Was hat die Jugend-Protestkultur mit dem Rock 'n' Roll zu tu?

4 Antworten

Die haben gegen die Spiessigkeit ihrer Eltern protestiert und gegen soziale Ungerechtigkeit. Speziell hier in Deutschland auch gegen die mangelnde Aufarbeitung des Kriegs und das Alt-Nazis plötzlich wieder in Amt und Würde waren. Die haben dagegen protestiert, dass ihre Eltern ihnen vorgeschrieben haben, wie sie zu leben haben, was sie anzuziehen haben und mit wem ise nicht verkehren dürfen, weil die Eltern gegen bestimmte Menschen Vorurteile hatten z.B. war ausgelebte Homosexualität noch ein Straftatbestand.

Rock nRoll hatte zwei Funktionen dabei. Erstens war es Musik, die die Eltern hassten und als Negermusik und rumgeschreie bezeichneten und zum anderen waren die Texte oft gegen das Establishment gerichtet.

Eigentlich sollte ja die Kenntnis zu diesem Thema längst zum Allgemeinwissen hierzulande gehören! - Andererseits gebe ich zu, dass man dazu wenig findet - selbst im Internet nicht!

Vor allem die USA kommen als die "Keimzelle" modernerer Jugend- Protestkulturen in Frage: hier hier gab es einerseits früh schon recht modern klingende Rhythmen aus dem Country-, Jazz- oder Bluesbereich. - SPätestens seit den 1930er Jahren gab es ja so auch schon bei uns die "Swing Kids". Spätestens in den 1940er Jahren gab es dann in den USA mit dem Bebop und Rhythm and Blues Subkulturen, mit denen sich zunehmend Jugendliche identifizierten, und die in verstärkter Form "schwarze" Einflüsse hatten, bzw. ganz "schwarze Musik" waren. DIese Musik wurde erst meist in schwarzen US- Subkulturen entwickelt; dabei spielt z.T. auch das Rotlicht- Milieu eine wichtige Rolle. Vom (älteren) weißen US- Establishment wurde diese Musik jedoch stark abgelehnt, zumal ja auch noch die Rasstentrennung inoffiziell, bzw. sogar offiziell in den USA noch existierte. Da zunehmend aber - insbesondere aus dem Jazz- und Countrybereich - sich jüngere weiße Musiker für die "schwarzen Rhythmen" interessierten, und Teile davon aufnahmen, kam es zu neuartigen "Vermischungen" dieser Musik, infolgedessen entstand so - aus einer Synthes von "schwarzem" Rhythm and Blues", Jazz und Country - der ROCK AND ROLL. Zu den ersten "Erfindern" dieses schnellen und rhythmischen Musikstils gehörten der Weiße Bill Haley, der schon sehr früh das enorme Potential dieser Musik der Schwarzen Amerikas erkannte, sowie der Schwarze Chuck Berry. Kurze Zeit später erschienen dann auch Leute wie der weiße Elvis Presley oder der sehr originelle schwarze Little Richard auf der Bildfläche. Vermehrt wurde diese Musik auf Radiostationen gespielt, und sogar in Fernsehshows. Musikproduzenten weißer Labels hatten ebenfalls das große kommerzielle Potential dieser Musik erkannt; die Musik wurde veröffentlicht und verkaufte sich nach kurzer Zeit immer besser.
Gegner dieser Musik mit "zweifelhafter" Herkunft waren von Anfang an die (weißen, aber auch durchaus schwarzen) Kirchen ("Musik des Teufels"), natürlich auch die weißen Rassisten; aber auch das (weiße) Establishment und die Behörden, wie auch das FBI, u.A. - Diese verdächtigten den Rock 'n' Roll als Ausdruck einer kriminellen Subkultur, sowie einer gesellschaftlichen Revolution, die nicht so einfach kontrollierbar war, und die u.A. das Emporkommen der (bis dahin unterdrückten) Schwarzen zur Folge haben könnte. Diese Musik schien dabei nicht nur Grenzen zu sprengen, sondern auch einen sehr lockeren Lebensstil zu propagieren, der mit den WErte- und Moralsvorstellungen einer konservativen (weißen) Elite nicht in Einklang zu bringen war. Die ersten Rock 'n' Roller hatten es also durchaus nicht einfach. Da aber auch die weiße Jugend immer mehr auf diesen "Zug aufsprang", sich diese Musik auch bei den weißen Musikern immer mehr durchsetzte, diese Musik kommerziell sehr erfolgreich war, womit nicht zuletzt auch weiße Studiobosse das große Geld machen konnten, und man diese Musik nur teilweise mit demokratisch legitimierten Mitteln verbieten konnte, und weil die Musik ja auch unpolitisch war, setzte sich diese Musik aber immer mehr durch. Diese Musik an sich war vollkommen unpolitisch. Die Texte hingegen konnten durchaus - verschlüsselt! - starke sexuelle Anspielungen u.Ä. aufweisen (Vorsicht Zensur!). Dass der Rock 'n' Roll aber der Ausläser einer speziellen jugendlichen Protestkultur gewesen sein soll, halte ich für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist es, dass der Rock 'n' Roll von bestimmten Subkulturen als "deren Musik" quasi "adoptiert" wurde. Weder von Chuck Berry, noch von Bill Haley ist meines Wissens bekannt, dass diese frühen Rock 'n' Roller sich als Teil einer speziellen "Subkultur" angesehen hätten (auch wenn sie natürlich - im Country und R & B - ihre EInflüsse herhatten). Besonders mit den "Halbstarken" wurde diese Musik dann aber in Verbindung gebracht. Und die Halbstarken waren berüchtigt, galten als verlottert und kriminell und aggressiv. Und tatsächlich verhielten sich diese oft sehr "negativ" in der Öffentlichkeit. Der schnelle, tanzbare, aber meist auch recht einfache Rock 'n' Roll wurde dabei vor allem von proletarischen Jugendlichen (der Unterschicht) gehört. Leute mit einer starken Affinität zum Rock 'n' Roll pflegten aber schon bald einen gewissen STIL, der auch an älteren äußeren subkulturellen ERscheinungsbildern orientiert war. Dazu gehörte auch die MODE (Lederjacken, Jeanshosen, Lederstiefel, Haartracht ("Elvis- Tolle", usw...). Der Rock 'n' Roll war als Musik jetzt Teil eines ganzen LEBENSSTILs, zu dem auch (lockerer) Sex, lässiges Auftreten, Cabrio- Autos, usw. gehörten. Gepflegt wurde er eher im proletarischen Milieu.
Neu war, dass der Rock 'n' Roll bestimmte Erwartungen, die man vor allem vorher an Musik hatte, nicht mehr erfüllen brauchte.

