warum haben wir schluckauf?

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Der Schluckauf (lat. Singultus = Schluchzen, Röcheln) ist eine reflektorische Einatmungsbewegung (Kontraktion) des Zwerchfells, wobei die Einatmung durch plötzlichen Stimmlippenverschluss unterbrochen wird. Dadurch entsteht ein deutliches Geräusch (der Hickser). Bei vielen Lebewesen, unter anderem auch beim Menschen, hat der Schluckauf die Aufgabe, die Lungenflügel vor dem Eindringen von Flüssigkeiten zu schützen, indem sich die Atemmuskulatur blitzartig zusammenzieht und sich gleichzeitig die Stimmritze schließt. Bei menschlichen Embryos verhindert der Reflex das Einatmen von Fruchtwasser. Bei Säuglingen verhindert der Schluckauf das versehentliche Einatmen der Muttermilch. Bei ihnen ist es besonders wichtig, da der noch nicht voll ausgebildete Kehlkopf weder Luftröhre noch Speiseröhre vollständig verschließt. Dadurch besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko des Einatmens von Speiseresten. Der Schluckauf übernimmt also die Kehlkopffunktionen (Trennung zwischen Speise- und Luftröhre) für den Zeitraum bis zur vollständigen Ausbildung des Kehlkopfes und dient sozusagen als „Umschalter“ zwischen Atmen und Schlucken. Da die Atmung Vorrang vor der Nahrungsaufnahme hat, kann der „versehentlich“ ausgelöste Schluckauf durch Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut wieder abgeschaltet werden (Luft anhalten, durch eine geschlossene Tüte ein- und ausatmen etc.). Häufig kann der Schluckauf auch durch unten beschriebene Fehlfunktionen bei Menschen aller Altersgruppen ausgelöst werden. Weiterhin dient der Schluckauf als eine Art Würgereflex, durch den festsitzende Schluckinhalte weitertransportiert werden. Er entsteht durch eine ruckartige Verkrampfung des Zwerchfells. Das Zwerchfell wird über den Nervus phrenicus, dessen Ursprung im zentralen Nervensystem (= Gehirn und Rückenmark, wichtig für Motorik und Koordination der beteiligten Muskeln) liegt, innerviert. Als Auslöser für einen Schluckauf bei einem Menschen ab dem Kleinkindalter kommen daher vier Bereiche in Frage: Speisereste oder Fremdkörper in der Speiseröhre (physiologischer Auslöser im Gegensatz zu den folgenden pathologischen) Zentral-Störung im ZNS, z. B. Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung (anhaltender Schluckauf kann das erste Zeichen für eine Subarachnoidalblutung sein), Hirntumor, Enzephalitis Störungen/Läsionen im Verlauf des Nervus phrenicus Störungen am Zwerchfell (z. B. Subphrenischer Abszess)

Der Schluckauf ist eine Schutzfunktion aus der pränatalen Phase, die uns unser ganzes Leben lang begleitet. Schluckauf Ursachen sind vielfältig.

Wenn sich das Zwerchfell krampfartig zusammenzieht und die Stimmritze sich plötzlich verschließt, dann hat man einen Schluckauf. Durch diesen einfachen Mechanismus des Körpers wird die einströmende Luft unterbrochen und es entstehen die typischen Schluckauflaute. Dauert der Schluckauf nur kurz an, ist es meist aus medizinischer Sicht irrelevant. Kommt er jedoch ständig wieder und hält länger an, so kann der Schluckauf die Lebensqualität doch erheblich beeinträchtigen.

http://www.hilfreich.de/gesundheit/koerperliche-beschwerden/schluckauf/

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