Streitgespräch vor 100 Jahren.

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Anhänger der Wahl einer Nationalversammlung waren vor allem MSPD (Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands) und politische Kräfte des Bürgertums.

Befürworter des Rätesystems statt eines parlamentarischen Systems gab es in Deutschland damals auf dem linken Flügel der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), bei den Revolutionären Obleuten (unterstützen in der Regel die USD) und beim Spartakusbund/den Kommunisten.

Zuerst ist also zu entscheiden, zwischen was für Leuten das Streitgespräch stattfindet. Zu überlegen ist, ob auch das Rätesystem (Sowjets) und der Bolschewismus in Russland als Erfahrung herangezogen werden.

einige Argumente für die Einberufung einer Nationalversammlung:

  • Eine Wahl des ganzen Volkes, nicht nur eine Vertretung von Teilen des Volkes, ist nach demokratischen Grundsätzen die beste Grundlage für eine Neugestaltung des Staates.

  • Bei einem Rätesystem fehlt eine Gewaltenteilung.

  • Minderheitsmeinungen werden in der politischen Vertretung möglicherweise wenig berücksichtigt, wenn bei einem Rätesystem die Vorstellung eines einheitlichen Volkswillens oder zumindest sehr ähnlichen und gleichartigen kollektiven Willens in der Basisgruppe vorherrscht.

  • Wenn eine Wahl zu einer Nationalversammlung abgelehnt wird, drohen Chaos und Bürgerkrieg, während bei der Entscheidung für die Wahl eine schon begonnene Zusammenarbeit zwischen Mehrheitssozialdemokratie und im Bürgertum verankerten, zur Einführung einer Demokratie bereiten politischen Kräften (Liberale, vgl. Deutsche Demokratische Partei (DDP); in der Zentrumspartei vertretener politischer Katholizismus) gesichert werden kann.

einige Argumente für ein Rätesystem:

  • Ein Rätestem ist am besten geeignet, sozialistische Maßnahmen herbeizuführen, die vollzogen werden müssen, um eine starke, vor Gegenangriffen geschütze Stellung zu schaffen.

  • Übergewicht der Arbeiterklasse oder eine Diktatur des Proletariats kann eher durch ein Rätesystem erreicht werden.

  • Die Basis wird besser berücksichtigt, weil im Rätesystem Funktionsträger der Basis direkt verantwortlich, an deren Weisungen gebunden (imperatives Mandat) und stets absetzbar sind.

  • Von einer Nationalversammlung ist eine Zurückdrängung der gewerkschaftsunabhängigen revolutionären Arbeitervertreter in Betrieben zu befürchten, Ergebnisse der Revolution könnten verlorengehen.

Der Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrates Groß-Berlins erklärte in einer Entschließung am 18. November 1918:

„Die Arbeiterschaft und die Soldaten sind am schwersten von dem alten Regierungssystem bedrückt worden. Die Arbeiter und Soldaten hatten am meisten unter den Kriegswirkungen zu leiden. Die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen des Krieges drohen der Arbeiterschaft schwere Lasten aufzubürden.

Arbeiter und Soldaten haben das alte Regierungsssystem beseitigt.

In der revolutionären Organisation der Arbeiter- und Soldatenräte hat sich die neue Staatsgewalt verkörpert. Diese Gewalt muß gesichert und ausgebaut werden, damit die Errungenschaften der Revolution der gesamten Arbeiterschaft zugute kommen. Diese Sicherung kann nicht erfolgten durch Umwandlung des deutschen Staatswesens in eine bürgerlich-demokratische Republik, sondern in eine proletarische Republik auf sozialistischer Wirtschaftsgrundlage, in der das arbeitende Volk, d. h. nur die Hand- und Kopfarbeiter, öffentliche Rechte ausüben.

Das Bestreben der bürgerlichen Kreise, so schnell als möglich eine Nationalversammlung einzuberufen, soll die Arbeiter um die Früchte der Revolution bringen.

Der Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrates Groß-Berlins verlangt daher die Einberufung einer Delgiertenversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands.

Die Delegiertenversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands hat auf Grund eines von ihr festzusetzenden Wahlsystems einen Zentralrat der Deutschen Arbeiter- und Sozialräte zu wählen, der eine neue, den Grundsätzen der proletarischen Demokratie entsprechende Verfassung zu entwerfen hat. Sie ist einer von ihm zu berufenden konstituierenden Versammlung zur Beschlußfassung vorzulegen.“

Dies war eine Kompromissformel, Ernst Däumig (USPD) von den revolutionären Obleuten hatte am 13. November als Antrag vorgelegt: „Der Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte Groß-Berlins erklärt sich daher gegen eine konstituierende Nationalversammlung.“

Vom 16. bis 21. Dezember 1918 tagte in Berlin der erste Allgemeine Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands.

Richard Müller (Revolutionären Obleute und USPD) äußerte in einer Rede in Vollversammlung am 19. November 1918 : „Ich habe für die Revolution mein Leben auf das Spiel gesetzt. Ich werde es wieder tun. Die Nationalversammlung ist der Weg zur Herrschaft der Bourgeoisie, ist der Weg zum Kampf; der Weg zur Nationalversammlung geht über meine Leiche.“

Informationen und als Quellen nützliche Auschnitte wichtiger Reden zur Frage von Max Cohen (MSPD) und Ernst Däumig (USPD und revolutionäre Obleute) enthält:

http://www.bpb.de/publikationen/Z4V2EB,5,0,VomKaiserreichzurRepublik191819.html

...alle Parteien sitzen in einem großen Saal. Die Anhänger der Nationalversammlung sind in schwarz gekleidet mit roten Krawatten. Die Befürworter des Rätesystems sitzen wie im Rätesystem: Ihr "Anführer", ein Gentleman mit einer beigen Hose, einem roten Sacko. Die anderen der Befürworter haben lumpen in allen Farben an. Es wird während frisch gebrühter Tee geschlürft wird heftigst diskutiert

Ich hoffe, dass ich dir ein paar Anregungen geben konnte und du dir das jetzt besser vorstellen kannst ;) ...worüber sie sich streiten könnten geht letzendlich aus den beiden "Parteien" hervor.

Das habe ich schon in einem anderen Forum gefunden. Ist aber nicht das, was ich suche. Ich soll einen Dialog schreiben..

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