(Fortsetzung:)

Dazu gehörte, dass man nicht mehr eine solche gepflegte Erscheinung abgeben musste (keine Anzüge, o.Ä., wie meist vorher von Musikern erwartet); man erwartete nichte, dass diese Musiker eine besondere (musikalische) Ausbildung hatten; auch mussten die Musikinstrumente nicht mehr besonders teuer sein. Wichtig war vor allem ein guter, eingängiger und schneller RHYTHMUS, der die Leute "mitriss". Die Leute tanzten dabei WILD umher. Es etablierte sich auch ein "typischer" Rock & Roll- TANZ, dessen sehr athletisch- sportliche, aber auch sexuelle Elemente meist schon vorher beim R & B bekannt waren. - Diesen Tanz aber beherrschten natürlich nur die Wenigsten. Es wurde dabei auch nicht erwartet, dass man selber so gut war; es gab hier keine "Vorgaben" (außer natürlich bei Wettbewerben). Sowohl "das Wilde" der Musik, als auch z.T. beim Tanz haben nachweislich Traditionen, die bis ins (südliche) Afrika zurückverfolgt werden können, und die möglicherweise schon weit über 100 Jahre alt sind.

Die entsprechenden frühen "Subkulturen", die den Rock & Roll für sich "beanspruchten", waren u.A. die ROCKER und die TEDDY BOYS (Letztere mit Ursprung in England).

Der Rock & ROll war anfangs - im Gegensatz zu anderen Musikstilen dieser Zeit - noch sehr männlich dominiert. Das erkennt man daran, dass die Anhänger meist männlich waren, sich mit den Texten der frühen Rock & Roll- Stücke kaum Mädchen identifizieren konnten, und die offenbar auch an Jungen mehr gerichtet waren, als auch daran, dass die Musiker des Rock & Roll anfangs ausschließlich aus Männern bestanden. Der Rock & Roll schien vor allem Kraft, Potenz und männliche Souveränität zu repräsentieren. Die Mädchen hatten hier scheinbar eher die Funktion, die Jungs zu bewundern, deren Freundinnen zu sein, sexy und modern auszusehen.

