wie oft wurde früher ein Katana (samurai schwert) gefaltet

3 Antworten

Zudem ist es einfach eine Rechenaufgabe, auf die man selbst kommen kann.

Fast wie bei der Geschichte mit dem Weizenkorn auf dem Schachbrett.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sissa_ibn_Dahir

Je nach dem, wovon man ausgeht 1 oder 2 Lagen/Stahl 
oder anders ausgedrückt, wenn die erste Faltung 2 Lagen gibt.
Geht man von 1 (Tamahagane) aus, sind es eben bei
10 Faltungen 1 2 4 8 16 32 64 128 256 512 und
bei 15 Faltungen 16.384 Lagen.

2 Stahlsorten 5x gefaltet ergibt demnach (2 - 4 - 8 - 16 -) 32 Lagen und
2 Stähle 15x gefaltet sind ergo 32.768 Lagen (kurz: Sehr viele, sehr fein)

Rein optisch (heute gibt es keinen anderen Grund für Faltungen)
sieht Damast-Stahl mit 8 bis 12 Faltungen imho am besten aus.

Zu achten wäre auf eine Differentialhärtung, deren Hamon man
aber auf Damast leider kaum sehen kann.

Den Stahl beim Schmiedevorgang zu falten ist eine Notwendigkeit die dazu dient, den Kohlenstoff gleichmäßig im Schneidenstahl zu verteilen, zu regulieren und Verunreinigungen aus selbigem zu entfernen. Ziel ist es, die Homogenität des Stahls zu erreichen. Bei jeder Faltung geht jedoch Kohlenstoff (welcher den Stahl hart, aber zugleich auch spröde macht) verloren. Japanische Schmiede führen deswegen auch immer wieder etwas Kohlenstoff von außen hinzu, wenn sie während des Schmiedevorgangs den Rohling in eine Mischung aus Lehmschlamm und Holzkohle eintauchen.

Mit der Qualität hat die Anzahl der Faltungen oder Lagen im Stahl absolut nichts zu tun und das Falten ist unter Verwendung von modernen Stählen aus mechanischer Sicht sogar völlig unnötig. Moderner Stahl erlaubt nämlich auch ohne Faltung gute Kompromisse zwischen Schnitthaltigkeit und Flexibilität. Wenn gefaltet wird, dann meist wegen der Optik. Bei Tamahagane, welches traditionell gewonnen und für jap. Schwerter verwendet wird, ist es jedoch anders. Tamahagane ist kein moderner, homogener Hochleistungsstahl, sondern stark durch Schlacke und andere Einschlüsse verunreinigt, welche durch Ausschmieden (d.h. Falten) beseitigt werden müssen. Aufgrund des oben beschriebenen Verlustes von Kohlenstoff bei jedem Faltvorgang ist es sogar möglich, einen Rohling durch zu viele Faltungen unbrauchbar zu machen.

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