, wenn ich koche (aber bitte nicht zuviel Gemüse). Er hat seit Beginn der Ausbildung nun bereits10 kg zugenommen.
Ab und zu macht er am Wochenende mal was mit dem einem oder anderen Kumpel. Aber die haben mittlerweile auch feste Freundinnen und da wird der Kontakt auch immer weniger. Er selbst hatte noch nie eine "richtige" Freundin. Und angeblich auch kein Interesse.
Ich weiß nicht, wie ich ihn aus diesem Loch rausbekomme. Natürlich könnte man uns Eltern jetzt eine "Schuld" unterstellen. Vielleicht haben wir ihn manchmal zuviel "betuttert", als Einzelkind. Aber so extrem war es jetzt auch nicht. Abgesehen davon haben wir ihm ja so ein Leben auch nicht vorgelebt. Mein Mann und ich machen beide Sport und achten auf einigermaßen ausgewogene Ernährung. Und ein Mindestmaß an Eigenmotivation muss in einem Menschen schon vorhanden sein.
Als Daniel 15 war hatte ich eine Krebserkrankung. Und meine große Motivation das durchzustehen, war natürlich meine Familie. Jetzt mit anzusehen, wie ihm alles egal ist und er seine Gesundheit wegwerfen, tut mir richtig weh. Aber ich weiß nicht was ich tun soll. Darüber reden hilft nichts. Er opfert sein Leben für seine Faulheit und har immer Ausreden parat.
Als Mutter wird natürlich jede Kritik als Übergriffigkeit empfunden. Normalerweise müsste ich ihn emotional loslassen. Aber wie soll das gehen?
Danke, falls ihr bis hierhin gelesen habt. Es wäre natürlich hilfreich, wenn ihr meine Gefühle aus dem Blickwinkel einer Mutter sehen könntet.