Warum war jetzt dieser wilde Rock & Roll eine "PROTESTKULTUR"? - Nun, die Eltern dieser meist noch jugendlichen Anhänger dieser Kulturen haben diese natürlich i.d.R. abgelehnt und konnten damit nichts anfangen. Der Rock & Roll und seine mit ihm assoziierten Kulturen waren damit auch eine der ersten JUGENDKULTUREN weltweit überhaupt. Die Ablehnung des Establishments und der Eltern- Generation brachte diese Musik somit in eine gewisse "gesellschaftliche Nische", anfangs noch eher ein "Randphänomen", das jedoch durch den starken Zuspruch aller Jugendlicher schon bald aus dieser Ecke herauskam, kommerzialisiert wurde und mehr und mehr zur eigentlichen "Mainstream"- Jugendkultur avancierte. Zunächst war der Rock & Roll aber etwas völlig Neuartiges (wenn auch natürlich aus R& B und Country hervorkommend). Und seine Anhänger wirkten duch ihr äußeres Erscheinungsbild und ihren bevorzugten Lebensstil dadurch natürlcih auch gewissermaßen "neuartig". Und schon alleine das halten ja Manche schon für eine "Rebellion". Allerdings waren die Texte des Rock & Roll insgesamt - trotz der sexuellen Anspielungen - recht harmlos. - Besonders "protestierend" oder "rebellisch" wirkte das nicht. - Zumindest nicht beim "offiziellen" Rock & Roll, der sonst nicht hätte im Radio gespielt werden dürfen, und dessen Urheber sonst erhebliche Probleme mit der Polizei bekommen hätten! - Der Rock & Roll musste sich -s o gesehen - anpassen an die Gegebenheiten; auch wenn in der Öffentlichkeit dennoch viele seiner Anhänger natürlich "kriminell" und "rebellisch" aussahen, so auftragen, oder es auch so waren! Das "Protest- Potential" und Provozierende dieser Musik war dennoch natürlich - das hat das damalige Establishment genau erkannt! - sehr groß! Erst einmal durften sich die Jugendlichen als die "privilegierten Addressaten" dieser Musik ansehen, weil sich diese textlich an sie richtete, "ausgeflippt" war, sehr schnell und der Tanz sehr sportlich- athletisch (wird für Erwachsene immer schwerer zu tanzen). - Die Erwachsenen sind heir also erstmal "außen vor" - und damit entzieht sich dieser Stil weitgehend ihrer Kontrolle. Außerdem hat diese Musik etwas Aufbegehrendes, Schnelles, Progressives und Direktes in sich; oder auch humorvolles (wenn auch nicht harmloses). - Das ist natürlich nicht die passende Musik zum gemütlichen Plaudern beim Kaffeekränzchen mit alten Damen!

Was hat also die Rock 'n' Roll- Kultur letztlich mit Protest zu tun? Ich selber bin mir nicht sicher, ob der ROCk 'n' Roll DIREKT Protest war!? - Ich würde das eher bezweifeln. Denn gegen was ist dabei wirklich PROTESTIERT worden? Vielleicht war ja auch nur die Forderung der damaligen Jugend, einen ihnen gemäßen Lebensstil leben zu dürfen und vor allem SPASS zu haben, auch schon eine Form des Protestes! Die Verweigerung, dem Establishment und den Älteren nicht mehr bedingungslos folgen zu wollen, sondern selber schon sein Leben so zu gestalten, wie man es möchte. Die Offenheit gegenüber dem Neuen und Andersartigen. Die Erkenntnis der Unmöglichkeit, es Allen (und den Eltern) immer Recth machen zu können; der Vorrang, dem man dem SPASS im jugendlichen Leben rücksichtslos huldigt.

0
@Keyboardfan

(2. Fortsetzung):

So gesehen ist der Rock 'n' Roll auch der Ausdruck der Jugendlichen im "Flegelalter" (Pubertät), ein Ihnen entsprechendes Leben führen zu können, das SPASS macht, und ihnen das Leben besonders lebenswert erscheinen lassen, und in dem sie sich so verhalten, wie sie es wollen (ohne besonders Rücksicht auf Moral- und Wertevorstellungen Anderer (Establishment, Eltern, tradierte Lebensformen) zu nehmen. Vielleicht ist ROck 'n' Roll auch einfach nur ein Ausdruck des (nicht nur) jugendlichen Freiheitsbedürfnisses.

