Wer kann mir den Unterschied zwischen Jazz und Blues nennen?

3 Antworten

Hallo,

es gibt die Theorie, dass der Blues sich aus der traditionellen Musik der amerikanischen Sklaven herleitet. Ein typisches Stilmittel des Blues ist das sog. "call and response" welches auf die "field-holler" zurück zu führen ist. Melodische Eingenheiten des Blues sind die Verwendung der pentatonischen Leitern und ein meist 12-taktiges Schema, welches aus Tonika, Dominante und Subdominante besteht. Zudem sind natürlich auch "blue notes" typisch für den Blues.

Aufbauend auf den stark betonten Rhytmus im Blues, bezieht der Jazz weitreichendere harmonische Zusammenhänge auch aus der europäischen Musik, wobei diese natürlich nicht einfach übernommen, sondern erweitert und ausgebaut wurden. Entsprechend ist der Jazz harmonisch meist viel kompexer aufgebaut als der Blues und verlangt vom Musiker ein gutes Verständnis der Harmonielehre. (Es gab zwar bedeutende Jazzmusiker die keine Noten lesen konnten, trotzdem wussten sie immer, wo sich sich harmonisch im Stück befanden!)

Man muss wohl sagen, dass sich Blues und Jazz nicht streng von einander trennen lassen. Die Übergänge sind fliessend. So gibt es im Repertoire jedes Jazzmusikers Bluesstücke und einige Bluesmusiker spielen immer wieder auch Jazz. Als Bezeichnung für die Form eines Stückes (6/8 Takt; Dominantseptakkorde...) sehen viele Jazzer den Blues auch als eine Art Stil innerhalb der Jazzmusik selbst.

Viele Grüße

Gute Antwort! Ich finde nur, dass Blues und Jazz sich schon sehr eindeutig trennen lassen.

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@TheBlues

Jein. "Blues" definiert nicht nur einen Stil, sondern auch ein musikalisches Ablaufschema und eine Skala (und, wenn man so will, ein Feeling). Ein nicht unbedeutender Teil der Hardbop-Stücke basiert auf Blues, ebenso übrigens ein Großteil der Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre. Es gibt also Blues-Stücke, die in ihrer erweiterten Harmonik (und Rhythmik) eindeutig Jazz sind, aber dennoch alle Blues-Kriterien erfüllen. Einer der größten Blues-Spieler aller Zeiten ist Miles Davis, der in seiner gesamten Laufbahn (abgesehen von den 70ern) immer wieder auf Blues-Stücke zurückgegriffen hat.

Ich nehme an, du trennst jetzt zwischen den Genres, wo es relativ einfach ist. Was den Blues als Schema betrifft, so findet sich dieses sowohl im Blues als Genre als auch im Jazz als Genre (und im Rock).

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Im Jazz wird oft improvisiert, die Melodie ist meist heiter während ein Blues meistens einen ruhigen, bis melancholischen Rhytmus hat.

"Die Melodie ist meist heiter"? O_o

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Jazz ist der Oberbegriff für eine ganze Musikrichtung, die auch den Blues mitbeinhaltet. Andersherum ist es nicht so.

Tatsächlich? Das wusste ich nicht. Ich kann zwar die Ähnlichkeiten erkennen, aber wie begründet man das?

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