Wieso ist die Arbeitswelt so?

Ich arbeite jetzt in der Firma meines Vaters. Ich selbst habe keine Kinder, habe keine Kredite, keine Verpflichtungen und sonstiges. Ich lebe auch minimalistisch und spare etwa 80% meines Einkommens weg (wohne noch daheim).

Das wird gleich noch wichtig.

Jedenfalls wirkte jeder dort erstmal nett und auch der Betriebsleiter wirkte so. Entgegenkommend, freundlich und immer mit einem lächeln lockend.

Ich bin jetzt im dritten Monat dort und überlege halt, ob ich bleiben möchte oder nicht.

  1. Ich wollte dieses Jahr eine Ausbildung machen, aber ich verdiene dort echt nicht schlecht und es war eher eine "ich nimm mal irgendwas" Ausbildung. Aus Druck/Zeitdruck heraus. Bin 24. Nun habe ich gesagt, dass ich bleibe und somit gab er mir "einen besseren Job".
  2. Dieser "bessere Job" hat viel mehr Stress, mehr Verpflichtung, mehr Druck und beschissene Arbeitszeiten + Schichtsystem. Vorher hatte ich das alles nicht. Nun sagte er mir, dass er mir den Lohn anpassen will, wenn ich eingelernt bin. Also bis jetzt ist mein Lohn gleich, ich hab viel mehr Stress und Ärger mit dem Job und irgendwie kein wirkliches Plus. Nur Minus.

Es ist auch eher ein Job, den keiner machen will. Jetzt sagte ich Ihm, dass ich das nicht tun möchte und mir das zu stressig ist bzw. ich da einfach nicht klar komme. Hat Ihm natürlich überhaupt nicht gefallen. Mir das irgendwie schmackhaft machen will er aber auch überhaupt nicht.

Da habe ich dann sein wahres Gesicht gesehen. Immer freundlich und nett und dann, wenn es für Ihn/die Firma nicht läuft (Weil ich die Stelle auch nicht will, obwohl ich es "kann") reagiert er konfrontativ/genervt.

Wir hatten uns gut in den Haaren. Eigentlich hätte ich Ihm da direkt gesagt, dass er so nicht mit mir reden braucht und wir entweder eine Lösung finden oder ich gehe.

Nur:

  1. Mein Vater arbeitet dort
  2. Ich brauche leider (noch) das Geld (kurzfristig nur um was zu zahlen)
  3. Habe noch nicht zu viel auf der Seite

Ich renne Ihm schon Wochenlang hinter meiner Arbeitskleidung hinterher, die Erhöhung des Stundenlohns ist auch eine Frage der Zeit und jetzt habe ich viel mehr Stress, Druck und Nerven.

Er weiß ganz genau, dass das ein Sche**** Job ist, aber wir beide sprechen das nicht aus.

Keine Ahnung was ich tun soll. Wenn er wenigstens dann den Lohn direkt anpassen würde. Niemals wieder verlasse ich mich auf "Vielleicht, Später, Nach XYZ". Das habe ich gelernt. Entweder direkt erhöhen oder gar nicht.

War ich zu naiv? Wieso ist die Arbeitswelt so? Wie komme ich aus dem Job raus?

Arbeit, Gehalt, Arbeitswelt, Firma, Unternehmen, Stundenlohn
Sollten wir jedem Menschen helfen (Moralische Frage)?

Wenn jemand unbeabsichtigt einen Schaden davon trägt... eventuell krank wird... vielleicht auch einfach mal extrem Pech hatte (ohne eigenes Verschulden bzw. ohne Absicht)... sollte man demjenigen sicherlich helfen. Denke ich zumindest.

Wie seht Ihr das im Bezug auf selbstverschuldetes Verhalten?

Es gibt ja so richtig asoziale Kaliber. Mal als realistisches Beispiel:

  • Hat sich nie um Gesundheit geschert
  • Raucht seit 30 Jahren mit sehr kurzen Pausen
  • Keine Lust gehabt sich mental fit zu halten
  • Nur ungesund ernährt
  • Sich ständig abgeschossen und später hier und da mal gesoffen
  • Hat sein Geld verprasst, highlife gelebt
  • Hatte keine Lust zu arbeiten / sich zu bilden

Steht so einem Menschen Hilfe zu? Wir helfen natürlich jedem als Sozialstaat, aber was denkt der Einzelne hier? Sollten wir da helfen?

Ich sehe auch oft, dass Menschen sich wegen "Ungerechtigkeit" beschweren bei vielen Dingen. Gehalt, Jobchancen, Lottozahlen...

Nur da beschwert sich irgendwie keiner.

Du lebst gesund, machst Sport, trinkst und rauchst nicht, kannst mit deinem Geld gut umgehen, bildest dich weiter und hälst dich auch mental fit. Gehst auch dein leben lang ackern.

Jetzt kriegt aber (sorry) ein asozialer schmarotzender Hartzer mit Hang zur Selbstzerstörung 1:1 die Gleiche Behandlung wie du. Ist das fair?

Sollte "schlechtes Leben" aus deiner Sicht abgestraft werden mit höheren Beiträgen, weniger Übernahmen oder so?

Gesundheit, Geld, Menschen, Ethik, Moral, Philosophie und Gesellschaft