Hier direkt von PROTESTKULTUR zu reden, ist daher vielleicht etwas zu übertrieben. Ich würde in der Rock 'n' Roll- Kultur eher den Ausdruck eines beginnenden Zeitalters des jugendlichen Hedonismus sehen (individuelle "Spaß- und Freizeitkultur"). Ich würde das Ganze daher nicht so hoch hängen. Wenn man Spaß haben kann oder darf, warum oder wogegen sollte man dann protestieren?

Für die Einen mag Rock 'n' Roll daher Freizeitkultur sein, für die anderen sogar Lebensstil; für Manche vielleicht sogar Lebensinhalt. Aber "Protestkultur" kann ich mir - abgesehen von den o.g. Einwänden - nicht so richtig vorstellen. Andererseits wird der Rock & Roll auch in Verbindung mit jugendlicher Rebellion und Rockertum u.Ä. gebracht, durch 1950er- Jahre- Filme wie "Der Wilde" mit Marlon Brando. - Dieser Schauspieler gilt ja tatsächlcih als Inbegriff des (jugendlichen) Rebellen, individualistisch, das Establishment ablehnend oder herausfordernd, selber mit zweifelhaftem Ruf; keine Bereitschaft sich unterzuordnen; Konflikte mit dem Gesetz; durchaus nicht nur durch Attitüde die Gesellschaft herausfordernd, sondern sogar durch verbale Aussagen kritisierend (so sagte er z.B. mal, dass er es nicht mögen würde, dass unsere Gesellschaft, inkl. der Kunst, so sehr verkommerzialisiert wäre, und meist nur das anerkannt wäre, was kommerziell nicht erfolgreich wäre, usw.).
In diesem Zusammenhang wird im INternet auch darauf hingewiesen, dass am Anfang dieser "jugendlichen Halbstarken- Subkulturen" (angeblich) nciht die (Rock & Roll-) Musik stand, sondern Literatur (die "Beat"- Generation, z.B.), Mode, Filme (Marlon Brando und James Dean), sowie z.T. ältere Jazz- Musik (z.B. der Bebop).

Man müsste daher wissen, was den Jugendlichen (damals) an der Gesellschaft missfallen hat, um zu erfahren, gegen was diese protestieren! War es die enge Sexualmoral der Eltern- Generation? War es die geringe Freiheit, die ihnen gelassen wurde? War es überhaupt die "Enge", aus der sie auszubrechen versuchten? Protestierten die Jugendlichen mit Rock'n' Roll einfach nur dagegen, dass sie sonst nicht ernst genommen würden, bzw. damit sie (wenigstens unter ihresgleichen) Ernst genommen werden? Und ist es nicht auch tatsächlich so, dass die Jugendlichen in derartigen Subkulturen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen können, die sonst oft verborgen blieben, bzw. dass sie Anerkennung für etwas auf diese Weise erhalten, die sie sonst nicht erhielten? Fest steht: Erwachsene können Jugendliche ab einem bestimmten Alter meist kaum noch überzeugen, bzw. mit ihren Werten beeinflussen. Die Jugendlichen begeben sich so meist irgendwann "auf ihre eigene Reise", hängen mit Ihresgleichen herum, entdecken sich, begeistern sich für neue Dinge, experimentieren, ... Bewusst oder unbewusst kommt es auch oft zur Rebellion. In bestimmten Subkulturen werden bestimmte Werte abgelehnt; andere dafür erwartet. Manchmal macht man nur aus dem Grund Dinge, weil die Anderen das provoziert. So schockiert man manchmal ganz bewusst die Anderen, Älteren, Eltern, usw., z.B. durch bestimmtes Auftreten, den Konsum von Drogen, o.ä. - Oder auch eben durch eine bestimmte Musik. Vielleicht bedeutet ein solches Verhalten auch: "Ich bin alt genug. Ich mach jetzt, was ich will!". - Ein symbolischer Akt. Es gibt auch Jugendliche, die finden es immer auch nur cool, Anders zu sein als ANdere; zweitrangig, wie sich diese Anderen gerade verhalten; hauptsache, man ist anders. IN manchen Fällen sind solche Jugendlichen auch sehr unsozial, machen, was sie wollen, fordern mit ihrem Verhalten die Gesellschaft heraus, weil sie nicht anders KÖNNEN.

Ich glaube, viele Jugendliche damals wollten einfach nur ernst genommen werden, wenn sie in eine solche Subkultur gegangen sind.

