Unterschied "Tinktur" und "Ätherisches Öl"

3 Antworten

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Tinktur bedeutet vom Namen her erst einmal ganz allgemein das "Gefärbte". Gefärbt wird dabei (durch unterschiedliche Operationen) ein Lösungsmittel (Wasser, Alkohol etc.). Die Färbung kommt von den enthaltenen Inhaltsstoffen (darunter kann auch ätherisches Öl sein).

Ätherisches Öl dagegen ist ein Reinstoff.

Für die "Effektivität" gilt, was Paracelsus gesagt hat: "Die Dosis entscheidet, ob ein Stoff ein Gift ist oder eine Arznei".

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du scheinst dich auszukennen.

dazu noch eine frage; wie stellt man ein ätherisches öl her?

kann man tinkturen und ätherische öle auch oral einnehmen, falls sie genug verdünnt sind?

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@windowlicker

Nun, die Herstellung ätherischer Öle ist kein spezielles Geheimnis der Alchemisten. Prinzipiell unterscheidet sich die Verfahrensweise nicht von den Methoden der Spagyrik oder Pharmazeutik - wenn man mal von der industriellen Seite absieht, also bei der Laborarbeit bleibt. Anleitungen dafür stehen auch im Internet.

Zumeist wird Wasserdampf durch Pflanzenteile geleitet, der in einer Vorlage kondensiert. Das Öl sammelt sich dabei über dem Wasser und kann davon getrennt werden.

Als reines Vergnügen ist das allerdings eine aufwendige Sache. Ätherische Öle sind -wenn überhaupt - meist nur in geringen Mengen in der Pflanze enthalten, und da auch nicht in jedem Teil derselben.

Sofern man nicht gerade ein Mittel speziell nur zum einreiben fabriziert hat, kann man es natürlich auch oral verwenden (gesundheitsschädliche Stoffe zumindest für Nichtspezialisten ausgenommen).

Aber warum erst die Anstrengung auf sich nehmen, reines ätherisches Öl herzustellen - und es dann wieder verdünnen? Die gesundheitliche Wirkung kann man dann meistens auch mit einer Tinktur erreichen.

Alchemisten stellen das ätherische Öl folglich nicht zum Selbstzweck oder zur separaten Anwendung her, sondern weil das Teil der eigentlichen alchemistischen (solve et coagula - trennen, reinigen, wiedervereinigen) Vorgehensweise ist.

Insofern ist das ätherische Öl ein Teil des alchemistischen Sulfurs (der wiederum einer der drei wesentlichen Bestandteile natürlicher Dinge ist).

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@gaurisankar

sehr interessant. wenn man nun eine tinktur herstellt, wie hoch sollte der prozentanteil des alkohols sein? ich hab da nun schon so viele meinungen gelesen, wo manche sagen ein normaler korn oder wodka mit 38 % reicht dazu. andere sagen wieder 70 %. kann man sagen, dass bei geringeren prozentanteil des alkohols die wartezeit nur einfach länger sein muss aloso zb bei 38 % 6 wochen und bei 70 % 1 bis 2 wochen?

wie lange ist eine tinktur haltbar, nachdem sie abgeseiht und gut verschlossen wurde? ... und wenn die haltbarkeit abgelaufen ist, wird die substanz dann gefährlich oder unverwendbar? oder ist die wirkung dann einfach nur schwächer?

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@windowlicker

Also ich würde sagen, die einzig falsche Meinung wäre die, wenn jemand sagt "nur auf diese eine Weise" kann man es machen.

Tatsächlich ist es so, daß man sehr viele verschiedene Wahlmöglichkeiten hat - und ein Wirkungsvergleich ist von vielen Faktoren abhängig und spielt bei der Anwendung durch uns Laien keine sooo wichtige Rolle. In den wenigsten Fällen ist eine Sofortwirkung erkennbar wie beispielsweise bei harntreibenden Mitteln, Brechmitteln oder Abführmitteln. Das kennen wir sogar bei den modernen standardisierten Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Placebos.

