Welche Merkmale charakterisierten die attische Demokrate im antiken Athen?

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Politische Rechte hatten nur die (männlichen) Vollbürger. Ausgeschlossen waren Minderjährige, Frauen, Ausländer und Sklaven. Der athenische Staat ist ein Stadtstaat (eine Polis, griechisch: πόλις) gewesen (die Stadt Athen und das Umland umfassend).

Die athenische Verfassung war eine direkte Demokratie. Sie ist zuerst von Kleisthenes in dem Zeitraum 509 - 507 v. Chr. eingeführt worden und später, vor allem durch von Ephialtes und Perikles beantragte Beschlüsse ausgebaut worden.

Die Volksversammlung (Ekklesia) [ἐκκλησία]) hatte eine sehr starke Stellung. Sie fasste Beschlüsse, beschloss Gesetze und entschied über Krieg und Frieden. Alle Bürger hatten Rederecht.

Volksgerichte (eine große Anzahl ausgeloster Bürger) übten Rechtsprechung aus.

Ein Rat (Boule[βουλή]) der 500 (Bürger in regelmäßigem Wechsel) war für tägliche Staatsgeschäfte zuständig und bereitet die Tagungen der Volksversammlungen in Beratungen vor.

Die meisten Amtsinhaber wurden durch Los bestimmt, es gab mehrere für ein Amt und regelmäßigen Wechsel. Bei einigen Ämtern gab es Wahlen, z. B. die 10 Strategen (militärische Führung; in der frühen Zeit waren die Archonten besonders hohe und wichtige Amtsinhaber).

Für Tagungen und Ausübung von Ämtern wurden Tagegelder eingeführt, die auch ärmeren Bürgern die Teilnahme ermöglichten.

Es gab die Möglichkeit, durch eine Volksabstimmung ein Scherbengericht (Ostrakismus) durchzuführen (487 v. Chr. – 418 v. Chr. oder ein wenig später belegt).

Seit 415 v. Chr. gab es die Möglichkeit einer Klage wegen Gesetzwidrigkeit (γραφὴ παρανόμων).

Wichtige tragende Ideen der athenischen Demokratie waren Gleichheit und Freiheit. Die Teilhabe (Partizipation) der Bürger an der Politik hatte große Bedeutung. Die Macht der Amtsinhaber war durch politische Kontrolle verhältnismäßig stark eingeschränkt.

Ein empfehlenswertes Buch zum Thema ist:

Jochen Bleicken, Die athenische Demokratie. 2., völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 1994. ISBN 3-506-71901-7

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