Wenn Jugendliche z.B. auf Rockkonzerten große Zerstörungen angerichtet haben, dann war das aber oft nur ganz normaler Vandalismus.

0

Ich glaube, die Jugendlichen damals wollten vor allem einfach nur ernst genommen werden und Spaß haben. "PROTESTIEREN" im eigentlichen Sinne wollten die gar nicht. Gegen was denn? Gerade der Rock & Roll wurde ja vor allem von eher proletarischen Jugendlichen und entsprechenden Subkulturen angenommen. Es war - zumindest soweit ich das sehen kann - keine "Protestkultur", sondern eher eine "SUBKULTUR". Die proletarischen Jugendlichen konnten sich halt mit den anderen ("Mainstream"-) Kulturen wenig identifizieren. So haben die dann halt ihr eigenes Ding gemacht, bzw. erfunden. Diese Musik ist zwar oft sehr provozierend; aber "protest" direkt wurde damit m.E. - damals in den 1950er Jahren - nicht ausgedrückt. Rock & Roll- Songs sind ja auch keine "Protestsongs" im eigentlichen Sinne, sondern vermitteln eher Spaß, Unterhaltung, Hedonismus, Freiheitsgefühl - und SEX. (im gegensatz zur "Folkmusik- Bewegung, die sich mit ihren Musikern (z.B. Bob Dylan) ja durchaus als "Protest- Bewegung" angesehen hat (mit entsprechenden Texten in den Songs und Aktivitäten (Bürgerrrechtsbewegung, usw.)).

Es hat zwar diese "Beat- Generation" in den 30er oder 40er Jahren gegeben; aber die war meines Wissens mehr Literatur- bezogen; und deren Musik war mehr der (Bebop-) Jazz.

Es gab natürlich so jugendliche Subkulturen wie die "Rocker" oder die "Teds" (= Teddy Boys). Die wollten natürlich ihre Form von Freiheit leben. Und die hörten Rock & Roll.

Bei "Jugend- Protest- Kulturen" spielte sonst der Rock 'n' ROll immer wieder eine wichtige Rolle zur Identifikation entsprechender Jugendlicher. So ist ja auch die "Punk"- Musik in den 1970er Jahren zunächst eine (zunächst sehr puristische) Form der Rock & Roll- Musik gewesen. Der Rock & Roll gilt als der eigentliche Start der (moderneren) Rockmusik. Und als solche beeinflusst diese Musik- in ihren verschiedenen Formen - noch heute stark die Rockmusik.

Welche "Jugend- Protest- Kultur" meinst Du denn überhaupt? - meinst Du die in den 1950er Jahren? Gegen was die "protestiert" haben, weiß ich nicht, und ob die überhaupt auf Protest aus waren. Vielleicht war es ja eine "Gegenbewegung", denen die normale Kultur nicht frei und modern genug war? Vor allem war der Rock & Roll für die Identifikation der Jugendlichen bei bestimmten SUBKULTUREN aber wohl wichtig. Die "Punk"- Kultur hat in den 1970er Jahren ja - zunächst! - gegen Oberflächlichkeit (auch in der Musik und Kunst), Arbeitslosigkeit ("No Future!"), Kapitalismus, Armut und Verkommerzialisierung (auch in der Musik) des Lebens protestiert. IN musikalischer Hinsicht könnte man den "Punk" ja auch als "Laienbewegung" definieren (keine besonderen Musikkenntnisse und -instrumente, sowie -erfahrung nötig, usw.).

In den 1970er Jahren erlebte in einer besonderen (zunächst minimalistischen) Ausprägung als "Punk" der Rock & Roll gewissermaßen ein Revival. Auch die Skinheads haben z.T. ja sowas gehört (obwohl die ja auch Reggae u.A. gehört haben). Seitdem spielt der Rock& ROll bei Subkulturen immer wieder eine wichtige Rolle; auch bei "Glamrock", "Bombastrock", "Grunge", usw., die alle ohne den ursprünglichen Rock & Roll aus den 1950er Jahren nicht denkbar gewesen wären. Bei Rockmusik ist meistens auch Rock & Roll drin.

Warum für diese "Protestkulturen" der Rock & Roll so wichtig ist? - Er hat natürlich etwas schnelles, aggressives an sich. Damit kann man entsprechende Forderungen halt besser zum Ausdruck bringen als z.B. mit Liebes- Balladen - vom Stil her.

Was möchtest Du wissen?