Interessanter ist natürlich die Frage nach einer effizienten Herstellung. Prinzipiell kann man schon sagen, daß bei der Herstellung von Pflanzentinkturen bei Einsatz von Alkohol die besten Ergebnisse erzielt werden. Vorrangig ist aber, welchen Wirkstoff man extrahieren will respektive dessen Extraktion verhindert oder zumindest minimiert werden soll.

Ein Anhaltspunkt ergibt sich jedoch auch aus der Art des Ausgangsstoffes: Bei „leichten“ Sachen (Blüten, Blätter) reichen ca 30%, bei verholzten Teilen und Wurzeln wären ca. 60 % angebracht.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Temperaturempfindlichkeit des gesuchten Stoffes.

Nur auszugsweise ein paar Anmerkungen zu einigen (von vielen möglichen) Verfahren:

Die bekannteste und einfachste Tinktur wäre der Aufguß, allgemein Tee genannt. Das geht schnell und effektiv.

Ist die hohe Temperatur unangebracht, greift man zum Kaltauszug (einlegen in kaltes Lösungsmittel). Das dauert natürlich länger. Bei Wasser als Lösungsmittel kann es unter anderem auch zu Gärungs- und Fäulnisvorgängen kommen. Bei Wasser-Alkohol-Gemischen ist die Wirkstoffausbeute eben der Konzentration entsprechend. Mehrere Tage bis ca. 1 - 2 Wochen Dauer reichen meines Erachtens, da das Konzentrationsgefälle mit fortschreitender Dauer immer mehr zurückgeht. Der Alkoholanteil ist aus diesem Grund für die Zeitdauer also nicht entscheidend. Wenn sich ein Stoff nach zwei Wochen nicht gelöst hat, bringt auch eine dritte Woche nichts mehr. Aus diesem Grund wurde ja auch nach Methoden gesucht, die das Konzentrationsgefälle sozusagen wiederherstellen. Ansonsten: Bewegung (rühren, schütteln) ist hilfreich. Bei Unterstützung durch Wärmezufuhr spricht man von Digestion (im Gegensatz zur einfacheren Mazeration).

Durch Einsatz spezieller Geräte kann man die „Ausbeute“ in zeitlicher und quantitativer Hinsicht noch steigern, beispielsweise mit einer „Soxhlet-Apparatur“.

Rein wasserbasierte Tinkturen werden bei eigener häuslicher Herstellung am besten sofort (also noch am aktuellen Tag) verbraucht.

Bei enthaltenem Alkohol-Anteil sollte der Verbrauch innerhalb eines Jahres erfolgen. Auch wenn die Wirkung nach einem Jahr nicht schlagartig in Gift umschlägt, so läßt erfahrungsgemäß die Wirksamkeit doch allmählich nach.

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Eine Tinktur ist etwas, was man sich auf Wunden tröpfelt. Es gibt verschiedene Arten. Meistens sind sie desinfizierend. Ätherische Öle kann man sich nicht auf offene Hautstellen reiben und sind da um die Bronchien frei zu kriegen oder um einen Raum zu beduften oder um zu entspannen etc. :-) Ich hoffe ich konnte Dir helfen.

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Also Tinkturen sind nicht nur zum einreiben und Wunden beträufeln.

Was ist der Unterschied wenn aus einer Grapefruit ne Tinktur gemacht wird oder wenn aus der Grapefruit ein Öl gemacht wird. Beides kann man auch oral einnehmen, soweit mir bekannt ist.

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eine Tinktur ist eine Mischung aus verschiedenen Grundstoffen. ein Ätherisches Öl kann eine dieser Grundstoffe sein.

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stimmt so nicht. man kann zb Brennessel zu einer tinktur machen. mischungen sind eher eine ausnahme. grundstoffe gibts keine außer alkoholzusatz

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@Buerger3

gut, der Unterschied könnte auch das Herstellungsverfahren sein, eine Tinktur wird gemischt , das Ätherische Öl durch Destillation hergestellt.

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